Montag, 2. Juli 2012

Mariae Heimsuchung

Es gleicht einem Wunder, daß das Fest Mariä Heimsuchung in den deutschen Diözesen an seinem alten Termin, dem 2 Juli, verbleiben durfte, während ja die Restkirche gezwungen ist, es nunmehr schon am 31. Mai zu feiern.
1. Maria ging hinaus zu Zachariä Haus, durch Berge rauh und steil, ging sie in aller Eil', zur alten Priesterstadt, nach heil'gen Geistes Rat.

2. Nicht wandelte allein die Jungfrau zart und rein, sie trug den Gottessohn in ihres Herzens Thron, der Engel heil'ge Schar unsichtbar bei ihr war.

3. Als sie vom Hause ging, sie das Gebet anfing, hat gott betrachtet viel bis an der Reise Ziel, wo sie voll demut steht und grüßt Elisabeth.
4. Elisabeth sogleich verneigt sich freudenreich; erkennt die Gottesbraut, preist ihre Würde laut: "Gott teilt dem ganzen Haus des Segens Fülle aus.
6. O Haus, so hoch geehrt, welch Heil ward dir beschert! Der Quell der Heiligkeit, der Born der Seligkeit, Gott, der im Himmel thront, hat auch in dir gewohnt!

7. Ach komm, o Jungfrau rein, auch in mein Herz hinein bring mir das höchste Gut, Gott Sohn in Fleisch und Blut, und segne Seel und Leib und ewig bei mir bleib!
Dieses Lied verfasste Friedrich von Spee, der große Jesuit und Kämpfer gegen den Hexenwahn seiner Zeit, im Jahr 1623. Die Textfassung hier stammt aus dem Paderborner Diözesangesangbuch "Sursum Corda", Ausgabe 1874. Unzählige, mehr oder weniger glückliche, Textfassungen des Originalliedes sind in Deutschland verbreitet und man darf wohl mit Recht von einem der beliebtesten Wallfahrtslieder überhaupt sprechen.

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