Dienstag, 2. August 2016

Annentag 2016 in Amerungen

Da auf der Heimatseite des Pastoralverbundes Lichtenau wieder einmal weniger als Nichts zum Annentage zu finden ist, wollen wir ihn wenigstens hier ankündigen.
Aber der Annentag ist doch in Brakel" werden jetzt viele sagen. Sicherlich, das stimmt. Der Brakeler Annentag ist sogar "ein wenig" größer als der in Amerungen. Dafür ist "unser" Annentag aber seit 1670 nachweisbar, die Brakeler Kirmess gibt es erst seit etwa 1755.
Beide Annentage sind alt und ehrwürdig. Da der oberwaldische ja in den Medien mehr präsent ist, geht es heute also um den Annentag in Amerungen im Unterwaldischen.
Amerungen ist Filialgemeinde der Pfarrei St. Kilian in Lichtenau und hat heute genau 0 Einwohner und eine hübsche Barockkapelle, die der Hl. Mutter Anna geweiht ist. Folgendes Programm ist für den Annentag vorgesehen:

8.00 Uhr Auszug der Lichtenauer Prozession ab Pfarrkirche.
8.30 Uhr Auszug der Holtheimer Prozession ab Pfarrkirche, im Pfarrbrief fälschlich als "Pilgerweg mit meditativen Einlagen" gekennzeichnet. Keine Angst: Wie mir versichert wurde, beten wir die alten Gebete und singen die altbekannten Lieder, wie immer schon üblich. Experimente wird es keine geben, da die Geistlichkeit die Begleitung der Prozession seit Jahren verweigert und uns stattdessen an der Kapelle erwartet. 

9.30 Uhr  Festhochamt an der Annenkapelle in Amerungen.

Anschließend gemütliches Beisammensein am Annenberge. Für das leibliche Wohl in Form von Speis und Trank ist reichlich gesorgt. Das Blasorchester Lichtenau sorgt für Unterhaltung.

Montag, 4.8.:
8.00 Uhr: Hochamt an der Annenkapelle in Amerungen;
anschließend Frühstück und gemütliches Beisammensein am Annenberge.
Montag, 8. August 2016:

8.00 Uhr Hochamt an der Annenkapelle, 

anschließend Frühstück und gemütliches Beisammensein. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt.  

Besonderer Dank von dieser Stelle aus schon einmal an die vielen fleißigen Helfer, die den alten Heimattag von Soratgau und Sintfeld trotz aller widrigen Umstände nicht untergehen lassen, obwohl er der Geistlichkeit offenbar seit Jahren ein ziemlicher Dorn im Auge ist.

Weitere Informationen und Bilder gibt es hier. 






 

 

 

 

 

Leider zieht die Lichtenauer Prozession nun schon seit 2012 Allerheiligstes zur Kapelle. Warum man diese 300-jährige Tradition aufgegeben hat, erschließt sich den Gläubigen nach wie vor  nicht. Die Begründungen dafür sind mehr als fadenscheinig, zumal drei Priester im Pastoralverbund sind, die diese Aufgabe übernehmen könnten. Hochwürdige Geistlichkeit: Was 300 Jahre ging, geht auch heute! In Brakel geht das schließlich auch. Die Begründung, Prozessionen mit dem Allerheiligsten vor der Hl. Messe seien vom Konzil verboten worden, ist nachgeradezu dä...(zensiert). Als nächste Begründung gab man an, Aussetzungsämter seien heute auch nicht mehr erlaubt und nach der Prozession sei auch nicht der Segen gegeben worden. Erstens war das Allerheiligste unter dem Hochamt immer in der Kapelle ausgesetzt, das Amt wurde aber draußen gesungen (also kein Aussetzungsamt!), und zweitens hindert den Hochwürdigen Herrn Pfarrer ja niemand daran, das Allerheiligste vor dem Hochamt zu reponieren. Der Hochaltar verfügt schließlich über einen Tabernakel. Drittens wurde die Prozession bis zur Liturgiereform natürlich immer mit dem sakramentalischen Segen beschlossen, wie es sich gehört. Den Segen abgeschafft und damit liturgische Unkorrektheiten geschaffen hat man erst in den letzten 35 Jahren.
Nun denn, die geistlichen Herren kommen und gehen seit Jahrhunderten, der Annentag aber bleibt. 
So bleibt den Gläubigen aus dem Soratgau immer noch die Hoffnung auf bessere Zeiten. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!

Amerungen

Amerungen, trautes Fleckchen Heimaterde, in der Altenau lieblichem Grunde,
stilles Kapellchen am Waldesrande, wieder bist Du in aller Munde.
 
Da, wo saftige Wiesen sich dehnen, lag einst ein Dörfchen mit sonnigen Breiten,
bis es versank und Wüstung wurde, in dem dunklen Gewoge der Zeiten.
 
Deines Namens hehren Klang konnte die Zeit Dir nicht rauben,
frohe Urständ ward Dir beschieden aus der Väter tieffrommem Glauben.
 
Anna, die heilige Mutter und Frau, ward zu besonderem Schutz Dir gegeben,
daß in Zucht, in Liebe und Treue rings erblühe das dörfliche Leben.
 
Fromme Pilger nahen in Scharen, knien in Andacht vor Deinem Bild.
Sei ihnen allen, Mutter der Gnade, mit Deiner Tochter Helferin mild!
(Heinrich Rüthing, 1954)

1 Kommentar:

  1. Es war offenbar ein schöner Tag. Die Zeitung zitiert den Pfarrer mit den Worten: »Dieser Pastoralverbundstag ist für mich ein tolles Kirchenevent, denn es passt zum Zukunftsbild des Erzbistums«.

    AntwortenLöschen