Freitag, 5. April 2013

Demographischer Wandel

Gestern Abend durfte ich mir wieder einmal dieses zumeist hohle Gerede vom demographischen Wandel auf unseren Dörfern anhören, daß von Hobby-Lokalpolitikern angestimmt wird, die zumeist nicht einmal wissen, was Demographie ist. Um ganz ehrlich zu sein:
Es hängt mir zum Halse raus. Was all diese Politiker als Schreckensbild vor uns aufbauen, ist für mich gar nicht so schrecklich.
-Die Dorfschule hat nicht der demographische Wandel kaputtgemacht, sondern eine vom Volke gewählte Landesregierung, die die Kinder möglichst wenig bei ihren Eltern und in ihrem dörflichen Umfeld haben möchte, um sie so, anstatt nach Gottes und der Kirche Geboten, im Sinne linker und sonstiger neuheidnischer Ideologien zu erziehen.
-Der Einwohnerschwund ist nicht nur im Wegzug der jungen Leute begründet, sondern in der Tatsache, daß Ehepaare zumeist nur noch ein oder kein Kind haben und man sich hemmungslos scheiden läßt, dann wegzieht etc.
-Der Wegzug der jungen Bevölkerung ist hausgemacht: Fast jedes Kind, daß Abitur macht (daß sind hier etwa 40 Prozent) ist für sein Heimatdorf verloren, weil es wegziehen und nicht wiederkehren wird.
-Die dörfliche Infrastruktur hat nicht der demographische Wandel kaputtgemacht, sondern Geiz und übersteigertes Konsumverhalten der eigenen Einwohner. Hätte man weiter bei den ortsansässigen Geschäften eingekauft, statt in die Stadt zum Discounter zu fahren, gäbe es die örtlichen Geschäfte heute noch.
So jammert und jammert man. Ich neige eher dazu, mal die positiven Seiten der Entwicklung zu sehen:

-Fremder Zuzug ist in unseren Dörfern nicht bzw. nur in erträglichem Maße zu befürchten. Gewisse Bevölkerungsgruppen ziehen nur dorthin, wo es Läden, Ärzte, Apotheken etc. und vor allem das Sozialamt, vor der Haustüre gibt.
-Daraus folgt, daß wir viele Probleme, die sich aus dem ungeregeltem Zuzug von Problemgruppen etc. ergeben, überhaupt nicht kennen.
-Auf dem Dorf (je abgeschiedener, desto besser) ist vieles möglich, was in den Städten und verstädterten Großdörfern undenkbar wäre. Was genau, überlasse ich der Phantasie des einzelnen. Man soll keine schlafenden Hunde wecken. Aber vieles, wofür der Städter Gendarmen und Justiz benötigt, regelt der Dörfler so "irgendwie".
-Sollten irgendwelche, wie auch immer geartete, Notzeiten heranbrechen, ist das Dorf gegenüber der Stadt wirtschaftlich immer im Vorteil. Schon vor dem ersten Kriege sagte ein kluger Kopf, daß  das Dorf ohne die Stadt problemlos leben könne, nicht aber die Stadt ohne das Dorf.

Provokative Sätze, die ich da losgelassen habe. Wer nun meint, da sei aber ein bißchen viel Blut-und Boden-Gehabe dabei, der sei beruhigt: Ich fahre gern mal in die Stadt zum Einkaufen, zum Arzt etc. Aber ich brauche das nicht täglich und muß mir unser Landleben doch nicht durch das ewige dumme Geschwafel vom demographischen Weltuntergang miesreden (lassen). Ich, und nicht nur ich, bin zufrieden in der Provinz. Und wie mich, so gibt es viele überzeugte Provinzler. Ausreichend Selbstbewußtsein gegenüber den Propheten einer neuen Zeit wünsche ich uns allen!




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