Freitag, 30. Januar 2015

Dreihasen-Fenster oder die Karnickel-Enzyklika

In Paderborn wußte man schon vor Jahrhunderten, daß sich das päpstliche Lehramt einmal mit Hasen und Karnickeln befassen würde. Warum?

Die Tiberente weiß es!

Mittwoch, 28. Januar 2015

Gebet für den Landesherrn

Meine gestern gezeigte Zuneigung zum Hause Hohenzollern ist, daß muß ich zugeben, nicht so ganz uneingeschränkt. Immerhin wurden wir erst durch den Reichsdeputationshauptschluß und seine gräßlichen Folgen zu (Beute-)Preußen.
Heute soll es aber um eine andere Kuriosität gehen. Das Paderborner Diözesangesangbuch "Sursum Corda" erschien zwischen 1874 und 1948 unverändert. Hinzu kamen nur jeweils ein kleiner Sonderanhang mit Einheitsliedern (brauchte, außer im Felde, eh niemand) und ein (sehr nützlicher) Anhang mit zusätzlichen Weihnachtsliedern.
So kam es nun, daß bis 1948 folgendes im Gesangbuche zu finden war:

Für den Landesherrn
1. Für unser Fürsten beten wir, er sei dein Bild auf Erden!
O, laß durch ihn, Herr Gott, von dir, dein Volk beglücket werden.
Verleih ihm Weisheit, Mut und Kraft, was wahres Wohl im Lande schafft,
mit Sorgfalt wahrzunehmen.
2. Gib, daß er uns, von dir gesandt, stets väterlich regiere
und deinen Segen in das Land nach deinem Willen führe;
daß er ein Schutz der Unschuld sei, den Redlichen mit Lohn erfreu'
und allem Unrecht steure.
3. Laß ihn mit uns der Zeiten Ruh, des Friedens Glück genießen;
leg seinen Jahren Jahre zu, die segensvoll verfließen.
Dein Schild, o Herr, beschütze ihn, laß Glauben, Tugend, Wohlstand blüh'n,
in seinem ganzen Reiche. 
4. Laß ihn mit uns bemühet sein, in deiner Furcht zu leben,
sich deiner Oberherrschaft freu'n, mit uns dein Lob erheben;
daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht,
Regent und Volk sich beuge.

Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, du König aller Könige! Wir bitten dich inständig für unsern teuern Landesvater. Laß den Geist der Wahrheit und Gerechtigkeit, den Geist der Weisheit und Güte auf ihm ruhen. Segne ihn mit deiner hilfreichen Gnade, daß er seines Volkes Glück väterlich begründe, lange lebe, wahres Wohl genieße und so vor deinem Angesichte wandle, daß er in deinem Reiche ewig selig werde: durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen.

Das Lied wird übrigens, so man es probieren will, auf die Melodie "Lobpreiset all zu dieser Zeit..." gesungen.

Wo wir gerade beim Landesherrn sind: Heute ist das Fest des Hl. Kaisers Karls des Großen!

Dienstag, 27. Januar 2015

Zum heutigen Feiertage



* 27. Januar 1859    + 4.Juni 1941

Montag, 26. Januar 2015

Politiker und die Würde des Amtes

Politiker und ihre Art und Weise, öffentlich aufzutreten...

Einstmals:
Bildquelle

















Bildquelle














...und jetzt:











Bildquelle


Es gibt Auftritte, die sind an Peinlichkeit kaum überbietbar und schaden dem hohen Amte mehr, als sie nutzen. Aber mag die Geschichte ihr Urteil darüber fällen....

Montag, 19. Januar 2015

18. Januar: Petri Stuhlfeier zu Rom


Erst am 22. Februar feiert die Kirche heutzutage die Übernahme des römischen Bischofssitzes durch den heiligen Petrus. Vor der Rubrikenreform von 1960 gab es zwei Feste, was historisch korrekter war:
Petri Stuhlfeier zu Rom am 18. Januar und Petri Stuhlfeier zu Antiochien am 22. Februar, da der erste Bischofssitz des heiligen Petrus in Antiochien gewesen war. Antiochien liegt in der heutigen Türkei und heißt jetzt Antakya.
Erst Johannes XXIII schaffte das Fest der Stuhlfeier zu Antiochien ab. Ein unverständlicher Akt, der auch und gerade nicht mit dem ökumenischen Dialog mit den Ostkirchen zu entschuldigen ist. Gerade dieses Fest manifestierte wie kein zweites den legitimen Anspruch des Römischen Papstes auch auf die Kirchen des Orients. Hier kann man mehr erfahren.
Immerhin darf seit einigen Jahren die berühmte Petrusstatue im Petersdom wieder vollständig geschmückt werden. Der Heilige hat die von seinen Nachfolgern verschmähte Tiara zurückerhalten! Wobei ich mich bei dem derzeitigen Pontifikate schon frage, wie lange er sie noch tragen darf...




Im Bild hier der Cathedra-Altar im Peterdom bei  einer Seligsprechung. 
Das Photo entstand vor dem Konzil, da war er noch unverstümmelt und die Kathedrale wurde festlich geschmückt...



Freitag, 16. Januar 2015

Donnerstag, 15. Januar 2015

Donnerstag, 8. Januar 2015

Minimode versus Maximode

Über unvorteilhafte Kürze bzw. mangelnde Länge von diversen Gewandungen hatte ich mich ja bereits  hier und auch hier ausgelassen.
Aber auch das Gegenteil kann schrecklich aussehen, wie dieses Bild beweist.
Merke: Gewandung ist nicht automatisch hübsch, weil sei alt ist und auch nicht generell häßlich, wenn sie neu ist...

Mittwoch, 7. Januar 2015

Sternsingerlied und Sternsingergewänder

Ein sehr schönes Sternsingerlied aus dem Sauerland hat Jürgen veröffentlicht!

Eine leider oft bei Sternsingern zu beobachtende Unsitte ist es, den Kindern Meßgewänder anzuziehen. Zumeist werden dafür römische und gotische Caseln benutzt, "weil die ja eh niemand mehr anzieht". Das ist nicht nur stil- und geschmacklos, sondern führt auch fast unwillkürlich zur Vernichtung oft wertvoller und alter liturgischer Kleidungsstücke. Ein besonders negatives Beispiel findet sich hier.
Da werden gleich 8 schöne Caseln auf einmal "durchgebracht", während die Ministranten sonst die scheinbar unausrottbaren und vor allem bügelfreien Polyesterkittel tragen, wie das Bild beweist. Ähnliches wird der Klerus wohl auch benutzen, da ja die ordentlichen Meßgewänder scheinbar für Wichtigeres gebraucht werden...

Dienstag, 6. Januar 2015

Erscheinung des Herrn, Dreikönigswasser, Sternsinger etc.


Dieser Eintrag hätte eigentlich schon vor einigen Tagen erscheinen sollen, aber zuweilen wird man doch etwas vergeßlich...
Heute ist also das Fest der Erscheinung des Herrn. So findet am Vorabend oder auch am Feste selbst vielerorts die Weihe von Dreikönigswasser statt. Immer wieder wird nach dem korrekten Rituale dafür gefragt. Es findet auf Introibo-net.

Scheinbar nicht auszurotten ist die Ansicht, die Buchstaben C+M+B, welche die Sternsinger resp. Meßdiener vielerorts an die Türstürze schreiben, stünden für "Christus mansionem benedicat", d. i. "Christus segne dieses Haus (Wohnung)". Dem ist nicht so, wie eindeutig zu sehen ist, wenn man sich das Weihegebet für die Kreide im Rituale Romanum ("außerordentliche Form") einmal ansieht:

Benedictio cretae in Festo Epiphaniae

V/. Adjutorium nostrum in nomine Domini.
R/. Qui fecit caelum et terram.
V/. Dominus vobiscum.
R/. Et cum spiritu tuo.
Bene + dic, Domine Deus, creaturam istam cretae : ut sit salutaris humano generi; et praesta per invocationem nominis tui sanctissimi, ut, quicumque ex ea sumpserint, vel in ea in domus suae portis scripserint nomina sanctorum tuorum Gasparis, Melchioris et Baltassar, per eorum intercessionem et merita, corporis sanitatem, et animae tutelam percipiant. Per Christum Dominum nostrum. R/. Amen.
Et aspergatur aqua benedicta.

Zu deutsch: Segne, Herr und Gott, dieses Geschöpf der Kreide. Laß sie dem Menschengeschlechte zum Heile gereichen und gewähre durch die Anrufung Deines Heiligsten Namens, daß alle, die davon nehmen oder damit die Namen Deiner Heiligen Caspar, Melchior und Balthasar auf die Türen ihres Hauses schreiben, durch deren Fürbitte und Verdienste Gesundheit des Leibes und das Heil ihrer Seele empfangen. Durch Christus, unseren Herrn. R./ Amen. 

Über das, was in nachkonziliaren Ritualien aller Art und Herkunft an Deutungsversuchen zusammengeschustertgebastelt wurde und wird, soll hier mit Anstand geschwiegen werden.

Auch über die Aufkleber, auf denen der Segensspruch schon aufgedruckt ist, brauchen wir hier nicht zu debattieren: Das ist Unfug im allerschlimmsten Sinne und sollte keinesfalls geduldet werden! Einzig tolerierbar ist ein dunkler Klebestreifen, auf den der Ministrant mit der gesegneten Kreide den Segensspruch anbringen kann. Dies kann bei modernen Türen mit glatter Oberfläche recht hilfreich sein.

Interessant ist auch, was da so alles vor sich hingemurmelt gesungen wird... Es gibt oft altüberlieferte Weisen, die in den verschiedenen Landstrichen gebräuchlich sind/waren. Sie gilt es als örtliche Tradition unbedingt zu bewahren. Für alle, bei denen keine alte Sondertration besteht und die nicht auf das zumeist mehr als seichte Liedgut der letzten 30 Jahre zurückgreifen möchten, hier ein ebenso einfacher, wie volksliturgisch korrekter Vorschlag:

1. Es führt drei König Gottes Hand mit einem Stern aus Morgenland
zum Christkind durch Jerusalem in einen Stall nach Bethlehem.
Gott, führ auch uns zu diesem Kind und mach aus uns sein Hofgesind‘!

2. Aus Morgenland in aller Eil', sie reisten weit, viel hundert Meil!
Sie zogen hin zu Land und See, bergauf, bergab, durch Reif und Schnee.
Zu Dir, o Gott, die Pilgerfahrt uns dünke nie zu schwer und hart.

3. Sie kehrten bei Herodes ein, am Himmel schwand des Sternes Schein;
doch wie zum Kind sie eilig gehn, den Stern sie auch von neuem sehn.
Gott, laß das Licht der Gnad‘ uns schaun, auf Deine Führung fest vertrau‘n!

4. Und überm Haus, wo's Kindlein war, stand still der Stern so wunderbar;
da knieen sie und weih‘n dem Kind Gold, Weihrauch, Myrrh' zum Angebind‘.
Gott nimm von uns als Opfergut, Herz, Leib und Seele, Ehr und Blut!

5. Durch Weihrauch stellten fromm sie dar, daß dieses Kind Gott selber war;
die Myrrh' auf seine Menschheit wies, das Gold die Königswürde pries.
O Gott, halt uns bei dieser Lehr, dem Irrtum und dem Abfall wehr!

Interessant ist ebenfalls die Weihe von Dreikönigszetteln, die die Sternsinger überbringen bzw. die nach der Weihe in der Kirche ausgegeben werden können. Hier ein älteres Beispiel, oben kann handschriftlich die Jahreszahl eingefügt werden: