Freitag, 4. Mai 2012

Maria Maienkönigin!

Maria Maienkönigin!
Lange hat es gebraucht, bis die "Maiandacht", von Italien aus kommend, auch Deutschland erobert hatte. 1852, also vor 160 Jahren, fand im Bistum Paderborn erstmals eine Maiandacht statt. Sie wurde in den Folgejahren eine Lieblingsandacht des katholischen Volkes. Unzählige Mainadachtsbücher mit Texten für jeden Tag des Monats erschienen, und in vielen Kirchen war täglich Maiandacht, ein- bis zweimal in der Woche auch mit Aussetzung. Von all der Herrlichkeit ist nicht viel geblieben. Verschwunden sind die meisten Maialtäre in den Häusern, und auch in den Kirchen werden sie seltener. Die wenigen Orte (zumeist Wallfahrtsorte), an denen noch Maiandachten stattfinden, erfreuen sich regen Zulaufs. Dort trifft sich alles, was die überkommenen Frömmigkeitsformen noch nicht völlig "über Bord geworfen" hat; auch erfreulich viele junge Leute. Aber auch die wenigen Oasen in der volksliturgischen Wüste des 21. Jahrhunderts haben sich gewisse Kreise vorgeknöpft. Als Beispiel mag das Lied "Maria Maienkönigin" dienen. Die merkwürdigsten Texte wurden den bekannten Melodien dieses Liedes mittlerweile untergeschoben. Die Argumente sind die üblichen: keine zeitgemäße Sprache, zu süßlich, etc. pp. - Liebe Dauer-Neuerer: Laßt uns damit zufrieden! Wir wollen nicht umerzogen werden und auch keine sozialpädagogisch wertvollen Liedchen trällern. Wir wollen einfach jene Frömmigkeitsformen mit Andacht pflegen, die auch unsere Väter pflegten. Einige der alten Maiandachtslieder werde ich im Laufe des Monats an dieser Stelle "auferstehen" lassen. Kopieren und vor allem Singen ist ausdrücklich erwünscht! Hier nun also jener Text, den man mittlerweile in den Kirchen fast nicht mehr hört und den es mit leichten Varianten einst in ganz Deutschland gab:  
  1. Maria, Maienkönigin, Dich will der Mai begrüßen. O segne seinen Anbegin (ihn mit holdem Sinn) und uns zu deinen Füßen. 
  2. Maria, Dir befehlen wir, was grünt und blüht auf Erden: O lass es eine Himmelszier in Gottes Garten werden. 
  3. Behüte uns mit treuem Fleiß, o Königin der Frauen, die Herzensblüten lilienweiss auf grünen Maiesauen. 
  4.  Vor allem sind's der Blümlein drei, die laß kein Sturm entlauben: Die Hoffnung grün und sorgenfrei, die Liebe und den Glauben. 
  5. Laß Himmelsblumen um und um in aller Herzen sprießen, und mache sie zum Heiligtum, drin sich der Mai erschlossen. 
  6. Die Seelen kalt und glaubensarm, die mit Verzweiflung ringen, o mach sie hell und liebewarm, damit sie freudig singen. 
  7.  O lass sie gleich der Nachtigall im Liede sich erschwingen und mit der Freude hellstem Schall Dir Maienlieder singen. 
  8.  Zu dir sich wenden froh empor, wie Blumen zu der Sonne, und preisen mit dem Engelchor dich einst in ew'ger Wonne.

1 Kommentar:

  1. Hallo lieber marienliederfreund. Ich bin dabei für unsern Liederabend im April/Mai Frühlings- und Maienlieder zusammenzustellen mit Texten und Melodien, die Melodien als instrumental als Orgel oder besser als Chor/Kinderchor. Auf allen musicdownloadsites finde ich aber nur die neue Variante mit neuen Texten und unbekannter Melodie. Könntest Du denn nicht eine Tonaufnahme machen mit alter Melodie und altem Text? Viele wären Dir dankbar. Gruß von egon888schneider@aol.com

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