Freitag, 18. Januar 2013

Die Pille und die Oekumene

Die unselige Debatte um die "Pille danach" für mutmaßliche Vergewaltigungsopfer hat, wie nicht anders zu erwarten, auch unser Hochstift Paderborn erreicht. Da der Karneval noch nicht über die Region hereingebrochen ist, bietet das Thema mittelmäßigen Lokalreportern aller Couleuer die willkommene Möglichkeit, ein wenig über die Heilige Kirche herzuziehen und mit ihrer mehr oder weniger unmaßgeblichen, als Nachricht getarnten und vorgefaßten Meinung die leeren Seiten der Lokalblättchen und das Provinzradio zu füllen.
Die katholischen Krankenhäuser des Hochstiftes erklärten auf Nachfrage, daß sie in jedem Fall, wie es sich gehört, Vergewaltigungsopfer behandeln, ihnen aber natürlich nicht die "Pille danach" verschreiben.
Wie nun die Lokalzeitung vermeldete, macht das evangelische St. Johannisstift in Paderborn darin eine Ausnahme. In diesem Krankenhause wird  die "Pille danach" verschrieben.
Ich würde mir von einem christlichen Krankenhaus, gleichgültig ob evangelisch oder katholisch, etwas mehr Sensibilität in sittlich-moralischen Dingen und vor allem die Ausrichtung an der kirchlichen Lehre wünschen.
Der beschriebene Fall wirft auch ein Zeichen auf die Qualität der doch ach so oft beschworenen "Ökumene": Offensichtlich will sich hier eine lutherische Einrichtung einmal mehr gegenüber der römischen Kirche als aufgeklärt, modern und "menschenfreundlich" darstellen.
Daß man für eine derartige "Profilierung" allerdings den Tod unschuldiger Kinder in Kauf nimmt, stimmt mehr als nachdenklich!

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