Freitag, 2. November 2012

Zum Allerseelentage



1. Was plagt mich Angst und Not, bin ich nicht, o mein Gott,
ein Pilger hier auf Erden? Verlohnt sich's wohl der Müh, daß ich mich kränke hie,
wie lang wird‘s mit mir werden? Bald bin ich Staub, des Todes Raub, vermodert und verweset.

2. O große Eitelkeit um diese kurze Zeit, um eine Handvoll Jahre.
Nachdem du Sorg und Last und Qual getragen hast, dann liegst du auf der Bahre.
Sklav oder Fürst gilt gleich, du wirst im Grab der Würmer Speise.

3. Was kann die ganze Welt mit allem Gut und Geld, was kann sie, Mensch, dir nutzen?
Sei wie der Prasser reich und herrsche Fürsten gleich, wer kann dem Tode trutzen?
Der Tod verlacht die eitle Macht der Sterblichen auf Erden.

4. Wann wir im Todesschweiß uns auf die letzte Reis zu Ewigkeit anschicken:
Was kann das matte Herz im Jammer, Weh und Schmerz, was kann es dann erquicken?
Nur Gott allein kann Trost verleihn in diesem bittren Kampfe.

5. Dein Kreuz, o Jesu Christ, dran Du gestorben bist, in Todesqual erblassend,
an ihm hängt mein Vertrau'n, nach ihm nur will ich schaun, in Leid es fest umfassend.
Mit Dir, o Gott, will ich den Tod einst standhaft überwinden.

Text: Mainzer Gesangbuch 1824
Weise: Sursum Corda 1874


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