Mittwoch, 5. Februar 2014

5. Februar: Fest der Hl. Jungfrau Agatha

In Ostwestfalen haben heute die Feuerwehren ihren Festtag. Früher waren in den meisten Dörfern die Jahreshauptversammlungen der Freiwilligen Feuerwehr an ihrem Feste oder am folgenden Samstage.
Das ging soweit, daß man im allgemeinen Sprachgebrauch nicht zur Feuerwehrversammlung sondern "nach Agatha" ging. Der andernorts als Feuerspatron so beliebte Hl. Florian konnte neben der Hl. Agatha in Westfalen nicht so recht Fuß fassen. Patronin gegen Feuersgefahr ist und bleibt hier die Hl. Agatha von Catania.
Heute wollen wir uns ein wenig mit dem fast ausgestorbenen Festbrauchtum befassen. Da wären zunächst Agathazettel und -brote.

Agathazettel  sind am Feste der Hl. Agatha (5. Februar)  gesegnete Zettel mit einem Memorientext und einem Fürbittgebet, gelegentlich auch mit einer Darstellung der Heiligen Agatha.
Die Inschrift der Agathazettel lautet:
 Mentem sanctam, spontaneam, honorem Deo et patriae liberationem („Du heiliges Gemüt, das Gott die Ehre gegeben und das Vaterland errettet hat“). 
Diese Worte standen der Überlieferung nach auf einer Marmortafel, die von einem Engel auf das Grab der Hl. Agatha gelegt wurde. 
Gelegentlich wird sie um den Zusatz Ignis a laesura protege nos, o Agatha pia („Heilige Agatha, bewahre uns vor Verletzung durch Feuer“) ergänzt. 
Manchmal waren die Agathazettel in deutscher Sprache beschrieben, etwa mit:
Heil’ge Agatha, Christi Braut:
Dies Haus soll sein dir anvertraut!
Beschütze es vor Feuers Brand,
dazu das ganze Vaterland.
Verleih‘ uns  einen heil’gen Sinn,
Führ‘ einstmals uns zum Himmel hin!
Neben ihrer Funktion als Feuerbanner können Agathazettel auch als Helfer in Anliegen der Mütter dienen. Agathazettel werden entweder direkt in der Kirche ausgegeben oder nach dem Kauf am Agathatag gesegnet. Oft werden sie zur Weihe in die seit dem 16. Jahrhundert ebenfalls als Heil- und Schutzmittel verwendeten Agathabrötchen gesteckt, die meist wie kleine Brüste geformt sind. Die Zettel können in den Häusern aufbewahrt werden, wo sie oft an den Türen angebracht oder ins brennende Feuer geworfen werden. Es wurde auch berichtet, daß Kinder das Agathagebet auf Papier schrieben und dies mit bunten Verzierungen versahen. Die Zettel werden in der Kirche gesegnet und Nachbarn und Freunden übergeben.


Zum Schluß das hiesige alte Festlied, entnommen unserem Diözesangesangbuch 
Sursum Corda, Ausgabe 1874, Nr. 309.  
Die Melodie ist identisch mit dem Liede "Nun laßt uns alle ehren, Sanct Bonifatium"



Kommentare:

  1. Die Melodie ist eigentlich eine Variante der Liedes "Beim letzten Abendmahle" - vor allem in den Binnenversen wird das besonders deutlich.

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  2. Stimmt, die Melodie ist auffallend ähnlich. Hier im EB Paderborn fiel das nicht so ins Gewicht, da "Beim letzten Ostermahle" bei uns eine komplett andere Melodie hatte, als die in den meisten Bistümern (und im GL) gebräuchliche.

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