Mittwoch, 28. Mai 2014

Paderborn: Orgie verdrängt Prozession

Wie jüngst hier zu erfahren war, verdrängt neuerdings in Paderborn eine Sauf und Freßorgie (was anderes fällt mir zu dieser merkwürdigen Veranstaltung nicht ein) eine angestammte Sakramentprozession, die dafür ihren Weg verlegt und verkürzt.
Skandalös daran ist aber nicht nur die Unverschämtheit der sogenannten Werbegemeinschaft, sondern auch und vor allem die Tatsache, daß die Kirche das anscheinend fast ganz ohne jeden Widerstand so hinnimmt!
Priester und Volk dürften eigentlich in einer solchen Situation keine Scheu haben, ihre Prozession trotzdem den alten Weg entlangzuführen. Dazu böte sich folgendes Liedgut an:




1. Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land,
aus ew'gem Stein erbauet von Gottes Meisterhand.
Gott! Wir loben dich. Gott! Wir preisen dich.
O laß im Hause dein uns all geborgen sein!

2. Gar herrlich ist's bekränzet mit starker Türme Wehr,
und oben hoch erglänzet des Kreuzes Zeichen hehr.
Gott! Wir loben dich…

3. Wohl tobet um die Mauern der Sturm in wilder Wut;
das Haus wird's überdauern, auf festem Grund es ruht.
Gott! Wir loben dich…

4. Ob auch der Feind ihm dräue, Ansturm der Hölle Macht:
Des Heilands Lieb und Treue auf seinen Zinnen wacht.
Gott! Wir loben dich…

5. Dem Sohne steht zu Seite die reinste der Jungfraun;
um sie drängt sich zum Streite die Kriegsschar voll Vertraun.
Gott! Wir loben dich.

6. Viel tausend schon vergossen mit heil'ger Lust ihr Blut;
die Reihn stehn fest geschlossen in hohem Glaubensmut.
Gott! Wir loben dich…

7. Auf eilen liebentzündet auch wir zum heil'gen Streit;
der Herr, der's Haus gegründet, uns ew'gen Sieg verleiht!
Gott! Wir loben dich…
(Textfassung: Sursum Corda, Ausgabe 1948, Einheitslied für alle Bistümer)


 N.B.: Nicht, das jemand auf die Idee kommt, diesen Text satirisch zu sehen. Es ist mir durchaus ernst!

Kommentare:

  1. Da hat wohl die Mehrheit gewonnen. 100% aller Paderborner essen regelmäßig aber nicht mal 50% sind heute noch Mitglied in der RK Kirche.

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    1. Das Mehrheitsargument ist natürlich (er)schlagend. ^_^
      Allerdings: Über 99% der Paderborner haben auch regelmäßig Stuhlgang… Was wäre dann daraus für die Innenstadt zu folgern?

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  2. Ich gehe mal davon aus, daß der Propst seine Gründe gehabt hat, der Freßorgie aus dem Weg zu gehen. Auch möchte ich darauf hinweisen, daß am Sonntag viele Teilnehmer der Prozession nicht mehr die Jüngsten sein werden und für jeden Meter Abkürzung dankbar sein werden.

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  3. Ich kann diese widerspruchslose Einknickerei nicht mehr haben.
    Wie schon so oft geschrieben und gesagt: Mit dieser Gurkentruppe von Geistlichkeit wäre im alten Rom nicht eine Katakombenkirche entstanden.
    Mannomann!

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