Dienstag, 24. April 2012

Der Heiland und das Butterbrot

Neulich, in einer kleinen Filialkapelle irgendwo im gebirgigen Westfalen: Werktagsmesse. Der Zelebrant entsteigt seinem Auto, als eine der beiden eingeteilten Ministrantinnen gerade den Weg zur Kapelle hochschlendert - und dabei ein Butterbrot mampft. Der Priester spricht das Mädchen höflich darauf an und weist noch einmal darauf hin, daß man eine Stunde vor Empfang der Hl. Kommunion nüchtern bleiben muß, sie also nicht kommunizieren kann. Bei der Kommunionspendung übergeht der Priester das eben noch frisch belehrte Mädchen und teilt die Hl. Kommunion nur der zweiten Ministrantin aus. Kaum hat er sich abgewandt, bricht jene "ihre" Hostie in zwei Teile und gibt die andere Hälfte ihrer Mitministrantin. Dazu sage ich jetzt nichts. Da ja in den Gemeinden nur zu oft keine vernünftige Sakramentenkatechese gehalten wird, darf man sich nicht wundern, wenn so etwas dabei heraus kommt. Das aber die Großmutter der so "geschwisterlich teilenden" Ministrantin sich noch gegenüber anderen Damen über die "soziale Kälte, das arrogante Verhalten und überhaupt die altmodisch verstaubten Ansichten des Seelsorgers" wie eine wildgewordene Pute echauffiert, ist schlichtweg ein Skandal! Die Dame hat so einiges gesagt, daß nicht nur ihre absolute Unwissenheit in religiösen Dingen, sondern leider auch noch ihre grenzenlose Dummheit offenbarte. Wenn ich das Gespräch nicht mit eigenen Ohren (ja, ich geb's zu) belauscht hätte, würde ich es wohl immer noch nicht glauben. Den Satz "Das sind die Folgen der Handkommunion" verkneife ich mir, denke ihn aber dafür umso lauter...

Freitag, 20. April 2012

Nationalparkdemonstration

Politik ist eigentlich nicht gerade mein Lieblingsbetätigungsfeld. Da aber wesentliche Teile unseres Hochstiftes momentan durch die geplante Einrichtung eines Nationalparkes bedroht sind, muß ich auf diese Demonstration hinweisen. Die Rechtsnachfolger der Diebe von 1803 versuchen abermals, der einheimischen Bevölkerung die Wirtschafts- und Betretungsrechte ihrer Heimat zu beschneiden. Wehren wir uns!

Kapellenräume und "Volksaltäre"...

Ich will an dieser Stelle die Debatte um Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit von sogenannten "Volksaltären" in unseren Kirchen nicht aufnehmen. Ich persönlich bin kein Freund dieser Einrichtung. Neben den liturgischen gibt es auch architektonische und künstlerische Gründe, die oft gegen sie sprechen. In kleineren Kapellenräumen wirken sie oft mehr als deplaziert. Der kleine Raum wurde nicht auf den neuen Altar hin konzipiert, der Volksaltar wird immer wie ein Hindernis im Raume stehen und zudem ob seiner oft zu bemerkenden Behelfsmäßigkeit und Dürftigkeit mehr ein Störfaktor denn ein liturgischer Ort sein. Irgendwo in Westfalen steht diese Kapelle, die ich bei einem Sonntagsausflug entdeckte und sofort auf Platte gebannt habe:
Ein schöner Raum, der nach meiner Schätzung etwa 30 Gläubige fassen mag. Der mehr als aufdringliche Volksaltar sprengt leider jeden Rahmen. Schade, hier wäre "Nichts" einfach mehr gewesen, und zudem hätte man viel Geld sparen können.
Es geht auch besser, wie die Kluskapelle in Ahden (Altkreis Büren) zeigt.
Auch die Gemeinde Altenhellefeld hat ihre Kapelle St. Antonius Eremita in unverbauter Schönheit erhalten.
Noch ein positives Beispiel aus dem Altkreis Büren.

Donnerstag, 19. April 2012

Werner und Rudolph

Heute, am 19. April, ist das Fest des Hl. Werner von Oberwesel. Heute sucht man seine Lebensgeschichte in den meisten Büchern leider vergebens. Die Gründe dafür wollen wir hier nicht näher erörtern. Alles weitere siehe hier. Gleiches Schicksal widerfuhr dem Sel. Rudolph von Bern, dessen Fest am 17. April gefeiert wird.
Aus der Berner Chronik ernehmen wir, daß am 17.4.1294 in Bern der 4-jährige christliche Rudolph ermordet aufgefunden wurde. Aus Hass auf den christlichen Namen sollen die Berner Juden ihn entführt, eingesperrt, grausam gemartert und schließlich getötet haben. Die kirchliche Untersuchung ergab, daß Rudolph als wahrer Märtyrer gestorben sei und daher in der Hauptkirche, der Berner Leutkirche, am Kreuzaltar, der hinfort den Namen "Rudolphsaltar" erhielt, beigesetzt werden müsse. Der selige Märtyrer zog zu seiner Verehrung viele Gläubige an. In Bern kam es zu einer massiven Judenverfolgung. Zahlreiche Juden wurden überfallen, ausgeplündert und gerädert. Obwohl die Behörden nicht zweifelsfrei an die Schuld der Juden glaubten, denn die Akten sprechen ausdrücklich nur von einem "angeblichen" Ritualmord, sahen sie im Volkszorn eine Gelegenheit zur Tilgung der Schulden bei jüdischen Geldgebern. Als das Berner Münster gebaut wurde, übertrug man die Gebeine Rudolfs 1435 in dessen Kreuzaltar; der Kult um den Knaben wurde jedoch, wie bei vielen Heiligen und Seligen, nie offiziell bestätigt. Beim "Bildersturm" in der sogenannten Reformation 1528 schändete man das Grab, entfernte die Gebeine des Seligen aus dem Münster und bestattete sie in einem Erdgrab außerhalb der Kirche.

Montag, 16. April 2012

Gemeindeassistent entmannt?

Schluck, schwitz...
das scheinen ja herbe Sitten zu sein: Offensichtlich ist man man bei der Kath. Hochschulgemeinde Paderborn wenig zimperlich im Umgang mit männlichen Mitarbeitenden:

"Gemeindeassistentin: Eric Bernhard"

So schrecklich hatte ich mir Gender-Mainstreaming jetzt eigentlich nicht vorgestellt...

Freitag, 13. April 2012

Cappa magna?


Also wirklich, so geht das nicht! Bei allem geschuldeten Respekt, Exzellenz, aber über 40 Jahre nach dem Ende des II Vatikanischen Konziles sollte ein Oberhirte einer deutschen Diözese doch wirklich wissen, daß schon Papst Pius XII 1952 die Schleppe der Cappa magna auf 4 Meter verkürzt hat. Was die Sache noch erschwert: Die cappa müßte violett sein, es war schließlich Fastenzeit. Wie ist denn nun so etwas mit dem UnGeist des Konzils vereinbar? Man sage jetzt nicht, man habe den begeisterten Jugendlichen eine Freude machen wollen. Auch der BDKJ und ihm anverwandte Institutionen müßten wissen, daß die Cappa von Klerikern nachzutragen ist. Soll man derartige Eigenmächtigkeiten jetzt mit der "Hermeneutik der Kontinuität" oder der "Hermeneutik des Bruchs" entschuldigen?
Oder... habe ich jetzt vielleicht etwas falsch verstanden? Fragen über Fragen...