Montag, 1. August 2016

Weltjugendtag: liturgische Kleidungsfragen

Eines vorweg: ich halte den Weltjugendtag durchaus für eine sehr sinnvolle Einrichtung, auch wenn die liturgischen Feiern bei "Massenveranstaltungen" aus diversen Gründen nicht mein Fall sind. 
Eher zufällig bin ich auf einen Filmbeitrag zu einer Sakramentsandacht mit dem Papst gestoßen. 
 
Unser Hl. Vater hat bei diesem Treffen wieder einmal ein gutes Beispiel für korrektes liturgisches Auftreten gegeben... Man schaue einmal hier, konkret bei 1.41.02. Im weiteren Verlauf taucht das Problem noch öfters im Bild auf. 
Seit wann zieht man den Chormantel direkt über die Soutane? Unter dem Chormantel ist grundsätzlich Chorkleidung, in seinem Falle also wenigstens Rochett, zu tragen. Das wußte vor 50 Jahren noch jeder kleine Dorfkaplan und handelte entsprechend. Man muß sich nicht wundern, daß allüberall Priester in Sackalben mit "Überstola" herumlaufen, wenn selbst der Stellvertreter Christi simpelste liturgische Vorschriften nicht einhält und sich über alles hinwegsetzt. 
Man mag mir jetzt Kleinkrämerei vorwerfen. Aber: Wer im Kleinen fehlt, fehlt auch im Großen. Das sagten schon unsere an Lebenserfahrung gewiß nicht armen Großmütter. 
Zudem ist man es irgendwann leid, allüberall auf Geistliche zu treffen, die in der Liturgie wie "Hansebummels" herumlaufen. Hier wurden, wie man hört, beim Liborifeste schon mehrmals Gastpriester gesichtet, die erst in den Gebrauch eines Schultertuches eingewiesen werden mußten... Zum Lobe der "Paderborner" muß hier allerdings auch einmal erwähnt werden, daß in der dortigen Kathedrale niemand halb oder inkorrekt angezogen an den Altar kommt. Da habe ich in anderen Domkirchen schon weitaus schlimmeres erlebt.
Auf den Dörfern findet man übrigens des öfteren Kirchenküster(innen), die garnicht mehr wissen, was ein Chormantel überhaupt ist...

Kommentare:

  1. Ich habe schon einmal im Paderborner Dom erlebt, daß der Zeremoniar einen Weihbischof auf ein fehlenden Kleidungsstück angesprochen hat.

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  2. Das war dann aber nicht unbedingt karrierefördernd.

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    1. Für wen?

      Für den Zeremoniar? Der ist Domvikar und ich habe noch nie erlebt, daß ein Domvikar zu irgendwas „Höherem“ befördert wurde.

      Oder für den Weihbischof? Für den wäre es natürlich schade, denn dem wünsche ich sehr, daß er irgendwo Ortsbischof wird.

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  3. Aber der Weihbischof ist doch schon irgednwo Ortsbischof! Zugegeben, die Bistümer unserer Weihbischöfe tragen ja zumeist einen sehr ruinösen Charakter...

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