Mittwoch, 13. November 2013

Meßbuben für 2,50 Euro

Nun haben die städtischen Gebührenordnungen auch unsere Landpfarreien Pastoralverbünde erreicht. Die Kassen sind leer, und so erhebt man für "Sondergottesdienste" Gebühren. Prinzipiell ist das nicht falsch, "Extrawürste" mußten auch früher schon bezahlt werden, und ein Organist kann nicht von Notensuppe leben.
Die Bequemlichkeit einiger heutiger Geistlicher  Pastoralteams führte allerdings zu der Unsitte, Taufen in den Sonntagsmessen Eucharistiefeiern zu spenden und so einen Gottesdienst einzusparen. Auch Massentaufen sind sehr beliebt. Und bitte: Versuchen Sie heutzutage bloß nicht, mit einem wenige Tage alten Kinde bei Ihrem Seelsorger Gemeindeleiter zur Taufe zu erscheinen. Es könnte sein, daß Sie eine derbe Abfuhr erhalten und auf die nächste Sonntagsmessenmassentaufe verwiesen werden.  Alles schon erlebt, und das auf dem Dorf, wo doch angeblich die Welt noch heil ist...
Da nun die Gläubigen partout nicht von alter katholischer Gewohnheit lassen wollen, macht man es ganz einfach und versucht die Umerziehung über den Geldbeutel:
Massentaufe in der Sonntagseucharistie (Hochamt kann man's wohl zumeist nicht mehr nennen) "kost nix",  ganz normale Taufe schlägt mit 25 Euro zu Buche. Hoffentlich gibt es in 20 Jahren noch Getaufte, um unsere schönen  neuen pastoralen Räume zu bevölkern.
Noch vor 40 Jahren antwortete unsere Hebamme bei den Taufen auf die Frage nach den Kosten für alle laut hörbar:
"Paschtauer ne Mark, Köster fuffzig Pannige!"  Heute kriegt man dafür nicht mal mehr einen Meßknaben, wie man sieht:


Also, wenn ich ein Kind zu taufen hätte, würde ich das Sorglos-Paket wählen:
Küster, zwei Ministranten, Taufe in der forma extraordinaria in ungeheizter Kirche und bitte, bitte keinen Organisten, der die Feier mit Sentimentalitäten verschönt.
Verweigern kann es das Pastoralteam nicht, ich habe schließlich ein Recht auf Sakramentenspendung im außerordentlichen Ritus. Collectio rituum würde ich dem Pfarrer Gemeindevorsteher mitbringen, "man ist ja nicht so..."


Kommentare:

  1. Sind denn solche "Stolgebühren" überhaupt zulässig?
    Abgesehen davon, daß ich es für eine blanke Unverschämtheit halte, daß man jetzt noch die Organisten selbst "organisieren" darf.

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  2. Die Organisten für Beerdigungen und Hochzeiten muß man auf dem Lande zumeist sowieso slebst bestellen und bezahlen. Das war schon immer eine "Extrawurst", um die man sich aber auch selbstverständlich selbst kümmerte.
    Zulässig sind die Gebühren, denn sie fallen ja nicht für die Sakramentenspendung an. Schließt man sich der Massentaufe in der Sonntagsmesse an, ist dies ebenfalls gebührenfrei.
    Demnächst darf man dann Gebühren von zusammen 60 Euro für eine Beerdigung bezahlen, die dann von einer Gemeindereferentin durchgeführt wird. Ich glaube, ich gehe dann lieber zu den Piusbrüdern...

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  3. Taufe ist ein Sakrament und darf nichts kosten! Alles andere wäre eine Winkelmesse

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