Dienstag, 26. November 2013

Blick nach Wien

Ich gebe es offen zu: Dieses trübe Novemberwetter macht einen irgendwie Harmoniesüchtig. Mich jedenfalls. Machen wir also weiter mit "schöne Bilder gucken", und zwar diesmal etwas weiter weg, nämlich in Wien. Dort war jüngst der Bischof von Chur zu Gast und feierte ein Pontifikalamt.


Ich wünschte mir, unsere Bischöfe würden sich da ein wenig abgucken, wie man es ordentlich macht. Aber die Vorstellungen von "ordentlich" sind heute bekannterweise ja oft sehr unterschiedlich...
Trotzdem: Viel Freude beim Bilder-gucken!

Montag, 18. November 2013

Amt vor ausgesetztem Allerheiligsten

Hochamt vor ausgesetztem Allerheiligsten:
nur die älteren Gläubigen wissen überhaupt noch, um was es sich dabei handelt. Den liturgischen Reformen war diese Meßform ein ganz besonderer Dorn im Auge und sie fiel damit schon vor Jahrzehnten dem schrecklichen Zeitgeist zum Opfer.
Nun allerdings scheint ein kleines Wunder geschehen zu sein:
Mehr theoretisieren will ich nicht, auf diesem Blog gibt es wunderschöne und vor allem aktuelle (!) Bilder aus den USA.

Freitag, 15. November 2013

Papstmord

Jetzt wissen wir es endlich:
Die bösen Traditionalisten wollen den Hl. Vater umbringen. Mehr zu dem ganzen Theater kann man beim Kreuzknappen lesen.
Ich frage mich bzw. den Herrn Zulehner, wieviel Alkohol man trinken bzw. wieviele "Tüten" man rauchen muß, um als Vollakademiker derartigen Blödsinn zu reden.
Dem Hl. Vater sei bei einer derartigen Gefährlichkeit der "pöbelnden Dunkelkatholiken" aus dem Traditionalistenlager vielleicht anempfohlen, den "Geheimen Speisenvorkoster", den Paul VI leichtsinnig abschaffte, doch wieder einzuführen...
In diesem Sinne: Guten Appetit!

Mittwoch, 13. November 2013

Meßbuben für 2,50 Euro

Nun haben die städtischen Gebührenordnungen auch unsere Landpfarreien Pastoralverbünde erreicht. Die Kassen sind leer, und so erhebt man für "Sondergottesdienste" Gebühren. Prinzipiell ist das nicht falsch, "Extrawürste" mußten auch früher schon bezahlt werden, und ein Organist kann nicht von Notensuppe leben.
Die Bequemlichkeit einiger heutiger Geistlicher  Pastoralteams führte allerdings zu der Unsitte, Taufen in den Sonntagsmessen Eucharistiefeiern zu spenden und so einen Gottesdienst einzusparen. Auch Massentaufen sind sehr beliebt. Und bitte: Versuchen Sie heutzutage bloß nicht, mit einem wenige Tage alten Kinde bei Ihrem Seelsorger Gemeindeleiter zur Taufe zu erscheinen. Es könnte sein, daß Sie eine derbe Abfuhr erhalten und auf die nächste Sonntagsmessenmassentaufe verwiesen werden.  Alles schon erlebt, und das auf dem Dorf, wo doch angeblich die Welt noch heil ist...
Da nun die Gläubigen partout nicht von alter katholischer Gewohnheit lassen wollen, macht man es ganz einfach und versucht die Umerziehung über den Geldbeutel:
Massentaufe in der Sonntagseucharistie (Hochamt kann man's wohl zumeist nicht mehr nennen) "kost nix",  ganz normale Taufe schlägt mit 25 Euro zu Buche. Hoffentlich gibt es in 20 Jahren noch Getaufte, um unsere schönen  neuen pastoralen Räume zu bevölkern.
Noch vor 40 Jahren antwortete unsere Hebamme bei den Taufen auf die Frage nach den Kosten für alle laut hörbar:
"Paschtauer ne Mark, Köster fuffzig Pannige!"  Heute kriegt man dafür nicht mal mehr einen Meßknaben, wie man sieht:


Also, wenn ich ein Kind zu taufen hätte, würde ich das Sorglos-Paket wählen:
Küster, zwei Ministranten, Taufe in der forma extraordinaria in ungeheizter Kirche und bitte, bitte keinen Organisten, der die Feier mit Sentimentalitäten verschönt.
Verweigern kann es das Pastoralteam nicht, ich habe schließlich ein Recht auf Sakramentenspendung im außerordentlichen Ritus. Collectio rituum würde ich dem Pfarrer Gemeindevorsteher mitbringen, "man ist ja nicht so..."


Dienstag, 5. November 2013

Judaskerzen

Ehrlich gesagt: Bis gestern kannte ich auch keine Judaskerzen. Zumindest wußte ich nicht, daß man sie so nennt. In England scheint die Bezeichnung bekannter zu sein als bei uns. Was aber nun sind "Judaskerzen"?
An diesen Gerätschaften scheiden sich seit jeher die Geister. Altarkerzen haben naturgemäß die Eigenschaft, immer kürzer zu werden. Auf hohen Leuchtern aber sehen Kerzenstummel nicht gerade gut aus. Die Sparsamkeit erheischt es aber nun einmal, Kerzen ganz abzubrennen. 
Das Dilemma rief schon vor langer Zeit katholische Ingenieure auf den Plan. Es entstand die "Zeiger-Immergrad-Kerze". In einer künstlichen Kerze aus Blech oder Kunststoff befindet sich ein Metallrohr, in dem eine Feder eine handelsübliche Haushaltskerze emporschiebt. Wird sie zu kurz, kommt oben aus der Kunstkerze ein Metallstift, der Zeiger, hervor und mahnt den Kerzenwechsel an. 
Seit Jahren schon gibt es auch Einsätze, in die Flüssigwachs eingefüllt wird. Da muß man dauernd den Docht weiter emporziehen, was, wenn der Küster es vergaß, schon so manches Chorhemd experimentierfreudiger Ministranten "versaut" hat. 
Es scheint aber auch noch eine angelsächsische Variante dieser Kerzen zu geben. Dort wird auf eine künstliche Kerze die kurze echte Kerze aufgesteckt. Die "Kerze" kann somit immer nur bis zur Hälfte oder bis zu zwei Dritteln abbrennen. Vorteil: Hier brennt tatsächlich eine echte Kerze, die nur künstlich verlängert ist, während bei den erstgenannten Versionen Aus Blech und Plaste Vollblut-Liturgiker regelmäßig in Schnappatmung verfallen und  nach der Ritenkongregation rufen. 
Nachteil: der Übergang von künstlicher zu echter Kerze muß durch ein Zierschild verdeckt werden, daß nun geschmacklich auch wieder nicht jedermanns Fall ist.


Kleiner Tip für Romreisende: 
In dieser Kirche habe ich die wohl längsten Judaskerzen in Funktion erlebt!

Viel Spaß beim Basteln, ich geh' jetzt Besenstiele und dicke Muttern kaufen!