Mittwoch, 29. Januar 2014

Armutsideal trifft Prunksucht

Ich gebe offen zu, daß auch ich zu jenen gehöre, denen das öffentliche Auftreten unseres regierenden Hl. Vaters nicht sehr gefällt. Die andauernde "Armut-Spielerei" nervt einfach nur. Monatelang habe ich den alten Zeiten hinterhergetrauert und mußte mich mit dem wehmütigen Anschauen längst vergilbter Bilder zufrieden geben. Betrachten darf man so etwas natürlich nur im stillen Kämmerlein, sonst wird einem sofort "Protz- und Prunksucht" vorgeworfen. Dabei stimmt das alles nicht. "Traditionskatholiken" (ich liebe dieses Wort nicht!) sind nicht prunksüchtig! Sie sind auch nicht protzsüchtig!
Auch die konservativen Gläubigen haben das Armutsideal unseres Hl. Vaters ganz zu ihrem Anliegen gemacht.  Konservativ ohne barocke Prunksucht? Geht denn das? 
Aber ja, und hier ist das neueste Beispiel:
Der dem Armutsideal so ganz entsprechene Laubsäge-Kirchenkronleuchter der Marke "VATIKEA", einfach herstellbar aus Reste-Sperrholz vom Baumarkt, ein paar Tropfen Leim und etwas Ölfarbe oder Goldbronze. Derzeit laufen Verhandlungen der Vertreiberfirma "VATIKEA", das Modell demnächst als arbeitstherapeutische Maßnahme in Zuchthaus-Schreinereien kostengünstig herstellen zu lassen. 
Und hier ist er, Zierstück für jedes Gotteshaus und dabei dem Armutsideal verpflichtet:





Für etwas höhere Ansprüche und feierliche Anlässe hier das Modell  "Pius V":





Beide Ausführungen können mit Stearin-, Paraffin- oder Unschlittkerzen betrieben werden. Bienenwachskerzen sind wegen des Armutsideals weniger zu empfehlen. Ein Betrieb mit elektrischen Kerzen ist möglich, sollte aber sorgfältig abgewogen werden. Erstens ist elektrisches Licht für Millionen von Menschen unerhörter Luxus, zweitens ist es, wohl aus eben dieses Gründen, schon vor langen Jahren vom Hl. Vater für kirchlichen Gebrauch verboten worden. Ein Verbot, dem sich u. a. die prunkliebende deutsche Kirche bis heute in unerhörter Dreistigkeit widersetzt.


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