Montag, 21. März 2016

Kübelspritze segnet Feuerwehrwagen

Geschehen in der vergangenen Woche, irgendwo in den tiefen Urwäldern Westfalens:
Die Freiwillige Feuerwehr des kleinen Dörfleins A. hat ein neues Feuerwehrauto bekommen. In Zeiten leerer Stadtkassen ein begrüßenswertes, aber auch seltenes Ereignis. Das muß mit einer gebührenden Einweihungsfeier begangen werden. Die kirchliche Segnung darf natürlich auch nicht fehlen. Eigentlich sehr positiv, daß man in der heutigen Zeit an so etwas noch denkt. Der zuständige Seelsorger Leiter des Pastoralverbundes wurde nicht hinzugezogen. Ob er keine Lust oder keine Zeit hatte oder aber ob seine Anwesenheit nicht gewünscht war, entzieht sich meiner Kenntnis. 
Man hatte sich folgendes geistliches "Personal" zusammengesucht: Die Predigerin der hiesigen ev. luth. Kirchengemeinde, den Prediger der hiesigen "Freien Christengemeinde" (Wiedertäufer), sowie den Hochw. Pater T. aus dem Dorfe N. Auf letzteren war die Wahl wohl gefallen, weil er nicht nur Seelsorger, sondern auch sehr eifriges aktives Mitglied der Feuerwehr ist. Er kam dann auch in Feuerwehruniform, legte darüber eine bunte Regenbogenstola und begann zusammen mit dem ungeweihten Leitungspersonal anderer christlicher Gemeinschaften sein Werk. Dazu hatte er gleich 10 Liter Weihwasser mitgebracht, welche in einem Gefäße verschlossen waren, daß den meisten Katholiken längst als liturgischer Gegenstand aus dem Bewußtsein entschunden war, nun aber auf so geschickte Weise den Gläubigen wieder vor Augen gestellt wurde: die Kübelspritze
Männlichen Lesern dieser Seite wird sie noch von erlebnisreichen Wasserschlachten während der Bundeswehrzeit bekannt sein, gehörte sie doch zur Standardausstattung eines jeden Kasernenflures. Ihre liturgische Brauchbarkeit wurde nun also unter Beweis gestellt:
Der Prediger der "Freien Christen" mußte pumpen, Pater T. führte das Strahlrohr und verbrachte mit diesem schlagkräftigen Aspergil-Ersatz 10 Liter Weihwasser auf das neue Fahrzeug.
Ob sich der geistliche Herr wohl bewußt war, daß er mit einem mehr als billigen Publikumsgag nicht nur die Sakramentalien der Heiligen Kirche, sondern letztlich auch die Kirche selbst vor allen möglichen Leuten und nicht zuletzt vor Angehörigen und Amtsträgern anderer Konfessionen lächerlich gemacht hat? Ein Lutheraner, der sowieso kirchliche Segnungen per se ablehnt, muß sich nach einem derart beschämenden Auftritt nur umso fester in seiner Haltung bestärkt fühlen. 
Nein, Hochwürden, für diese Leistung gibt es kein "Fleißkärtchen"!

P.S. Ich kenne da einen Hochwürdigen Herrn, der bei der Weihwasserweihe gewöhnlich alles ihm dargereichte Salz verbraucht... Bei der nächsten Fahrzeugweihe dieses Paters würde ich zu gern das Weihwasser liefern... Salz richtet bekanntlich große Korrosionsschäden an technischen Gerätschaften an...