Sonntag, 12. Juli 2015

12.Juli: Fest des seligen Andreas Oxner von Rinn

Der Heilige Stephanus muß aufpassen. Es könnte durchaus sein, daß sein Fest irgendwann aus dem Heiligenkalender gestrichen wird. Immerhin wurde er von seinen jüdischen Mitbürgern zu Tode gesteinigt, und so etwas liest man in der heutigen, ach so so toleranten und korrekten Zeit nicht mehr gerne. Seine weniger "prominenten" Kollegen hat es schon getroffen: Andreas Oxner, Simon von Trient, Rudolf von Bern, Werner von Oberwesel und William von Norwich, um nur einige zu nennen, fielen, ganz gleich, ob ihr Kult päpstlich bestätigt war, oder nicht, einer allgemeinen Säuberungswelle in den letzten 50 Jahren zum Opfer.
Heute nun ist das Fest des Seligen Andreas Oxner von Rinn, zweiter Landespatron von Tirol.
Nein, ich werde mich hier nicht in die emotional geführte Debatte einlassen, ob es Ritualmorde gegeben hat, oder nicht. Unter den Angehörigen jeder Religion gibt es Menschen, die aus diversen Gründen schreckliche und verabscheuungswürdige Verbrechen begehen. Das kann man nicht wegdiskutieren, nur weil der neuzeitliche Mainstream es verlangt.
Seit Jahrzehnten fordert man die Angehörigen sowohl des Christentums als auch des Heidentums in all seinen Ausformungen eindringlich auf, doch friedlich miteinander umzugehen. Gerade wegen der Art ihres Martyriums wären die oben genannten Kinder sicherlich genau die richtigen Fürbitter für einen friedvollen Umgang von Christen und Juden miteinander. Stattdessen aber schaffte man ihre Festtage ab. Wie billig. Zudem bleibt die bittere Frage, ob Selig- und Heiligsprechungen einfach so nach Belieben wieder rückgängig zu machen sind.  Dann bestünde ja durchaus Hoffnung, daß auch das "Santo subito" eines Tages wieder revidiert würde...
Im Falle Andreas Oxner haben die Römischen Behörden jedenfalls bislang nur die durchaus richtige Feststellung getroffen, das es im Judentum keinen Ritus für Ritualmord gibt. Punkt. Über die Verehrung des Seligen hat man kein Wort verloren. Die Bemühungen Bischof Stechers und seiner Nachfolger, den Kult zu verbieten, brauchen uns nicht interessieren: Roma locuta - causa finita! Es bleibt dabei:

Seliger Andreas, bitte für uns!

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