Dienstag, 24. April 2012

Der Heiland und das Butterbrot

Neulich, in einer kleinen Filialkapelle irgendwo im gebirgigen Westfalen: Werktagsmesse. Der Zelebrant entsteigt seinem Auto, als eine der beiden eingeteilten Ministrantinnen gerade den Weg zur Kapelle hochschlendert - und dabei ein Butterbrot mampft. Der Priester spricht das Mädchen höflich darauf an und weist noch einmal darauf hin, daß man eine Stunde vor Empfang der Hl. Kommunion nüchtern bleiben muß, sie also nicht kommunizieren kann. Bei der Kommunionspendung übergeht der Priester das eben noch frisch belehrte Mädchen und teilt die Hl. Kommunion nur der zweiten Ministrantin aus. Kaum hat er sich abgewandt, bricht jene "ihre" Hostie in zwei Teile und gibt die andere Hälfte ihrer Mitministrantin. Dazu sage ich jetzt nichts. Da ja in den Gemeinden nur zu oft keine vernünftige Sakramentenkatechese gehalten wird, darf man sich nicht wundern, wenn so etwas dabei heraus kommt. Das aber die Großmutter der so "geschwisterlich teilenden" Ministrantin sich noch gegenüber anderen Damen über die "soziale Kälte, das arrogante Verhalten und überhaupt die altmodisch verstaubten Ansichten des Seelsorgers" wie eine wildgewordene Pute echauffiert, ist schlichtweg ein Skandal! Die Dame hat so einiges gesagt, daß nicht nur ihre absolute Unwissenheit in religiösen Dingen, sondern leider auch noch ihre grenzenlose Dummheit offenbarte. Wenn ich das Gespräch nicht mit eigenen Ohren (ja, ich geb's zu) belauscht hätte, würde ich es wohl immer noch nicht glauben. Den Satz "Das sind die Folgen der Handkommunion" verkneife ich mir, denke ihn aber dafür umso lauter...

Kommentare: