Donnerstag, 25. Dezember 2014

Gesegnete Weihnachten!

1. O Gottes eingeborner Sohn, als Mensch uns heut geboren, 
Du stiegst herab von Deinem Thron, zu retten, was verloren.
Du kamst voll göttlich großer Huld, zu sühnen unsre Sündenschuld,
o, welche Lieb und Gnade!

2. Du steigst herab auf den Altar als Mittler für uns Sünder, 
bringst selber Dich zum Opfer dar zum Heil der Menschenkinder.
Wie soll ich danken, Herr, dafür? Sie mich zu Füßen liegen Dir;
nimm mich zum Opfer wieder!

T: Sursum Corda 1874
W: ebdt, nach P. Sohren 1668


Montag, 22. Dezember 2014

Weihnachtsmessen in Paderborn

Herzliche Einladung zu den Hl. Messen in der außerordentlichen Form des römischen Ritus während der Weihnachtszeit in Paderborn:

Hoher Dom: jeweils um 18.30 Uhr in der Krypta
Gaukirche St. Ulrich am Domplatz: jeweils 11.00 Uhr 

Nachtrag: Jürgen wies gerade darauf hin: 
Am 24.12. ist um 7.30 Uhr noch  eine Hl. Messe zum Vigiltag von Weihnachten im Hohen Dom (Wahrscheinlich Marien- oder Josephskapelle, einfach mal schauen, wo das Gitter geöffnet ist!)



Do, 25.12. 
Gaukirche
Heiliges Weihnachtsfest,  I. Klasse.
Fr,  26.12. 
Gaukirche
Hl. Erzmärtyrer Stephanus,  II. Klasse.
So, 28.12. 
Gaukirche
Sonntag in der Weihnachtsoctav, II. Klasse.
Do, 01.01. 
Gaukirche
Fest der Beschneidung des Herrn 
(Octavtag von Weihnachten), I. Klasse.
So, 04.01. 
Gaukirche
Fest des heiligsten Namens Jesu, II. Klasse.
Mi, 07.01. 
Domkrypta
Vom Tage, IV. Klasse,  
So, 11.01. 
Gaukirche
Fest der Hl. Familie,  II. Klasse.
Mi, 14.01.
Domkrypta
Hl. Hilarius, Bischof u. Kirchenlehrer,  III. Klasse
So, 18.01. 
Gaukirche
2. Sonntag nach Erscheinung,  II. Klasse.
Mi, 21.01.
Domkrypta
Hl. Agnes,  III. Klasse
So, 25.01.
Gaukirche
3. Sonntag nach Erscheinung,  II. Klasse.
Mi, 28.01.
Domkrypta
Hl. Petrus Nolascus,  III. Klasse
So, 01.02.
Gaukirche
4. Sonntag nach Erscheinung,  II. Klasse.

Fest des Hl. Apostels Thomas

Da habe ich doch glatt gestern das Fest des Hl. Apostels Thomas* vergessen. Irgendwie ist es im Adventssonntag völlig aufgegangen. Damit er auch noch zu seinem Recht kommt, soll hier wenigstens ein schönes Bild folgen: 



* In diesem Blog gilt wie immer der alte Festkalender!

Kurz vor Weihnachten folgt heute das finale Aufgebot himmlischer und irdischer Spendensammler:







Dienstag, 16. Dezember 2014

Nickende Himmelsboten

Auch himmlische Wesen bedanken sich eifrig:




Sonntag, 14. Dezember 2014

Standardmodell...

...aber trotzdem schön:


Freitag, 12. Dezember 2014

Weitersammeln...

kein Problem, hier mal eines der selteneren Modelle:



Mittwoch, 10. Dezember 2014

Es wird weiter genickt!

Hier sind die nächsten zwei:



Dienstag, 9. Dezember 2014

Eifrige Spendensammler

Und hier kommen die nächsten eifrigen Sammler. Der obere ist recht praktisch, wenn man gerade keinen Ministranten zur Hand hat, der den Klingelbeutel bedienen kann!







Montag, 8. Dezember 2014

Mariä Empfängnis

1. Reinste Jungfrau von uns Sündern, von uns armen Erdenkindern, nimm der Ehrfurcht Opfer an, laß uns Dir lobpreisend nah’n!
2. Unbefleckte, ewig Reine, heil’ge, wie der Heil’gen keine: wer ist Dir an Würde gleich, wer so huld- und gnadenreich?
3. Rein und makellos empfangen, nährtest Du nur das Verlangen, sündenfrei in Heiligkeit Gott zu dienen allezeit.
4. Heiligste der Erdentöchter, alle gläubigen Geschlechter preisen Dich mit frommem Sinn als des Himmels Königin!
5. Gottes reine Engelchöre nennen Dich der Menschheit Ehre, rühmen laut und hocherfreut Deines Herzens Reinigkeit.
6. Hoch hat dich der Herr dort oben in der Sel’gen Reich erhoben; wie einst Deiner Tugend Glanz, strahlet nun Dein Siegeskranz.

7. Mutter, unbefleckte, Milde, hilf, daß wir nach Deinem Bilde heilig leben in der Zeit, selig in der Ewigkeit!

Textfassung: Sursum Corda, Ausgabe 1874.

Weihnachten zum ersten

Neulich, im Hohen Dom. Ein Ministrant kommt aus der Sakristei und wird von einer Familie erspäht, die gerade mit ihrem vielleicht 7jährigen Sohn aus dem rechten Querschiff (Pfarrwinkel) kommt. Höflich fragt der Vater den Ministranten, wann denn die Krippe aufgebaut würde. Dieser antwortet, daß das zu Weihnachten gemacht würde, nun sei ja erst einmal Advent. "Ach, so", sagt der Vater mit leichter Enttäuschung in der Stimme, "wir dachten nur, weil ja der Weihnachtsmarkt auch schon ist..."
Seufz...

Freitag, 5. Dezember 2014

Nickfiguren 2

Und hier sammelt der nächste im Auftrage des Hl. Antonius:

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Nickende Spendensammelfiguren

Meine Vorliebe für sich artige bedankende Spendensammelfiguren ist ja hinlänglich bekannt. Modernistische Reformpädagogische Kreise in unserer Kirche verunglimpfen sie zumeist als "Nickneger" und wollen sie seit Jahrzehnten aus unseren Kirchen verbannen, was ihnen aber nicht recht gelang. Mittlerweile feiern solche Figuren fröhliche Urständ. Ich werde von jetzt ab täglich eine solche Fiugr hier einstellen, um einmal die Vielfalt dieser eifrigen Sammlerschar aufzuzeigen. Es sind bei weitem nicht nur Afrikaner, die da eine milde Gabe erbitten.
Den Anfang macht heute die private Spendensammeldose von H.H. Pater Anselm Grün aus Münsterschwarzach:


Mittwoch, 3. Dezember 2014

3. Dezember: Hl Franziskus Xaverius

Heute ist das Fest des Hl. Franziscus Xaverius, Apostel Indiens und Japans.

Zum Hl. Franziscus Xaverius
1. Wir fallen Dir zu Füßen, Xaveri, Wundermann!
Demütig wir Dich grüßen, um Hilf‘ dich rufen an.
Dein Herz woll‘ zu uns lenken in diesem Jammertal,
und unser jetzt gedenken im hohen Himmelssaal.

2. Gott hat Dich vorbereitet, zu mehren seine Ehr‘;
Nach Indien Dich geleitet, zu künden Christi Lehr‘:
Die Kreuzfah’n vorzutragen der blinden Heidenschaft,
der neuen Welt zu sagen des Namens Jesu Kraft.

3. So wardst Du auserkoren zu vieler Seelen Heil,
auf daß sie, sonst verloren, am Himmel nehmen teil.
Wie viele Du getaufet mit Deiner Wunderhand
und von der Höll erkaufet, ist Gott allein bekannt.

4. O starker Held im Glauben, in Lehr‘ und Wundertat,
hilf, daß kein Feind mög rauben uns Jesu Christi Gnad.
Auf daß wir Christum ehren in aller Pein und Not
und seinen Ruhm vermehren im Leben und im Tod.

5. Hilf, daß sich auch bekehre, was noch im Irrtum ist,
all Ketzerei aufhöre, samt falscher Schlangenlist.
Daß alle, aufgenommen zum wahren Glaubenslicht,
mit uns in Frieden kommen vor Gottes Angesicht!

Textfassung: Sursum Corda, Ausgabe 1874, Nr. 304
Mel: GL 706, „Wir beten an und loben…“

Für alle, die nicht aus der Erzdiözese Paderborn kommen: Die Melodie des Liedes "Wir weih'n der Erde Gaben..." (Gl 187) paßt ebenfalls!

Dienstag, 2. Dezember 2014

Schmalspurtumba

Kein Platz für ein levitiertes Requiem? Chroraum viel zu klein? Altar ist zu klein geraten? Absolution an der Tumba aus Raumgründen nicht möglich?
Alles nur Ausflüchte! Es muß nicht unbedingt wie hier zugehen, wenngleich das natürlich der Idealfall ist.

Die Engländer haben den Beweis angetreten!

Hier gibt es die übrigen Bilder zu sehen.

Freitag, 28. November 2014

Islam erobert europäischen Fußball

Die schleichende Islamisierung des ehemals christlichen Abendlandes geht munter weiter. Mehr dazu gibt es beim Kreuzknappen zu lesen.

Montag, 24. November 2014

Taufgedenken in der pastoralen Praxis

Taufandenken sind im heutigen Devotionalienhandel nicht immer einfach zu bekommen. Auch ist das Gedächtnis an die eigene Taufe bei den meisten Christen nicht (mehr) sehr ausgeprägt. Dieser Tage fiel mir nun ein recht schönes Taufandenken in die Hände, welches sich leicht reproduzieren läßt und durch seine hübsche Gestaltung besticht. Es sei der Leserschaft daher nicht vorenthalten. 


Donnerstag, 20. November 2014

Anregungen für die Ministrantenpastoral

Für die Ministrantenarbeit nicht unentbehrlich, aber, wie ich finde, sehr hilfreich:

http://www.catholicextension.org/blog/2014/10/16/father-peter-1943-cutouts-booklet-catholic-extension

Und so sieht es dann aus, wenn man in die praktische Anwendung einsteigt:

http://offerimustibidomine.blogspot.de/2014/11/in-strict-agreement-with-all-rules-of.html


Mittwoch, 19. November 2014

Der Mond ist aufgegangen: Totengebet modern

Totenbeten war in unserem kleinen, abgeschiedenen Dorfe eigentlich immer ganz einfach: Bis es 1966 eine Totenhalle an der Kirche gab, betete man an den drei Abenden vor der Beerdigung im Trauerhaus mit den Nachbarn am Sarge den schmerzhaften Rosenkranz, gefolgt vom Ame-Seelen-Gesätz*. 
Mit Einführung besagter Totenhalle wurde das Beten in die Kirche verlegt, erfolgte aber nur noch einmal am Abend vor dem Begräbnis. Als Ende der 1990iger Jahre die Vorbeterin, bei der das Beten auch "bestellt" wurde, verstarb, verschäfte sich die Situation. Man suchte nicht nach einer Nachfolgerin, sondern  einige Damen des "Müttervorstandes" übernahmen das Geschäft. Ab sofort wurde kreativ gestaltet: Gesätze wurden nur halb gebetet, Lieder eingestreut, etc. Besagtes Arme-Seelen-Gesätz war ab sofort tabu. Vor etwa 3 Jahren nun wurde das Totenbeten durch eine im Orte wohnende studierte Theologin und Organistin, sowie durch einige ihrer Bekannten übernommen. Seither sinkt das Niveau bedenklich. Statt für den Verstorbenen zu beten, ergeht man sich großteils in meditativen, aber bedeutungslosen Texten. Der Rosenkranz wird überhaupt nicht mehr gebetet, da ihn "die Leute als langweilig empfinden und das so ja auch schöner ist, mit mehr Abwechslung." Aha. Gestern nun war wieder Totenbeten. Mit 90 Jahren war mein Nachbar und unser aller Gastwirt in die Ewigkeit gegangen, der übrigens Zeit seines Lebens trotz der Gastwirtschaft nie in der Kirche fehlte.
Schon vor Beginn der "Veranstaltung" hatte der "große Plumps" stattgefunden. Die kirchlich nicht mehr sozialisierte Familie und Verwandschaft sowie der Rest der nicht gerade zahlreichen AnwesendInnen hatte sich gesetzt und blieb auch während des gesamten Totenbetens einschließlich des Singens bequem sitzen. Zwischen Altar und Tabernakel stand auf einer Staffelei ein riesiges Photo des Verblichenen, angestrahlt von einem Bodenscheinwerfer. Das ist so eine Masche unseres neuen Beerdigungsunternehmers, mit der er den rührselig veranlagten Leuten ohne liturgischen Sensus das Geld aus der Tasche zieht. 
So jagte nun eine Meditation über Leben und Leben lassen und Abschied nehmen die andere. Besonders unangenehm ist folgendes: die Theologen-Organistin und ihre Gehilfin nehmen ein Funk-Microphon mit auf die Orgelbühne und beten von dort oben. So wird man des Vorbeters nicht ansichtig, die Stimme kommt "aus dem off" und man meint die ganze Zeit, eine stimmungsvolle Radiosendung zu hören. Schlimm. Obwohl das neue Gotteslob in hiesiger Erzdiözese über einen gut sortierten Diözesananhang mit Arme-Seelen-Liedern verfügt, wurden sie bis auf das unvermeidliche "Wir sind nur Gast auf Erden" nicht mehr gesungen. Dafür erprobte die theologisch vorgebildete Organistin zwei neue merkwürdige Lieder aus dem Stammteil, die keiner konnte und mitsang. Gesang kam sowieso nur von der Restgemeinde, die Anverwandtschaft saß und schwieg vor sich hin. "Jesu Dir leb ich", war wahrscheinlich als Zuckerstückchen für die Ewiggestrigen gedacht. Nachdem man dann auch noch den letzten Grundsatz der Totenliturgie gänzlich vergessen hatte und  "uns der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist" mit der Stimme aus dem off gesegnet hatte**, kam das Schlußlied. Bislang immer das von allen eifrig gesungene "Herr, gib Frieden dieser Seele!" Nun denn, diesmal wurde es nicht gesungen. Dafür sang man "DER MOND IST AUFGEGANGEN", Strophe 5 bis 7! Daß der Gesang mehr als kläglich war, konnte mich nicht mehr trösten. 
Jedweder katholische Sensus ist in unserer Kirche infantiler Beliebigkeit gewichen. 
Man tut gut daran, seine eigene Beerdigung bis ins kleinste Detail vorzuplanen. Vor dem sogenannten "Seelenamt" am heutigen Nachmittage fürchte ich mich jetzt schon...

* Das Arme-Seelen-Gesätz wird dem schmerzhaften Rosenkranz angehängt und hat folgendes, leicht verändertes Ave-Maria:
"Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnaden, der Herr ist mit Dir. Du bist gebendeit unter den Frauen, und gebendeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus, der sich der Armen Seelen erbarmen wolle. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für die Armen Seelen im Fegefeuer, auf daß sie bald erlöset werden."

** Nachkonziliare Unsitte, am Ende von Requiem und anderen Totenliturgien den Segen zu spenden. Aller Segen gehört in diesen Liturgien den Armen Seelen zugewendet. Früher sagte man: "Den Armen Seelen nicht den Segen stehlen." Beim Totenbeten kann grundsätzlich kein Segen gegeben werden, da es Laien abhalten. Auch die erwähnte Form "segne uns" ist definitiv nicht zulässig!

19. November: Fest der Hl. Elisabeth von Thüringen

Zum heutigen Festtage habe ich mal ein wenig in der Bilderkiste gekramt:


Mittwoch, 12. November 2014

Jugendhaus Hardehausen

Das Jugendhaus Hardehausen, untergebracht im dortigen, einstigen Zisterzienserkloster, möchte seine aus den 1960ger Jahren stammende Kirche umgestalten. Die romanische Klosterkirche fiel leider nach der Säkularisation preußischer Barbarei zum Opfer.
Die jetzige Kirche in Hardehausen ist gewiß nicht schön, aber sie hat wenigstens den Vorteil, noch einen erhöhten Chrobereich und einen vernünftigen, genügend großen Altar zu haben. Das wird nach einem Umbau gewißlich nicht mehr so sein, die Lage wird sich also weiter verschlechtern. Wenn ich mir das Planbild anschaue, überkommt mich das Gruseln. Der vorgebaute "Betonraum" scheint mir in die Grundfläche der mittelalterlichen Klosterkirche (also in einen archäologisch schützenswerten Bereich) hineinzuragen. Zudem steht in unmittelbarer Nähe die mittelalterliche und architektonisch seltene Michaelskapelle ("Arme-Seelen-Kapelle") mit Beinhaus. Beton meets Gothic? Na Mahlzeit. Das ganze sieht nach arger Geldverbrennerei aus.
Über die geistliche bzw. liturgische Notwendigkeit eines solchen Umbaus will ich mich hier nicht auslassen, das ist an anderer Stelle bereits ganz trefflich geschehen.

Donnerstag, 6. November 2014

"Katholiban" im Wallfahrtsort

Vor einigen Tagen war ich zu Gast in einem Marienwallfahrtsort irgendwo in Westfalen. Seit Jahrhunderten wird die "Helferin vom großen Tale" nun schon dort verehrt. Neben der schönen Wallfahrtskirche gibt es auch ein "Muttergottesbrünneken" mit Lourdesgrotte und einer kleinen Kapelle. 
Schon immer haben die Gläubigen dort das Wasser aus der Quelle getrunken, bei Augenleiden soll es des öfteren geholfen haben. Niemals in der Geschichte wurde es von irgendwelchen Ämtern untersucht und nie ist jemand nach seinem Genusse krank geworden oder gar verblichen. Das Gegenteil ist der Fall. Bis in unsere Zeit wenden sich immer wieder genesene Pilger mit Dank an die Gnadenmutter. 
Wo solcher Friede sich breitet, können EUdSSR -Bürokratie und preußischer Amtsschimmel nicht weit sein, um selbst den Betern mit ihren Vorschriften das Leben zu vermiesen.
Die für den Ort zuständige politische Gemeindeverwaltung bemerkte unlängst, daß das Wasser dieser Quelle nicht lebensmittelrechtlich untersucht sei und stellte inmitten neugotischer Gartengestaltung, unmittelbar neben dem besagten Brünneken, eines jener scheußlichen, großen und blechernen Hinweisschilder auf, welches in 10 cm großen Lettern den Betern kundtut:
KEIN TRINKWASSER!
Man komme mir jetzt nicht mit Nitratgehalt und ähnlichem Gedöns. Es handelt sich um eine Wallfahrtsstätte, an der mehr Leute geheilt als krank geworden sind. Basta. Gerechte Empörung unter den Gläubigen machte sich breit. Am liebsten hätte man das Schild ja abgesägt. Das aber wäre Sachbeschädigung und eine Straftat gewesen. Zwar war man der Meinung, das Absägen eines solchen Schildes sei nur eine kleine Läßlichkeit, die "sogar noch der Küster vergeben" könne. So ganz verlassen mochte man sich aber doch nicht auf die selbstgeschneiderte Moraltheologie. Da stand nun also immer noch das Ärgernis in Form des von der ohnehin ungeliebten Stadtverwaltung hingestellten Schildes. 
Nun sind ja bekanntlich Westfalen und Bayern jene Volksgruppen, die bei der Wahrung ihrer altüberlieferten Rechte auch einmal zu unkonventionellen Mitteln greifen. Seit einiger Zeit nun kann man das Schild nicht mehr lesen. Was ist geschehen? Ein mutiger Westfälischer Katholiban hat das städtische Machwerk bei Nacht und Nebel (da bekommt das Wort "Dunkelkatholik" eine ganz neue Bedeutung!) schwarz überstrichen. Mit Ölfarbe? Nein, das wäre ja wieder Sachbeschädigung, s. o.  Eine dicke Schicht triefendschwarzen Altöls überdeckt dick und klebrig den lästerlichen Schriftzug. In diesem dezenten Schwarz paßt das Schild auch sehr viel besser zur gärtnerischen Gestaltung der Anlage und ihrer neugotischen Architektur. 
Den städtischen Amtseseln möge es zur Warnung dienen. Falls sie das Schild wieder blankputzen, könnte ich nicht dafür garantieren, daß die Einwohner Großentals ihrer himmlischen Gnadenmutter nicht doch mit der Eisensäge zu ihrem Recht verhelfen... 
Meinen Segen hätten sie.

Dienstag, 4. November 2014

Sedletz

Zum Arme-Seelen-Monat mal ein Blick hinaus aus dem Hochstift. Hier geht es zu einem der schönsten Beinhäuser Europas im Kloster Sedletz bei Kuttenberg.

Sonntag, 2. November 2014

Allerseelen



Leider ist es heute keine "Mode" mehr, der Armen Seelen im Fegefeuer zu gedenken. Wir wollen es hier einmal mit einem Lied aus dem alten Paderborner Diözesangesangbuch "Sursum Corda" (Ausgabe 1874-1948) tun:

1. O Vater der Barmherzigkeit; sieh an die armen Seelen.
Gedenk an Deine Gütigkeit, laß sie nicht länger quälen!
Sie leiden zwar für ihre Schuld, doch sind sie treu geblieben;
O Vater, zeig bald Deine Huld, daß selig sie Dich lieben!

2. O Jesu mild, Du höchstes Gut, Dich über sie erbarme;
Für sie floß ja Dein Schweiß und Blut, nimm sie in Deine Arme.
Sie büßen ab mit großem Schmerz, was sie zuvor verschuldet.
Zeig ihnen Dein versöhntes Herz, leg ein, was Du erduldet!

3. O Gottes Lieb’, o Heil’ger Geist, o Tröster der Betrübten:
Du ihre Not und alles weißt, was sie allhier verübten.
In ihrer Not, in ihrer Qual, sie gnädig woll erquicken,
damit sie bald im Himmelssaal Dein Angesicht erblicken!

4. Maria, Meer der Gütigkeit, schau, wie die Seelen büßen.
Versöhne die Gerechtigkeit, fall Deinem Sohn zu Füßen.
Kühl ihre Flammen, ihre Pein, der Drangsal mach ein Ende;
Die Finsternis in Sonnenschein, das Leid in Freuden wende!

5. Ihr Engel hoch, das Elend schaut, darin die Seelen sitzen;
Die Euch von Gott sind anvertraut, sie treulich zu beschützen.
Ach, eilet, helft, die Not ist groß, klopft an bei frommen Herzen.
Macht sie der schweren Bürde los und ledig ihrer Schmerzen!

6. Ihr Gottesfreunde allzugleich, schaut eurer Brüder Trauern!
Ihr triumphiert im Himmelreich, in Qualen sie noch dauern.
Ihr habet auch die Pilgerschaft vollbracht auf dieser Erden;
Helft, daß sie bald durch Gottes Kraft, Euch zugesellet werden.

7. O Gott, du Quell der Gütigkeit, nimm an die heißen Tränen;
Von deiner lieben Christenheit und lasse Dich versöhnen!
Barmherzigkeit in ihrem Leid den Seelen woll’st erweisen,
daß sie bald in der Seligkeit all Deine Liebe preisen!

(Sursum Corda, Paderborn 1874, nach Heinrich Bone)

Freitag, 31. Oktober 2014

Pädagogisch wertvoll


Da sage mal einer, man könne heute kein pädagogisch wertvolles Spielzeug mehr kaufen:



31. Oktober: Fest des Hl Wolfgang von Regensburg, Vigiltag von Allerheiligen*

Heute mal was barockes!

 


*Der Häresiarch des Abendlandes aus Wittenberg wird in diesem Blog natürlich nicht gefeiert.


Dienstag, 28. Oktober 2014

Tumba

Der Arme-Seelen-Monat naht. Die meisten Gläubigen wissen heutzutage mit dem Begriff der "Tumba" nicht mehr viel anzufangen. Im novus ordo wird sie fast überhaupt nicht mehr aufgebaut, wenn überhaupt, bekommt man sie bei Requiemsmessen im außerordentlichen Ritus noch zu sehen. In Mariazell (Österreich) hat man nun die lange nicht mehr aufgestellte Tumba wieder restauriert und stellt sie zu Allerseelen auch auf. Es lohnt sich, dieses äußerst prächtige Barockkunstwerk einmal zu betrachten! Hier gibt es umfassende Informationen dazu.

Montag, 27. Oktober 2014

Wilhelm Anton macht sich Gedanken:

so manches Mal, meine lieben Diözesankinder, wenn wir von hier oben auf unser liebes kleines Vaterland hinunterschauen, müssen wir uns doch gar sehr verwunderen ob der neuen Zeiten und Zustände, so dort unbändig wüthen. Da hat nun unser jüngster Nachfolger für seine geistig totaliter darniederliegende Diöcese ein "Zukunftsbild" erstellt. Sicher, auch wir haben in unserer Amtszeit recht viele Verordnungen produzieret, aber zumeist zwang uns die politische Verwaltung unseres Fürstbisthumes dazu. Wenn wir uns aber nun dieses "Zukunftspapier" einmal genau anschauen, dann dürfen wir wohl mit vollem Rechte behaupten, daß wir immer in einer unserem Volke verständlichen Sprache geredet haben, damit sich die gemeinen Subjects auch nach unseren gnädigen Anordnungen sogleich richten konnten. 
Nun muß unser Nachfolger sein großes Bisthum trotz ungemeinen Priestermangels regieren, wie wir hörten. Und was thuen er und seine Cabinettssekretaire im sogenannten "Generalvicariat" (wie groß doch diese Behörde seit unserer Zeit geworden...)? Sie geben ein über 300 Seiten langes "Zukunftsbild" heraus, daß so langweilig und für das gemeine Volk unverständlich geschrieben ist, daß  niemand es freiwillig lesen resp. sich darnach achten werde. 
Wir wollen uns gewißlich nicht in die Angelegenheiten unseres Nachfolgers auf dem Stuhle des Hl. Hathumar einmischen, da dies nicht ziemlich sei, aber es wäre gewißlich besser gewesen, Ew. Gnaden Johannes Josephus hätten diese Unzahl Secretarii entlassen, daß ersparete Geld denen Armen zukommen lassen und hätten angeordnet, daß ein jedes getreues Diöcesankind ab sofort jeden Tag ein Pater noster, ein Ave Maria und ein Gloria patri zwecks Bestürmung des Himmels um würdigen Priesternachwuchs andächtig zu bethen sich bemühen solle. Denn wie man seit unvordencklichen Zeiten sicher weiß, hat solches Gebet schon oft Wunder gewirkt. Auch sollte man den Clerus wohl anweisen, in denen Minderstädten und Landgemeinden, so sie eine Pfarrkirche haben, gar oft daß Allerheiligste denen Gläubigen, seien es auch nur wenige, auszusetzen und eine Segens-Andacht in vorgedachtem Anliegen abzuhalten. Denn da der Himmel seinen Christenkindern schon alle Mittel gegeben, die sie zu ihrem Heile brauchen, so muß man nicht viele Seiten schreiben, die niemand versteht, und die nur denen Canzlei-Secretarii, so viel nützlicher arbeiten könnten, die Taschen füllen mit jenen Kirch-Zehnten, welche die Gläubigen dafür haben sauer aufbringen müssen. 
So verbleiben wir für heute in großer Sorge, aber doch in der Zuversicht, daß der Allmechtige Gott und unser treuer Schutzherr, St. Liborius, unsere Diöcese auch fürderhin nicht verlassen möge, auch wenn solche Schreiberlinge, wie vor genannt, sich mühen, auch noch denen letzten unserer lieben treuen Unterthanen den Hl. Glauben mit solchen Papieren auszutreiben.

Gott befohlen, Euer

+ Wilhelm Anton, durch Gottes Gnade Fürstbischof von Paderborn

P.S. Auch wir haben uns Gedancken über ein Zukunftsbild gemacht. Hier ist es:


Donnerstag, 23. Oktober 2014

Papstmesse im alten Ritus

Vor einigen Tagen war der fünfzigste Jahrestag der Heiligsprechung der ungandischen Märyrer.
Die Papstmesse an diesem Tage (18.10.1964) war die letzte feierliche Papstmesse im alten Ritus.
Wunderschöne Bilder von dieser Messe gibt es hier zu sehen.
Ich gebe es gerne zu: diese Bilder kann ich nur mit Wehmut betrachten...

Dienstag, 21. Oktober 2014

Würdige Liturgie


 Es geht doch nichts über ein ehrfürchtig und würdig dargebrachtes Hl. Meßopfer!

Wenn ich so einen dahingelümmelten Hülfsordinarius sehe, wie er auf den verlinkten Photos da herumliegt, fällt mir nur der Spruch meiner Großmutter ein: "Wenn ich so liege, Herr Doktor, geht es mir gut, verschreiben Sie mir doch ein Sofa!"
Seien wir ehrlich, mit Liturgie haben diese Spaßveranstaltungen, die leider überall Realität geworden sind, wenig bis nichts zu tun. Solcher Mißbrauch muß nicht sein, denn Feldmessen kann man nämlich auch ordentlich lesen:






Mittwoch, 8. Oktober 2014

Unbequeme Kirchenmöbel

"Sams­tagnach­mit­tags be­steht die Ge­le­gen­heit zum Emp­fang des Buß­sa­kra­men­tes im Wall­fahrts­ort Klei­nen­berg. Lei­der ist die­ser zur­zeit nur in der Pfarr­kir­che möglich, da die Wall­fahrts­ka­pel­le nicht über ein zeit­gemäßes Beicht­zim­mer verfügt…"
(Aus der Pastoralvereinbarung für den Pastoralverbund Lichtenau i.W.)

Das finde ich aber jetzt komisch...
In der Kleinenberger Wallfahrtskirche steht ein einwandfrei funktionierender Barockbeichtstuhl. Er ist zwar auf der Pönitentenseite nicht sooo bequem, aber man beichtet schließlich auch nicht, um es sich bequem zu machen. Oder stößt sich die Geistlichkeit vielleicht an den beiden Engeln, die auf dem Beichtstuhle mahnend zwei Schilder halten mit den Worten "Bekennen!" und "oder Brennen!" ? Oder hat man diese modernen "Beichtkammern" so gern, weil man sie als praktischen Abstellraum gebrauchen kann? Fragen über Fragen...

Auch Jürgen hatte sich bereits vor einiger Zeit mit dieser Problematik befaßt. Wer sich selbst ein Bild von der "Möblierung" machen möchte kann dies hier tun.
Besagte Pastoralverinbarung beklagt recht intensiv die Möblierung der Wallfahrtskirche, vor allem auch die sehr unbequemen, ja dem modernen Menschen kaum zumutbaren Barockbänke. Derartige Unbquemlichkeit trage entscheidend zum Wallfahrerschwund bei, so wird in dem Dokument eifrig vermutet. Also bitte: Wenn man denn schon in der "Steuerungsgruppe" des "Pastoralverbundes" nichts besseres zu tun hat, als sich über die angeblich unbequemeMöblierung der Gotteshäuser auszulassen, dann beklage man die wirklich unmöglichen Küchenstühle, die seit Jahrzehnten den hinteren Bereich der Kleinenberger Wallfahrtskirche mehr als verunzieren!

Rosenkranzmonat



O Königin voll Herrlichkeit, Maria! Du Helferin der Christenheit, Maria!
Sieh, wir sind Dir untertan, mächt'ge Jungfrau, führ uns an!
O Hilf uns streiten zu allen Zeiten, durch alle Not bis in den Tod, Maria!

O Jungfrau, aller Jungfrau'n Kron, dein Gott und Schöpfer ward Dein Sohn,
bitt das Kind auf Deinem Arm, daß es unser sich erbarm!
O Hilf uns streiten zu allen Zeiten, durch alle Not bis in den Tod, Maria!

O lieb, o heilig Mutterherz, Du trugst für uns so bittern Schmerz, 
laß doch all die viele Pein nicht an uns verloren sein!
O Hilf uns streiten zu allen Zeiten, durch alle Not bis in den Tod, Maria!

O Morgenstern nach dunkler Nacht, leucht uns mit Deiner klaren Pracht;
wenn wir sinken in der Flut, Meeresstern, gib neuen Mut!
O Hilf uns streiten zu allen Zeiten, durch alle Not bis in den Tod, Maria!

O Himmelspforte lilienrein, mögest Du uns aufgeschlossen sein;
laß barmherzig es geschehen, daß durch Dich zum Sohn wir geh'n!
O Hilf uns streiten zu allen Zeiten, durch alle Not bis in den Tod, Maria!


Quelle: "Sursum corda" Gesang und Gebetbuch für das Erzbistum Paderborn
Junfermansche Verlagsbuchhandlung, Paderborn 1948.

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Blick nach England

Heute wagen wir mal den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus auf unsere Nachbarinsel. 
Es gibt nämlich auch gute Nachrichten: In Preston in Großbrittannien hat das Institut Christus König die Kirche St. Walburga übertragen bekommen. Einen Bericht dazu gibt es hier, etliche Bilder kann man hier anschauen.

Freitag, 26. September 2014

Pastoralvereinbarung Lichtenau

Nun hat auch der Pastoralverbund Lichtenau seine Pastoralvereinbarung. Das Schriftstück ist zwar schon vor zwei Jahren entstanden, dennoch wurde es erst jetzt feierlich (?) überreicht. Ich kann mir hier jedweden Kommentar fast gänzlich ersparen, denn Jürgen hat bereits einen sehr lesenswerten Artikel über dieses Dokument geschrieben. Dem auswärtigen Leser sei stattdessen hier als Ergänzung dargeboten, wie man einem seit Jahrhunderten funktionierenden Wallfahrtstage den Garaus macht. Der Annentag war ja schon einmal Thema...
Zur Geschichte Amerungens und seiner Kapelle findet man hier näheres. 
Der Annentag lief nun jahrhundertelang folgendermaßen ab:
Um 7 und um 8 Uhr ist Frühmesse in der Annenkapelle. Die theophorische Prozession zieht um 8 Uhr aus der Lichtenauer Pfarrkirche aus und geht nach Amerungen. Ebenfalls kommen Kleinenberg (bis 1935, danach sporadisch) sowie Husen (sporadisch) und Holtheim mit einer eigenen Prozession. Die Holtheimer Prozession geht ohne das Allerheiligste, sie wird vom örtlichen (Pfarr-)Vikar begleitet. Nach Eintreffen der Prozessionen wird der sakramentale Segen erteilt, das Allerheiligste wird auf dem Hochaltare in der Kapelle ausgesetzt und es folgt am Altar vor der Kapelle das Levitenamt als äußere Feier des Festes der Hl. Mutter Anna. Beim Einzuge der Prozessionen und beim Segen wird geböllert.
Nach dem Hochamt: Kirmestreiben an den diversen Buden, die etwa 100 Meter von der Kapelle entfernt sind. Gegen zwei Uhr Nachmittags zieht die theophorische Prozession nach Lichtenau zurück. Das Kirmestreiben geht weiter, die Gläubigen aus den anderen Orten verfügen sich selbständig zurück.
Dann kamen die 1960iger Jahre, und alles wurde besser...
Zuerst fiel die Frühmesse um 7 Uhr, dann die um 8 Uhr weg. Begründung: Es sollen sich alle Pilger um einen Altar versammeln und gemeinsam feiern; es sei auch unziemlich, daß unter dem Hochamt trotz Verbotes an den Buden Alkohol getrunken werde, da die Trinker ja schon in der Frühmesse waren etc., etc. 
Zeitgleich fiel die "Rückkehrprozession" am Nachmittage fort, der Heiland wurde stattdessen mit dem Auto wieder nach Lichtenau gebracht. 
Irgendwann wurde nach der Prozession auch der sakramentale Segen nicht mehr gegeben.
2011 wurde schließlich im Pfarrbriefe verkündet, daß ab sofort nur noch drei "Pilgerwege" von Lichtenau, Holtheim und Husen nach Amerungen ziehen würden, das Allerheiligste würde nicht mehr mitgenommen. Begründung im Pfarrbrief, um den schon gärenden Volksaufstand zu dämpfen:
-Prozessionen mit dem Allerheiligsten vor der Hl. Messe hat das Konzil (Anm.: welches, gab es nur eines?) verboten.
-Ein Priester allein kann das Allerheiligste nicht so weit tragen.
-Am Ende der Prozession wird kein sakramentaler Segen gegeben, deswegen ist die Prozession sinnlos. 
-Während des Hochamtes darf das Allerheiligste nicht ausgesetzt sein. 
-Jede Gemeinde im Pastoralverbund hat nur noch eine theophorische Prozession, da darf Lichtenau keine zweite haben.
Bitte verzeiht mir, aber einen solchen ausgemachten Käse habe ich nur selten gelesen! Dazu ist folgendes zu entgegnen:
-Das Konzil und auch seine Folgedokumente haben sich um die Prozessionen nicht gekümmert. Dem Konzil ist es schlichtweg "Wurst", wann wir Prozession gehen und den Herrgott mitnehmen.
-Alleine tragen? Nicht doch. Da war immer noch der Festprediger, diverse Gastpriester etc. Kein Pfarrer mußte den Herrn alleine 5 Kilometer tragen. Die Himmelträger mußten übrigens ihren Baldachin ohne Ablösung 5 Kilometer im schwarzen Anzuge mit steifem Kragen tragen. Sie haben nie gemurrt und das auch problemlos überlebt...
-Wenn nach der Prozession kein sakr. Segen gegeben wird, ist einzig der Zelebrant daran schuldig, nicht die Tradition und nicht die Gläubigen, denen der Segen vorenthalten wird.
-Niemand zwingt den Herrn Pfarrer, das Allerheiligste in der Kapelle (also sowieso nicht auf dem Zelebrationsaltar vor derselben) unter dem Hochamte ausgesetzt zu lassen. Das Gotteshaus verfügt über einen sauberen und ordentlichen Tabernakel. Es kann also reponiert werden. 
-Niemand im ganzen Pastoralverbund hätte den Lichtenauern diese Prozession mit dem Allerheiligsten auch nur ansatzweise geneidet. Sie gehört seit Jahrhunderten dazu. Besser hätte man die Gläubigen auch aus anderen Orten animiert, sich ihr anzuschließen.

Zurück zum besseren Heute: Nachdem die "Pilgerwege" angekommen sind, wird dann in weißen Messgewändern die Messe vom soundsovielten Sonntage im Jahreskreis gelesen. Über die liturgische Gestaltung des Amtes schweige ich jetzt hier lieber. Und das, wo es doch der Herr Pfarrer so genau nimmt, vor allem mit den liturgischen Vorschriften des letzten Konziles! Obwohl er sonst keine Verpflichtungen hat, werden die Holtheimer Gläubigen mit ihrer Prozession von ihrem zuständigen Seelsorger alleine und ohne geistliche Leitung auf den Weg geschickt. Sie müssen dann erleben, wie ihr durchaus sportlicher und gesunder Seelsorger fertig angezogen für die Messfeier in der Kapellentüre lehnt und sich das Treiben am Annenberge anschaut. Toll. Sowas nenne ich ein gutes Beispiel. Da kann es dann auch nicht helfen, wenn der Herr Pfarrer den Lichtenauer "Pilgerweg" (seit wann können Wege sich eigentlich fortbewegen?) mit Tüllrochett und Pfarrkragen (mit "Bömmelkes") begleitet. Wenn er sich schon korrekt anziehen will, dann soll er das Birett auch noch aufsetzen. Er kann aber auch in Zivilkleidung kommen. Wegen der "Ewiggestrigen" muß er sich nicht vergewaltigen und den "Bömmelkeskragen" in Gebrauch nehmen. Soviel liturgische Unordnung, wie sie die "Verbesserung" des Annentages gebracht hat, können Tüll und Bömmelkes nämlich auch nicht wiedergutmachen...
Etwas Statistik:
Besucher beim Annentage 1913: Bei 3000 hat man aufgehört zu zählen.
Besucher beim Annentage 2014: Mit 500 liegt man ganz gut. Der Großteil hat die sechzig überschritten, Kinder und Jugendliche sieht man nur in verschwindender Zahl. 
Wie sagte doch schon unser alter Kaiser Wilhelm II:
"HERRLICHEN ZEITEN FÜHRE ICH EUCH ENTGEGEN!"

Mir bleibt nur eines zu sagen:

HEILIGE MUTTER ANNA, BITTE FÜR UNS; WIR HABEN ES NÖTIGER, DENN JE!" 





Mittwoch, 17. September 2014

Gottesdienst zum Nikolaustage

Gerade hatte ich mit einer Grundschullehrerin zu tun. Sie muß mit ihrer Kollegin einen "Gottesdienst zum Nikolaustag" gestalten und braucht dazu ein Zeitschriftenheft mit dem Titel "Von Nikoläusen und Weihnachtsmännern" Daraus wiederum gedenken die Damen folgende Aufsätze zu verwerten:
"Von Nikoläusen und Weihnachtsmännern - Hinweise zu Liedern und Materialien zum Thema"
"Jingle Bells als Rock'n'Roll - In deutscher und englischer Sprache zur Boogie-Woogie-Version von Fats Domino"
"Nikolaus und Weihnachtsmann - Ein Lied von Rolf Zuckowski" 

Es sei ja sooo schwierig, sagte sie, einen Gottesdienst (sie meinte übrigens eine Andacht) für die Kinder ansprechend zu gestalten. Ich empfahl ihr daraufhin folgendes Werk:
Goffiné, Leonhard: Hand-Postille oder christkatholisches Unterrichts- und Erbauungsbuch für alle Sonn- und Festtage des Jahres. Volksaug. 24. Aufl., nach d. röm. u. d. münsterischen Meßbuche einger. von e. Priester d. rheinisch-westfäl. Kapuzinerprovinz. Münster, Aschendorff 1882.

Ich habe ihr eigens gesagt, daß es davon auch neuere Ausgaben gäbe, da ja die meisten Akademiker keine Frakturschrift lesen könnten, glaube aber nun trotzdem, daß sie mich nicht mehr für voll nimmt... 

Dienstag, 16. September 2014

Der Choral von Leuthen

Vermeldungen gehören ja bekanntlich nicht in die Hl. Messe. Man sollte notwendige Bekanntmachungen vor dem Gottesdienst "von der Kanzel" verlesen. Will man es doch in der Hl. Messe tun und vergißt es dann, um es an unpassender Stelle nachzuholen, kann es zu unfreiwilliger Komik  kommen. Aber der Reihe nach:
Sonntag-Vorabendmesse im kleinen Dörfchen Glasheim in den Tiefen unseres lieben Hochstiftes. Der Herr Pfarrer höchstselbst gab sich die Ehre des Erscheinens. Nach erteiltem letzten Segen fiel ihm noch etwas wichtiges ein: "Pfarrer XY, der mehrere Jahre auch hier in Glasheim wirkte *, ist am Donnerstag nach langem Leiden verstorben. Die Beerdigung...blah, blah, blah... Herr, gib ihm die ewige Ruhe!" Die Gemeinde respondiert die Antwort, eine Liednummer flammt auf, die Orgel setzt zum Schlußliede ein und alle singen: "Nun danket alle Gott, mit Herzen,  Mund und Händen!"

*De mortuis nihil nisi bene...

R.I.P. 

Freitag, 12. September 2014

Mariä Namen

Der heutige Festtag wurde ab 1513 zuerst in der neukastilischen Diözese Cuenca (Spanien) gefeiert.
Als 1683 die Türken über 2 Monate lang Wien belagerten, organisierte P. Marco d'Aviano in seiner Eigenschaft als päpstlicher Legat das christliche Befreiungsheer. Für den Tag der Entscheidungsschlacht gab er als Kampfruf die Devise aus: "Maria Hilf!" Freilich war der mitstreitende protestantische Kurfürst von Sachsen damit nicht ganz einverstanden, so daß die Tagesdevise schließlich in "Jesus und Maria Hilf!" erweitert wurde. Am 12. September 1683, dem Feste Mariä-Namen, errangen die kaiserlichen Truppen unter dem Oberbefehl des polnischen Königs Johann III. Sobieski, die mit 65000 Mann über den Kahlenberg hinuntergezogen waren, einen glänzenden Sieg über die zahlenmäßig dreifach überlegenen türkischen Belagerer. Wien war nach monatelanger Belagerung wieder frei, eine große Gefahr für das Abendland und seine christliche Kultur gebannt.
Papst Innozenz XI. (1676–1689) setzte den Festtag für die ganze Kirche verbindlich fest, nachdem am 12. September 1683 die vereinigten christlichen Heere mit 65000 Mann  die Zweite Wiener Türkenbelagerung mit der siegreichen Schlacht am Kahlenberge vor Wien gegen ein dreimal stärkeres türkisches Heer beendet hatten. Dem christlichen Heere wurde das Banner mit der Schutzmantelmadonna vorangetragen. 
Papst Pius X. verlegte das zunächst für den Sonntag nach Mariä Geburt (8.9.) vorgeschriebene Fest Mariä Namen (Rangstufe:Duplex-majus, Messfeier mit Gloria und Credo) auf den 12. September, den eigentlichen Siegestag.
Der sogenannten Liturgiereform und ihren Schöpfern konnte gerade dieses Fest nur ein Dorn im Auge sein. Sogleich ging man an seine Beseitigung. Im "Generalkalender" von 1970 wurde das Fest gestrichen, da es angeblich Doppelung des Festes Mariä Geburt am 8. September darstellen würde. Man traute sich also nicht einmal, die wahren Beweggründe für die Streichung anzugeben. Wie feige! Im "Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet" blieb das Fest wegen "seines historischen Bezuges zum Sprachgebiet und der Verwurzelung im Volke" als "nichtgebotener Gedenktag" erhalten. Damit hatte man die ewiggestrigen, nörgelnden Traditionskatholiken das gläubige Volk zufriedengestellt, konnte man doch immer sagen, daß dieses Fest ja noch gefeiert werden dürfe. Da nicht geboten, wurde es allerdings nurmehr in einem Bruchteil der Kirchen noch begangen.
Seit 2002 ist das Fest Mariä Namen auch wieder als "nichtgebotener Gedenktag" im Generalkalender enthalten. Alles in allem: beschämend. 
Seien wir ehrlich: Man wollte diesen Festtag im Zeitalter der konzilsverkündeten "Religionsfreiheit" und des Ökumenismus auf keinen Fall mehr haben. Er war einem peinlich geworden und ist es Theologen, Oberhirten und großen Teilen des Klerus noch heute. Die Christenverfolgung im Nahen Osten und vielerorts auf der Welt sollte uns ganz eindringlich vor Augen führen, welche große Gefahr der Islam für die christliche Welt seit jeher dargestellt hat und heute, vielleicht mehr denn je, darstellt.

Dienstag, 9. September 2014

Bürener Kennzeichen

Im Hochstift Paderborn ist derzeit der Kennzeichenstreit ausgebrochen. Von den vier (preußischen) Landkreisen des Hochstiftes (Paderborn, Büren, Warburg, Höxter) wurden Büren und Warburg bei der sogenannten "Kommunalen Neugliederung" 1975 aufgelöst. Seiher versuchen die beiden Großkreise Paderborn und Höxter, so etwas wie Identitäten bei ihrer Bevölkerung zu entwickeln, was natürlich mißlingt. Wennschon Identität, dann fühlt man sich als Einwohner des Hochstiftes Paderbon. Insofern hätte es nur eine kommunale Neugliederung geben dürfen: Auflösung aller vier Altkreise und Zusammenführung in einen Kreis Paderborn mit Kreisstadt ebendort und Verwaltungsnebenstellen in den drei alten Kreisstädten. Damit hätte unser altes Hochstift Paderborn nach zweihundertjähriger Okkupation seine staatliche Einheit wenigstens als Landkreis wiedergewonnen. Die jetzt bestehende Lösung mit zwei Kreisen ist jedenfalls historisch, heimatkundlich und verwaltungstechnisch gesehen nicht anderes als Murks. Noch größerer Murks ist die Abspaltung der Gemeinden Hörste und Mettinghausen zum neuen Kreis Soest, die Abspaltung von Meerhof, Oesdorf, Essentho und Westheim zum sog. "Hochsauerlandkreis" sowie die Preisgabe der Stadt Lügde. Vorgenannte Gemeinden waren niemals kurkölnisch, Lügde niemals lippisch.
Solange man das Hochstift nicht in einem Kreise vereinigt, bleibt mir nur die Unterstützung jener Bürgerinitiativen, die die Wiedereinführung ihres alten Autokennzeichens BÜR bzw. WAR von den neuen Kreisen einfordern. Überall in Deutschland besteht schon die Möglichkeit, die alten Kennzeichenkürzel wiederzubekommen. Die jeweiligen Kreise haben dadurch sogar Mehreinnahmen durch die Ummeldungen zu verzeichnen. Lediglich die Politsaurier der siebziger Jahre in den Kreisen Paderborn und Höxter widersetzen sich bislang hartnäckig der Wiedereinführung der alten Kürzel. 
Die neuen Kreise sollten identitätsstiftend für die Bürger sein, so heißt es. 
Liebe Politbüromitglieder Kreistagsabgeordnete, seid doch ein einziges Mal bürgernah (dazu haben sie Euch gewählt) und gebt den Leuten ihren Willen! Was soll Euer selbstgefälliges Machtgehabe?
In diesem Sinne:

BÜR - sei dafür!

Montag, 8. September 2014

Kreisschützenfest, Hochstift und andere Begrifflichkeiten

Beim gestrigen Kreisschützenfest des Kreisschützenbundes Büren sprach auch der Landrat des verwaltungstechnischen Nachfolgegebildes, Landrat Müller.
Es fiel auf, wie oft er in seiner Rede vom "Paderborner Land" sprach. Einige Male fiel auch die Bezeichnung Bürener Land.
Herr Landrat: Der Kreisschützenbund Büren beschränkt sich gebietsmäßig ausschließlich auf den 1975 aufgelösten Kreis Büren i.W. Seine Gliederung erfolgt durch die bis 1975 bestehenden Ämter und seine bis dahin selbständigen und seither gegängelten Gemeinden.
Wenn ich dann gestern hören muß "im Salzkottener Ortsteil Verlar" , im "Paderborner Land" etc., dann kann ich das im positivsten Fall als Nachlässigkeit empfinden.
Nochmals: Das Kreisschützenfest wurde in diesem Jahre ausgerichtet in der Gemeinde Verlar, Amt Salzkotten-Boke, Kreis (von mir aus noch Altkreis) Büren. Das Gequatsche von "Ortsteilen", daß man beim Umzugkommentator und nachher auch am Schießstand hören konnte, gehört nicht dahin.
Ein "Paderborner Land" gibt es ebenfalls nicht. Diese Bezeichnung irgendwelcher Touristikvertreter wollen wir nicht hören, Herr Landrat!
Wir wohnen im HOCHSTIFT PADERBORN, bestenfalls noch im Altkreis Büren, merken Sie sich das!