Freitag, 15. Juni 2012

Rauchfassel-Watsch'n

Ministranten in der "guten alten Zeit" gerieten durchaus schon einmal handfest aneinander, wenn es um den Dienst am Weihrauchfaß ging. Heute ist es in unserer Gemeinde eher so, daß den Herren und Damen schon bei der Opferbereitung das Feuer ausgegangen ist. Nebenbei vergißt man dann auch noch, Priester und Volk zu inzensieren, weil man beim Üben nicht aufgepaßt hat bzw. einem der ganze Dienst sowieso recht egal ist. Aber das muß nicht so sein. In Bayern, dem  man immer schon handfestere Sitten und Gebräuche nachsagte, kam es jüngst zu diesem Vorfall.
Nein, ich kommentiere diesen Fall jetzt nicht, es könnte eine recht vorkonziliare Attacke werden...

Dienstag, 12. Juni 2012

13. Juni: Hl. Antonius von Padua

Morgen ist das Fest des Hl. Antonius von Padua. Von nur wenigen Heiligen gibt es so viele Gebete und Lieder, von denen eines der bekannteren hier folgen soll. Die Melodie dürfte in der Diözese Paderborn bekannt sein. Sie ist identisch mit der des Liedes "Sankt Johannes hoch in Gnaden." Wer der Dichter des Liedes ist, habe ich noch nicht herausfinden können. Eines dürfte aber sicher sein: Wer, wie in Strophe 3, "Macht" auf "jagd" reimt, kann nur ein echter Westfale sein!

  1. Sankt Antoni, hochgepriesen, große Ehr' hat dir erwiesen Jesus, den man als ein Kind stets an deiner Seite find'.
  2. Jesum trägst Du auf den Armen, der sich unser woll' erbarmen; die schneeweiße Lielienblum' kündet deiner Keuschheit Ruhm.
  3. Deinen großen Wunderzeichen müssen alle Feinde weichen; deiner Fürbitt' große Macht Satan selbst von dannen jagd.
  4. Auf dein fleh'n hat Gott das Leben vielen Toten neu gegeben; die schon Grabesnacht bedeckt, wurden wieder auferweckt. 
  5. Schwer verirrte arme Seelen, solche, die im Glauben fehlen, hast du wunderbar bekehrt und den rechten Weg gelehrt.
  6. Denen, die in Angst und Schmerzen deine Hilf' begehrt von Herzen, halfest du in ihrer Not, wehrtest ab den nahen Tod. 
  7. Auch des Leibes kranke Glieder heiltest Gottesmann, du wieder; und verlor'nes Gut und Geld ward durch dich zurückgestellt.
  8. Die in Banden elend seufzten schwerbedroht das Meer durchkreuzten und zu dir sich hingewandt, fühlten deine starke Hand.
  9. Komm zu Hilf' auch uns, den Deinen, wann wir in der Trübsal weinen; schirme uns in allem Leid, führe uns zur Seligkeit. 
Text: Sursum Corda, Ausgabe 1874-1948, No. 307

An der Kluskapelle bei Neuenheerse wird der Hl. Antonius als Nebenpatron verehrt, Hauptpatron ist dort der Hl. Wüstenvater Antonius (Fest am 17. Januar). Aber wie das so geht: Der Wüstenvater mit seinem Ferkel an der Seite ist den Westfalen als Viehpatron lieb und teuer, aber sein Namensvetter aus Padua erweist sich nicht nur bei verlorenen Sachen als probater Helfer, sondern hat auch noch seinen Festtag im schönen Monat Juni. So wallt man also in Neuenheerse am Sonntag nach dem 13. Juni in Prozession zur Kluskapelle, um dort das Hochamt zu feiern.

Dienstag, 5. Juni 2012

Schweigemeditation

Der Pastoralverbund, den wir schon mehrfach hier kennenlernten, nennen wir ihn wie bislang ruhig Dunkelwald, hat ein neues geistliches Angebot: 
Jeden Montag findet nun in dem kleinen Dorfe Glasheim eine Schweigemeditation statt. Der Ort hat eine moderne Kirche aus den 1960iger Jahren, die sogar über eine heimelige Krypta verfügt. Eigentlich böten sich diese beiden Sakralräume ja für ein geistliches Angebot an. Die Meditation findet aber in der unbewohnten Vikarie statt, die man als Pfarrheim nutzt. Vielleicht läßt es sich da besser schweigen, weil es nicht so schallt? Oder aber... habe ich in meinem provinziell-verstockten katholischen Traditionalismus einfach keinen Sinn für zeitgemäße Andachtsformen? Ein lesenswerter Beitrag auf "Echo Romeo" jedenfalls gibt mir jetzt doch zu denken...

Heiliger Bonifatius, 5. Juni

Heute ist das Fest des Hl. Bonifatius. Die Lieder zu seinem Festtage sind heutzutage rar geworden. Hier soll ein früher recht bekanntes Einheitslied für alle Bistümer folgen. Für alle, die es einmal im Gottesdienst probieren wollen: Die Melodie ist recht einfach. Es ist die Melodie des Liedes "Ihr Freunde Gottes allzugleich..."
  1. Der du das blinde Heidentum im deutschen Land vernichtet, und Jesu, deinem Herrn zum Ruhm Altäre hast errichtet: Für Deutschland Gnad bei Gott erfleh', daß stets es fest im Glauben steh', o heil'ger Bonifatius.
  2. Mit heilgem Mut gingst du ans Werk und scheutest nicht Beschwerde; und Gott war mit dir, gab dir Stärk', zu sammeln seine Herde. Für Deutschland...
  3. Die Götzentempel stürzten ein, wo du dich hingekehret; den Opfertisch, den Götzenhain hat deine Hand zerstöret. Für Deutschland...
  4. Der Heiligsten Dreifaltigkeit hast du im deutschen Lande viel hohe Tempel eingeweiht, zersprengt des Satans Bande.  Für Deutschland...
  5. Dein Leben gabst du freudig hin, erwarbst die Marterkrone; im Sterben fandst du nur Gewinn für dich zum ew'gen Lohne. Für Deutschland...
  6. Sei stets nun Deutschlands Schutzpatron, erfleh ihm Glaubenstreue; vertritt es dort am höchsten Thron, vom Irrtum es befreie.  Für Deutschland...
  7. Nimm auf des Herzens frohen Dank, womit wir Dich hier ehren, bis Gott wir bringen Lobgesang, mit dir in Himmelschören.  Für Deutschland Gnad bei Gott erfleh...

Freitag, 1. Juni 2012

Herz-Jesu-Monat

Der Juni ist der Herz-Jesu Monat. Da die Andacht zum Hl. Herzen Jesu in unseren Gemeinden fast ausgestorben ist, wollen wir sie hier ein wenig pflegen. Beginnen wir mit der Nr. 231 aus dem Sursum-Corda, Ausg. 1874-1948:
  1. Tausendmal, o Herr begrüße ich dein liebevolles Herz! Ach, durch deines Herzens Süße lind're, Jesu, meine Schmerz! Wohl hat glücklich einst getroffen Jesu Herz des Leidens Speer; denn nun steht's voll Gnade offen, schließet sich uns nimmermehr.
  2. O verlor'ne Adamskinder, schöpfet wieder frohen Mut; denn es gibt für alle Sünder Jesu Herz sein teures Blut! Aus dem Herzen Jesu rinnen Gnadenströme stets herab, unsre Seelen zu gewinnen, unsre Schuld zu waschen ab.
  3. Soll ich Schmerz und Weh ertragen, stößt mir schweres Leiden zu, werd ich dennoch nicht verzagen, Jesu Herz gibt Trost und Ruh. Droht um meiner vielen Sünden mir des Richters Racheschwert: ach, wo soll ich Zuflucht finden, wenn dies Herz sie nicht gewährt?
  4. O, so sei denn stets gepriesen, Jesu Herz, du teurer Hort! Selig ist, wer dich erkiesen als des Friedens sichern Port! In dir will ich mich verschließen, du sollst meine Heimat sein; will hienieden in dir büßen, in dir ewig mich erfreu'n!