Freitag, 15. April 2016

Hardehausen: Evangelikale kaufen Gasthaus neben kath. Bildungsstätte

Große Augen habe ich gemacht, als ich heute die Tageszeitung aufschlug: Ein Bauernhofcafe, gelegen direkt neben der ehemaligen Zisterzienserabtei Hardehausen, ist an das "Padercamp" verkauft worden, daß dort in Zukunft Jugendfreizeiten und Zeltlager anbieten will. 
Nun  muß man wissen, daß sich in der alten Abtei nebenan seit vielen Jahrzehnten das Jugendhaus und die Katholische Landvolkshochschule befinden. 
Geht man einmal ins Internet, wird ganz schnell klar, was sich hinter dem "Padercamp verbirgt. Es wird von diversen Evangelikalen Gemeinden im Kreis Paderborn organisiert und ist genau wie diese Gemeinden ein "gemeinnütziger Verein", sprich steuerbegünstigt. Schaut man sich die Internetseiten der Gemeinden an, geben sie sich fromm, offen für jedermann, kurz: sympatisch. Gegründet wurden all diese Gemeinden nach der politischen Wende von Übersiedlern aus dem Ostblock. Nimmt man den Schleier zur Seite, mit dem sie sich und ihr Tun gern bemänteln, offenbart sich sehr schnell, was sie wirklich sind: 
Nichts anderes als Wiedertäufer, nicht mehr und nicht weniger. 
Der Großteil der Bevölkerung belächelte sie anfangs als "Russenkirchen" und kümmerte sich nicht weiter darum. Mittlerweile hat man sich allerdings "gemausert" und betreibt eifrig Proselytenmacherei bei Katholiken und Protestanten, sprich bei der einheimischen Bevölkerung. Gerne nimmt man Menschen mit "Vorgeschichte" auf. Wiederverheiratet nach Scheidung ist bei ihnen kein Gesprächstthema, Beichten braucht man auch nicht, den Katechismus braucht man nicht kennen und die vielen unbequemen Glaubenswahrheiten sind auch auf das Minimum "Gott liebt mich" reduziert. "Glauben light" sozusagen. 
Wenn dann die Feuerwehr einen Notfallseelsorger braucht und die (damals noch) fünf katholischen Seelsorger im Stadtgebiet dies wegen ihrer "Überlastung" (Zitat) nicht machen wollen und auch das lutherische Predigerpaar (beide ordiniert) "total überlastet" ist (Zitat), dann stößt ganz flott der Prediger der  "Freien Christen" in diese Lücke und wird fortan ob seines (zweifelsohne vorhandenen) Engagements von den Blauröcken in den höchsten Tönen gelobt.
Ein intensives Gemeindeleben stößt genau in die Lücke, die die Hl. Römische Kirche sowie Lutheraner und Reformierte in der Zeit der "Pastoralen Räume" und des seit Jahrzehnten total verwahrlosten Religionsunterrichtes nicht mehr bieten: Geborgenheit in der eigenen Gemeinde. Die "Freie Christengemeinde" in unserem Nachbarort gibt sich weltoffen: sie lädt zum Kaffeetrinken ein, nimmt an Erntedankzug und anderen Dorffesten teil etc. pp. Nach dem Umzug allerdings beteiligt man sich allerdings nicht mehr am allgemeinen Festgeschehen, sondern zieht sich in Windeseile in die eigenen Räumlichkeiten zurück, um dort ebenfalls mit Kaffee und Kuchen Leute anzulocken und für die eigene Gemeinde zu gewinnen. "Mission" betreibt man ähnlich geschickt wie seit Jahrzehnten evangelikale Sekten in Südamerika. Es fällt auf, daß sämtliche Evangelikale Gemeinden komplett am Dorfleben ihrer Heimatgemeinden vorbeileben und nur "ihr eigenes Ding" machen.
Seit Jahren schon bemüht man sich auch um eine intensive Jugendarbeit. Wie schon einst die Jesuiten hat man auch bei den Evangelikalen erkannt, daß man Kinder und Jugendliche eher beeinflussen kann als Erwachsene. 
Nun also hat man dieses ehemalige Bauernhofcafe mit großem Freigelände und riesigen Räumlichkeiten gekauft, um dort "Jugendarbeit" zu betreiben. Dies in unmittelbarer Nachbarschaft der zuvor erwähnten katholischen Einrichtungen zu tun, darf getrost schon als Dreistigkeit bezeichnet werden. 
Vielleicht besinnt man sich nun auch einmal im sogenannten katholischen Jugendhaus auf die Verkündigung des Glaubens und der kirchlichen Lehre. In der Vergangenheit mußte man dort leider oft Zweifel hegen... Aber vielleicht sehe ich nur wieder zu schwarz. Das Jugendhaus baut ja gerade für horrende Summen seine aus den 1960iger Jahren stammende Kirche zeitgemäß um und verbannt den Tabernakel samt Herrgott in eine Seitenkapelle. Dann wird sicher alles besser!?

Kommentare:

  1. Sehr geehrter Autor,
    gerne würde ich mich über ein paar Punkte mit Ihnen austauschen wollen die Sie hier anführen. Ich würde mich sehr über einen Austausch freuen.
    Meine Kontaktmailadresse lautet: sola_scriptura@ist-einmalig.de
    Vielen Dank.
    MfG David

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  2. Sehr geehrter Autor, sie müssen das ganze aber auch mal aus Sicht der Verkäufer sehen. Wer will denn so ein großes Objekt kaufen und hat dafür dann auch noch die passende Verwendung? Wir sind sehr froh das Padercamp sich bei uns gemeldet hat. Nur zur Info für Sie, auch das Erzbistum Paderborn hätte den BIRKENHOF kaufen können. Wir haben es dem Erzbistum in 2015 zweimal angeboten. Wir freuen uns darüber, dass die Genehmigung jetzt auf dem Weg zu Padercamp ist. Gruß Familie Paal

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