Mittwoch, 8. Oktober 2014

Unbequeme Kirchenmöbel

"Sams­tagnach­mit­tags be­steht die Ge­le­gen­heit zum Emp­fang des Buß­sa­kra­men­tes im Wall­fahrts­ort Klei­nen­berg. Lei­der ist die­ser zur­zeit nur in der Pfarr­kir­che möglich, da die Wall­fahrts­ka­pel­le nicht über ein zeit­gemäßes Beicht­zim­mer verfügt…"
(Aus der Pastoralvereinbarung für den Pastoralverbund Lichtenau i.W.)

Das finde ich aber jetzt komisch...
In der Kleinenberger Wallfahrtskirche steht ein einwandfrei funktionierender Barockbeichtstuhl. Er ist zwar auf der Pönitentenseite nicht sooo bequem, aber man beichtet schließlich auch nicht, um es sich bequem zu machen. Oder stößt sich die Geistlichkeit vielleicht an den beiden Engeln, die auf dem Beichtstuhle mahnend zwei Schilder halten mit den Worten "Bekennen!" und "oder Brennen!" ? Oder hat man diese modernen "Beichtkammern" so gern, weil man sie als praktischen Abstellraum gebrauchen kann? Fragen über Fragen...

Auch Jürgen hatte sich bereits vor einiger Zeit mit dieser Problematik befaßt. Wer sich selbst ein Bild von der "Möblierung" machen möchte kann dies hier tun.
Besagte Pastoralverinbarung beklagt recht intensiv die Möblierung der Wallfahrtskirche, vor allem auch die sehr unbequemen, ja dem modernen Menschen kaum zumutbaren Barockbänke. Derartige Unbquemlichkeit trage entscheidend zum Wallfahrerschwund bei, so wird in dem Dokument eifrig vermutet. Also bitte: Wenn man denn schon in der "Steuerungsgruppe" des "Pastoralverbundes" nichts besseres zu tun hat, als sich über die angeblich unbequemeMöblierung der Gotteshäuser auszulassen, dann beklage man die wirklich unmöglichen Küchenstühle, die seit Jahrzehnten den hinteren Bereich der Kleinenberger Wallfahrtskirche mehr als verunzieren!

Kommentare:

  1. Also ich finde ja die Zentralkredenz (trotz ihrer höchstbarocken Asymmetrie) deutlich schlimmer als die Stühle

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  2. In der Pastoralvereinbarung steht:
    »Weiterhin ist die Infrastruktur zu betrachten. Die Baulichkeiten befinden sich in einem äußerst desolaten Zustand. Zu erwähnen ist hier insbesondere die schlechte Qualität der Sitzbänke in der Wallfahrtskirche sowie der restaurierungsbedürftige Zelebrations­altar.«

    Das Problem mit dem Zelebrationsaltar ist sehr einfach und ko­stengünstig lösbar: Einfach den Altar entfernen.
    In dem kleinen Altarraum, sind zwei Altäre einfach zu viel.

    Das Benutzen der Kniebänke ist bei manchen (z.B. der letzten Bank) allerdings ein wahres Bußwerk.


    Wenn ich mir die »Herausforderungen« (Punkt 5.3.7.5) in der Pa­sto­ralvereinbarung durchlese, so gewinne ich nicht den Eindruck, als sei man über die Entwicklung des Rückgangs der Pilger trau­rig. Es entsteht irgendwie das Gefühl als seien die Leute froh, daß sie in absehbarer Zeit den „Klotz am Bein“ los sein werden. Wie gesagt: ist nur so ein Gefühl.

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