Mittwoch, 11. Februar 2015

Eucharistische Ehrengarde und Konzil

Nun wissen wir es ganz genau: Das Zweite Vatikanische Konzil hat auch Gehröcke, Zweispitze,  Säbel und Feldbinden abgeschafft. Nein, werte Leser, ich habe heute noch keinen Alkohol getrunken. Wie ich trotzdem auf solchen Unsin komme? Ganz einfach:
Da fiel mir vor einigen Tagen das Jubiläumsheftchen einer Eucharistischen Ehrengarde aus der Diözese Essen von 1968 in die Hände. Nichts besonderes. Ein Satz am Ende aber ließ mich aufhorchen. Es gibt dort eine Postkarte zum Ausschneiden, mit der man die Aufnahme in die Garde beantragen kann. Im Werbetext heißt es u.a.:

"An unserer antiquierten Uniform brauchen Sie sich nicht mehr lange zu stoßen, sie wird in absehbarer Zeit modernisiert. Bekanntlich vertreten wir die moderne christliche Richtung und halten uns an die Weisungen des letzten Konzils."

Wenn man sich viele dieser Ehrengarden heute genauer ansieht, bestehen sie im wesentlichen aus Männern jenseits der 70. Merkwürdig, wo man doch die antiquierte Uniform* eigens abgeschafft hat, um junge Leute zu begeistern...


* Die beanstandete antiquierte Uniform sah folgendermaßen aus:
Schwarze Hose, schwarzer Gehrock, Zweispitz mit Federbusch, Feldbinde mit Quasten, Schulterstücke und Schulterschnüre, Säbel mit Faustriemen. Im Prinzip werden genau gleiche Uniformen von Schützenvereinen in ganz Westfalen bis heute getragen. Ohne Mitgliederschwund zu verursachen...
Um die Sache etwas anschaulicher zu machen, hier der Link zur alten Uniformierung, hier schließlich ein Beispiel für die neue Anzugsordnung. 
Ohne jetzt polemisch werden zu wollen: Die neuere Anzugsversion scheint mir doch eher in das Erzgebirge zu passen. 

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