Donnerstag, 19. April 2012

Werner und Rudolph

Heute, am 19. April, ist das Fest des Hl. Werner von Oberwesel. Heute sucht man seine Lebensgeschichte in den meisten Büchern leider vergebens. Die Gründe dafür wollen wir hier nicht näher erörtern. Alles weitere siehe hier. Gleiches Schicksal widerfuhr dem Sel. Rudolph von Bern, dessen Fest am 17. April gefeiert wird.
Aus der Berner Chronik ernehmen wir, daß am 17.4.1294 in Bern der 4-jährige christliche Rudolph ermordet aufgefunden wurde. Aus Hass auf den christlichen Namen sollen die Berner Juden ihn entführt, eingesperrt, grausam gemartert und schließlich getötet haben. Die kirchliche Untersuchung ergab, daß Rudolph als wahrer Märtyrer gestorben sei und daher in der Hauptkirche, der Berner Leutkirche, am Kreuzaltar, der hinfort den Namen "Rudolphsaltar" erhielt, beigesetzt werden müsse. Der selige Märtyrer zog zu seiner Verehrung viele Gläubige an. In Bern kam es zu einer massiven Judenverfolgung. Zahlreiche Juden wurden überfallen, ausgeplündert und gerädert. Obwohl die Behörden nicht zweifelsfrei an die Schuld der Juden glaubten, denn die Akten sprechen ausdrücklich nur von einem "angeblichen" Ritualmord, sahen sie im Volkszorn eine Gelegenheit zur Tilgung der Schulden bei jüdischen Geldgebern. Als das Berner Münster gebaut wurde, übertrug man die Gebeine Rudolfs 1435 in dessen Kreuzaltar; der Kult um den Knaben wurde jedoch, wie bei vielen Heiligen und Seligen, nie offiziell bestätigt. Beim "Bildersturm" in der sogenannten Reformation 1528 schändete man das Grab, entfernte die Gebeine des Seligen aus dem Münster und bestattete sie in einem Erdgrab außerhalb der Kirche.

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