Freitag, 17. Juli 2015

Altenau: Aufstand der Ministranten

Seien wir ehrlich: kennt jemand von uns die kleine bayerische Pfarrkuratie Altenau? Wir alle wohl nicht, und das wäre auch vermutlich so geblieben wenn, ja wenn nicht die dortigen "Meßbuben" sich jetzt auf gleich sogar einen Platz in der "Süddeutschen Zeitung" und diversen anderen Gazetten erobert hätten. Dazu brauchten die Herren Meßdiener nicht einmal viel anzustellen, wie man beim "Kreuzknappen" nachlesen kann. Sie haben ganz einfach im Sinne  des Zweiten Vatikanischen Konziles mündige Katholiken sein wollen und haben als solche dem Herrn Pfarrer gesagt, daß sie in ihren Reihen keine Ministrantinnen haben möchten und ihren Dienst zu quittieren sich gezwungen sähen, wenn er die eine bislang vorhandene Aspirantin in Dienst nehmen sollte. Es bleibt festzustellen, daß, entgegen landläufiger Meinung, Mädchen zum Ministrantendienst neuerdings zugelassen werden können, aber nicht zugelassen werden müssen. Man sage mir jetzt nicht, daß wir ja froh sein müssen, die Mädel zu haben, da wir sonst keine Ministranten hätten. Ich durfte mehrfach beobachten, daß die Zahl der Ministranten erst von jenem Zeitpunkte an abnahm, als die Mädchen kamen. Ich würde mich als 14-jähriger Ministrant auch nicht von einer rumzickenden 17-jährigen Oberministrantin anmaulen lassen.
Das klingt herausfordernd und polarisierend, ich weiß. So soll es aber auch klingen, wir lieben auf dem Dorf eine klare Sprache. Und vor den Jungs aus Altenau ziehe ich hiermit ganz tief den Hut:
Das habt ihr gut gemacht, bleibt standhaft, Jungs!


Sonntag, 12. Juli 2015

12.Juli: Fest des seligen Andreas Oxner von Rinn

Der Heilige Stephanus muß aufpassen. Es könnte durchaus sein, daß sein Fest irgendwann aus dem Heiligenkalender gestrichen wird. Immerhin wurde er von seinen jüdischen Mitbürgern zu Tode gesteinigt, und so etwas liest man in der heutigen, ach so so toleranten und korrekten Zeit nicht mehr gerne. Seine weniger "prominenten" Kollegen hat es schon getroffen: Andreas Oxner, Simon von Trient, Rudolf von Bern, Werner von Oberwesel und William von Norwich, um nur einige zu nennen, fielen, ganz gleich, ob ihr Kult päpstlich bestätigt war, oder nicht, einer allgemeinen Säuberungswelle in den letzten 50 Jahren zum Opfer.
Heute nun ist das Fest des Seligen Andreas Oxner von Rinn, zweiter Landespatron von Tirol.
Nein, ich werde mich hier nicht in die emotional geführte Debatte einlassen, ob es Ritualmorde gegeben hat, oder nicht. Unter den Angehörigen jeder Religion gibt es Menschen, die aus diversen Gründen schreckliche und verabscheuungswürdige Verbrechen begehen. Das kann man nicht wegdiskutieren, nur weil der neuzeitliche Mainstream es verlangt.
Seit Jahrzehnten fordert man die Angehörigen sowohl des Christentums als auch des Heidentums in all seinen Ausformungen eindringlich auf, doch friedlich miteinander umzugehen. Gerade wegen der Art ihres Martyriums wären die oben genannten Kinder sicherlich genau die richtigen Fürbitter für einen friedvollen Umgang von Christen und Juden miteinander. Stattdessen aber schaffte man ihre Festtage ab. Wie billig. Zudem bleibt die bittere Frage, ob Selig- und Heiligsprechungen einfach so nach Belieben wieder rückgängig zu machen sind.  Dann bestünde ja durchaus Hoffnung, daß auch das "Santo subito" eines Tages wieder revidiert würde...
Im Falle Andreas Oxner haben die Römischen Behörden jedenfalls bislang nur die durchaus richtige Feststellung getroffen, das es im Judentum keinen Ritus für Ritualmord gibt. Punkt. Über die Verehrung des Seligen hat man kein Wort verloren. Die Bemühungen Bischof Stechers und seiner Nachfolger, den Kult zu verbieten, brauchen uns nicht interessieren: Roma locuta - causa finita! Es bleibt dabei:

Seliger Andreas, bitte für uns!

Dienstag, 7. Juli 2015

Hier liegt vor Deiner Majestät: Bläsersätze gesucht

Das waren noch Zeiten, als man einer Blaskapelle 3 Minuten vor einer Prozession 4 Lieder zurief und die das dann tuteten - oft ohne Noten. 
Heute sieht das freilich anders aus. Wenn man Glück hat, spielt die Blaskapelle ihre Kirchenlieder immer noch nach den "Bläsersätzen zum Sursum Corda" und damit ist dann alles abgedeckt, was die katholische Volksfrömmigkeit benötigt. 
Oft haben die Blaskapellen aber nur einige Lieder aus dem Gotteslob im Standardrepertoire. Wehe, eine Gemeinde braucht dann ein Lied, was in den Bläsersätzen zum Gotteslob nicht vorhanden ist oder das man nicht in seinem Repertoire hat. "Das können wir nicht" oder "da haben wir keine Noten für" heißt es dann, oft nur aus Bequemlichkeit, und man will die üblichen Versatzstücke postkonziliarer Langeweile spielen:
"Lobe den Herren", "Was uns die Erde Gutes spendet", "Schubert-Heilig", "Großer Gott, wir loben Dich".   Kommt einem schon aus den Ohren wieder raus, dieser Einheitsbrei...
Jetzt erwischte es eine Nachbargemeinde, deren Pfarrer mich gestern um Hilfe bat. Schützenmesse. Sursum Corda 24 fff: Hier liegt vor Deiner Majestät und folgende Lieder. Die Majestät nach der zweiten Weise von Norbert Hauner.
Antwort des Gebläses:
"Da haben wir keine Noten für!"

Konkret suchen wir nun also die Bläsersätze zum Sursum Corda für folgende Lieder:
"Hier liegt vor Deiner Majestät", zweite Weise nach Norbert Hauner
"Hocheilig, heilig, heilig, ist unser Herr und Gott" (Sanctuslied)
"Zu Dir schick ich mein Gebet, das um Deine Hilfe fleht" (Schlußlied).

Kann vielleicht einer der Mitleser hier helfen? Ewige Dankbarkeit wäre ihm gewiß!
Traditionspflege ist echt schwer geworden...

Mittwoch, 1. Juli 2015

1. Juli: Fest des kostbaren Blutes unseres Herrn

Heilige Messe in der außerordentlichen Form in Paderborn:

Heute um 18.30 Uhr in der Krypta des Hohen Domes.


Es sagte...

...der zeitige Pastor zu XY im Westfälischen:

"Der Antwortpsalm ist die Rechtgläubigkeit der Neokonservativen!"