Mittwoch, 12. Dezember 2012

"Tridentinisches" Kalendarium

Ein wirklich sehr gut gemachtes Kalendarium für den alten Ritus gibt es hier:

http://divinumofficium.com/cgi-bin/missa/kalendar.pl

Kleine Gebrauchsanweisung:

Oben auf der Seite unter "hodie" das Jahr auswählen, dann den Monat markieren. Ganz unten in dem kleinen Kästchen auswählen, welchen Rubriken man folgen will.  Der Fettdruck in jeder Spalte gibt die jeweilige Tagesmesse an.
Neben den Rubriken von 1570 stehen unter anderem jene von 1910, 1955 und 1960 zur Auswahl. 
Eine wunderbare Sache, die einfach einmal gelobt werden muß!


Montag, 10. Dezember 2012

Mariä Empfängnis

Das Dorfinternet streikte pünktlich zum Wintereinbruch, daher kommt der Eintrag zum Feste Mariä Empfängnis etwas spät. "Aber es ist ja noch in der Oktav", wie der Westfale zu solchen Gelegenheiten gern sagt...



Montag, 3. Dezember 2012

St. Franziskus Xaverius


Zum Feste des Hl. Franz Xaver zunächst einmal ein Bild.

Freitag, 30. November 2012

Junge Kirche Paderborn

Zu dieser Nachricht aus Paderborn fällt mir spontan nur eines ein:

Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen.
Der große Dinge tut an uns und allen Enden,
Der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an
Unzählig viel zu gut und noch jetzund getan.

Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben
Ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben
Und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort
Und uns aus aller Not erlösen hier und dort.

Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne
Und Gott, dem Heilgen Geist im höchsten Himmelsthrone,
Ihm, dem dreieinen Gott, wie es im Anfang war
Und ist und bleiben wird jetzund und immerdar!

Nachsatz: Obiges Lied habe ich bewußt gewählt, da der Choral von Leuthen eines der seltenen guten  Beispiele für eine gelungene und den Normen der Hl. Kirche entsprechende Ökume ist. 

Kloster Gehrden

Schaut man sich einmal an, was aus den unzähligen Stiften, Klöstern etc. wurde, die sich geld- und besitzhungrige deutsche Fürsten 1803/10 mit einem mehr als fadenscheinigen Gesetz "unter den Nagel gerissen" haben, so fällt eines auf: eine alte Volksweisheit hat sich in den meisten Fällen bewahrheitet:
"Unrecht Gut gedeihet nicht, kommt an den dritten Erben nicht!"
Das zu Unrecht konfiszierte Kirchengut brachte landauf, landab niemand so rechtes Glück. 
So ging auch das ehrwürdige Benediktinerinnenkloster Gehrden im Hochstift Paderborn durch die Hände vieler Besitzer.
Nunmehr ist es wieder zwangsversteigert worden:
http://www.westfalen-blatt.de/nachricht/2012-11-16-schloss-gehrden-ist-kein-schnaeppchen/705/
Nach dem Konkurs einer katholischen Familienbildungsstätte vor einigen Jahren beherbergt das Kloster nunmehr ein Hotel:
http://www.schloss-gehrden.de/willkommen.html?&L=0
Nur nebenbei bemerkt:
Wenn man sich über die Jahre so angeschaut hat, was für ein Bildungsprogramm die Bildungsstätte hatte, ist die gastronomische Nutzung vielleicht sogar die bessere...
Zum Kloster gehört eine sehr schöne romanische Kirche, die heute der Pfarrgemeinde gehört und auch als Pfarrkirche der Minderstadt Gehrden dient.
Einige Bilder finden sich hier:
http://klosterlandschaft-owl.de/klosterinformationen/gehrden

Dienstag, 27. November 2012

Kinderkatechese und co

Ein wirklich sehr guter Text zur derzeitigen religiösen "Erziehung" unserer Jugend findet sich auf dieser Seite!

Mittwoch, 21. November 2012

21. November: Marä Opferung

Das heutige Fest ist nicht zuletzt durch die "Liturgiereform" fast gänzlich aus dem Bewußtsein der Gläubigen verschwunden. Das Protoevangelium des Hl. Jakobus geht näher auf den Tag ein:
8 Das Kind (Anm.: d.i. Maria) aber wurde älter (wörtl. "Ihre Monate fügten sich hinzu dem Kind"). Das Kind aber wurde zwei Jahre alt und es sprach Joachim: "Wir wollen es bringen in den Tempel des Herrn und erfüllen das Versprechen, das wir gegeben haben. Dass nicht etwa sende der Herr nach uns und es werde unerwünscht unsere Gabe." Und Anna sprach: "Wir wollen das 3. Jahr abwarten, daß sie nicht suche (vermisse) Vater oder Mutter." Und es sprach Joachim: "Wir wollen warten."
8,2 Es wurde aber das Kind drei Jahre alt und es sprach Joachim: "Wir wollen rufen die reinen Töchter der Hebräer, und sie sollen je eine Fackel nehmen und sie (die Fackeln) sollen sein brennend, damit das Kind nicht umkehre zurück (wörtl. in das Hintere) und ihr Herz gefangen wird (weggelockt wird) aus dem Tempel des Herrn." Und sie machten es so, bis sie hinaufkamen in den Tempel des Herrn. Und der Priester des Herrn nahm sie auf, küsste sie, segnete sie und sprach: "Gott der Herr hat großgemacht Deinen Namen in allen Generationen. An Dir wird der Herr offenbaren das Lösegeld (die Erlösung) den Söhnen Israels."
8,3 Und er setzte sie auf die dritte Stufe des Opferaltars und Gott der Herr warf Gnade auf sie und sie tanzte mit ihren Füßen. Und es liebte sie das ganze Haus Israel. 

(Textzitat nach dieser Quelle.) 

 Einen überaus lesenswerten Text zum heutigen Tage und besonders zu dem erwähnten Protoevangelium des Hl. Jakobus findet man bei "Mater amata".

Freitag, 2. November 2012

Zum Allerseelentage



1. Was plagt mich Angst und Not, bin ich nicht, o mein Gott,
ein Pilger hier auf Erden? Verlohnt sich's wohl der Müh, daß ich mich kränke hie,
wie lang wird‘s mit mir werden? Bald bin ich Staub, des Todes Raub, vermodert und verweset.

2. O große Eitelkeit um diese kurze Zeit, um eine Handvoll Jahre.
Nachdem du Sorg und Last und Qual getragen hast, dann liegst du auf der Bahre.
Sklav oder Fürst gilt gleich, du wirst im Grab der Würmer Speise.

3. Was kann die ganze Welt mit allem Gut und Geld, was kann sie, Mensch, dir nutzen?
Sei wie der Prasser reich und herrsche Fürsten gleich, wer kann dem Tode trutzen?
Der Tod verlacht die eitle Macht der Sterblichen auf Erden.

4. Wann wir im Todesschweiß uns auf die letzte Reis zu Ewigkeit anschicken:
Was kann das matte Herz im Jammer, Weh und Schmerz, was kann es dann erquicken?
Nur Gott allein kann Trost verleihn in diesem bittren Kampfe.

5. Dein Kreuz, o Jesu Christ, dran Du gestorben bist, in Todesqual erblassend,
an ihm hängt mein Vertrau'n, nach ihm nur will ich schaun, in Leid es fest umfassend.
Mit Dir, o Gott, will ich den Tod einst standhaft überwinden.

Text: Mainzer Gesangbuch 1824
Weise: Sursum Corda 1874


Dienstag, 30. Oktober 2012

Allerseelen

Gestern habe ich den neuen Pfarrbrief für unseren Pastoralverbund Dunkelwald bekommen. Für den Allerseelentag sind dort zwei Hl. Messen (jeweils am Vormittag) ausgewiesen. Ich beginne jetzt mal  ein wenig zu rechnen:
Der Verbund besteht aus 7 Pfarrkirchen, einer Pfarrvikarie und 7 Filialkirchen bzw. -kapellen. Im Verbund sind 3 Geistliche tätig, die auch am Allerseelentage vor Ort sind.
Nun habe ich in Erinnerung, daß jeder Priester am Allerseelentage das Hl. Meßopfer dreimal für die Armen Seelen im Fegefeuer darbringen kann bzw. auch soll. Wenn also drei Priester dieser Empfehlung nachkommen, sind das zusammen 9 Hl. Messen. Theoretisch kann also in jeder Pfarrkirche und sogar in einer der Filialen ein Requiem stattfinden. Rein logistisch wäre das bei einer Verteilung auf Morgen- und Abendmessen überhaupt kein Problem.
Man verstehe mich nicht falsch: Priester sind keine "Zelebrationsautomaten" und sollen dies auch unter keinen Umständen sein. Aber Allerseelen bildet da nun einmal seit alter Zeit durch die Genehmigung und Empfehlung der dreimaligen Zelebration eine Ausnahme.
Zumal im ländlichen Raum ist die nächste erreichbare Kirche mehrere Kilometer entfernt und gerade ältere Gläubige haben oft nicht die Gelegenheit, selbst zu fahren. Wenn dann die einzigen beiden Meßfeiern auch noch beide am Vormittag sind, wird der arbeitenden Bevölkerung die Gelegenheit zum Meßbesuch fast ganz genommen.

Den Armen Seelen werden durch diese Praxis so ganz nebenbei 7 Hl. Messen gestohlen...

In der Gemeinde Glasheim (gehört zum Pastoralverbund) treffen sich übrigens am Allerseelentage um 18.30 Uhr Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand zu einem "Gemütlichen Abend" bei Speis und Trank.
Na denn: Prost!


Donnerstag, 18. Oktober 2012

Fest des Hl. Lukas

Nepomuk hatte einige Schwierigkeiten, zum heutigen Fest des Hl. Lukas passende Bilder zu finden. Ich habe mal ein wenig in meiner "Bildkeskiste" gekramt und noch ein wenig barocke Pracht aufgetrieben:



Freitag, 28. September 2012

Kirchweihjubiläum

Vor genau 100 Jahren wurde in Ahden (Altkreis Büren) die neue Pfarrkirche St. Antonius Eremita geweiht. Am kommenden Sonntag soll das gebührend gefeiert werden.
Die neoromanische Hallenkirche ist recht interessant, weil wie durch ein Wunder alle drei Altäre aus der Erbuaungszeit vollkommen unverändert "überlebt" haben. Einzig Kanzel und Kommunionbank fielen dem üblichen Vandalismus der nachkonziliaren Epoche zum Opfer.

Montag, 24. September 2012

Tragende Funktion

Daß ich ein Freund von allerlei nickenden Sammelfiguren bin, ist ja sattsam bekannt. Aber so etwas, wie hier auf "Introibo", habe ich noch nie gesehen. Danke für's Finden und publizieren!
P.S.: Welche Firma bietet sich freiwillig an, so etwas nachzuproduzieren?

Donnerstag, 13. September 2012

Reliquien beigesetzt

Manchmal lohnt sich der Blick in andere Pfarreien, auch über den Ozean hinweg.
Schauen wir einmal nach Amerika.
In dieser Pfarrei in Louisville wurden die beiden Heiligen, deren Reliquien man dort besitzt, nach erfolgter Kirchenrenovierung wieder beigesetzt. 
Auf der Homepage der Pfarrei gibt es einen kleinen Bildbericht. Eine so gut vorbereitete und durchgeführte Feier dürfte gerade in der heutigen liturgischen Welt mehr als selten sein.

Während der Kirchenrenovierung sind die Gebeine einer eingehenden Untersuchung unterzogen worden.

Weitere Bilder zur Rückführung der Reliquien gibt es hier und hier und auch noch einmal auf dieser Seite.

Donnerstag, 6. September 2012

Der kleine Kardinal Teil 2

Wenn man lange genug stöbert, findet man den kleinen Kerl pardon Kardinal in spe von gestern noch ein paar Mal wieder!
Unter anderem hier und hier.
Selbst vor Pontifikalämtern scheint ihm nicht bange zu sein!

Übrigens: Die übrigen Bilder auf dieser Seite sind natürlich ebenso sehenswert. Wenn ich ehrlich bin:
Die Kirche gefällt mir ausnehmend gut!

Mittwoch, 5. September 2012

Früh übt sich...

Zu klein zum Ministrieren? So ein Quatsch! Was kann schließlich der Ministrant dazu, wenn alle anderen Offizianten viel zu groß sind?

Freitag, 31. August 2012

Eßt mehr katholische Tomaten!

Die katholischen Blogs brauchen kein Sommerloch zu fürchten. Sollte eines entstehen, füllen es die Salafisten und ähnliche Gruppierungen rasch auf.
Eigentlich bin ich kein großer Tomatenesser. Aber nachdem ich diese Nachricht gelesen habe und auch andere Blogs dieselben Nachrichten brachten, muß ich meine kleinlichen Befindlichkeiten hintanstellen, und jeder gute Katholik sollte das auch tun. Daher mein Aufruf:
KATHOLIKEN, ESST MEHR TOMATEN!
Von einem gut katholischen Gastwirt kann natürlich verlangt werden, daß er auf seinen Salattellern künftig nur noch ganze Scheiben von quer durchgeschnittenen Tomaten serviert.
Spaß beiseite:
Derartige Aufrufe wie der oben verlinkte zeigen mehr als deutlich, was man von einigen "religiösen" Gruppierungen zu halten hat...

Donnerstag, 30. August 2012

Angst und Schrecken

Nun habe ich es mit meinem westfälischen Großmaul geschafft: auch ich bin nun endgültig ein "pöbelnder Dunkelkatholik". Geistbraus war so freundlich, darauf hinzuweisen, daß die katholische "Blogozese" intensiv beobachtet wird.Im Kommentarbereich dieses Artikels findet sich folgendes:

"Zum Thema “Pussy Riot” empfehle ich Ihnen mal einen ganz kurzen Abstecher in die stramm rechts-katholische sogenannte Blogozese. Angefangen bei deo-et-patria.blogspot.de, über den
Meinungsführer und Medallienverleiher blog.derherralipius.com, über kathermometer.blogspot.de
bis hin zu http://www.geistbraus.de (da schreibt ein eigentümlich frei Beitäger)."


Wir verbreiten Angst und Schrecken, denn wie heißt es dort auch:
"Danke für die Hinweise.
Die rechtskatholische Bloggerszene in Deutschland beobachte ich schon seit längerem mit großer Skepsis."

Nun denn, da man mir zutraut, Angst und Schrecken zu verbreiten, will ich damit dann mal gleich weitermachen. Den freundlichen Herren der "Frankfurter Gemeinen Zeitung" sei hiermit eines meiner Lieblingslieder kundgetan:

1. Ein Haus voll Glorie schauet / weit über alle Land, / aus ew'gem Stein erbauet / von Gottes Meisterhand. /  Gott! Wir loben dich. /Gott! Wir preisen dich. /O laß im Hause dein / uns all geborgen sein!
2. Gar herrlich ist's bekränzet / mit starker Türme Wehr, / und oben hoch erglänzet / des Kreuzes Zeichen hehr. / Gott! Wir loben dich ...
3. Wohl tobet um die Mauern / der Sturm in wilder Wut; / das Haus wird's überdauern, / auf festem Grund es ruht. / Gott! Wir loben dich ...
4. Ob auch der Feind ihm dräue, / anstürmt der Hölle Macht: / Des Heilands Lieb und Treue / auf seinen Zinnen wacht. / Gott! Wir loben dich ...
5. Dem Sohne steht zu Seite / die reinste der Jungfraun; / um sie drängt sich zum Streite / die Kriegsschar voll Vertraun. / Gott! Wir loben dich ...

6. Viel tausend schon vergossen / mit heil'ger Lust ihr Blut; / die Reihn stehn fest geschlossen / in hohem Glaubensmut. / Gott! Wir loben dich ...
7. Auf eilen liebentzündet / auch wir zum heil'gen Streit; / der Herr, der's Haus gegründet, / uns ew'gen Sieg verleiht. / Gott! Wir loben dich ...




All jenen, die mich nun plötzlich fürchten sollten, sei an dieser Stelle kundgetan, daß all diejenigen, die ich in meinem Leben mutmaßlich schon ge- bzw. erschlagen habe, immer noch vor dem Krankenhause stehen und auf Schmerzen warten... 

Freitag, 24. August 2012

Christus in Borja

Die Dame tut mir leid. Ganz ehrlich. Da kümmert sich jahrelang, aus welchen Gründen auch immer, niemand so recht um die immer mehr abbröckelnden Wandbilder einer spanischen Kleinstadtkirche. Das geht so lange, bis es die über achtzigjährige Nachbarin nicht mehr mit ansehen kann, wie der Heiland abbröckelt und -zugegeben in maßloser Überschätzung der eigenen künstlerischen Fähigkeit- selbst zum Pinsel greift.
Das Ergebnis ihrer Restauration ist gelinde gesagt katastrophal, denn Kunst kommt von Können, nicht von Wollen, wie die Altvorderen sagen. Das Gemälde ist nun, banal gesprochen, hinüber.
Kaum stand die Geschichte in der Zeitung, stürzte sich die internationale Internetwelt in ihrer vorgeblichen Klugheit auf die alte Dame. Und nun lacht sich die ganze Welt über Sie und ihr "Restaurierungswerk" kaputt. Das Internet kann sehr gemein sein. Am sachlichsten fand ich noch diesen Bericht. In der Süddeutschen Zeitung kann man Vor- und Nachzustand vergleichen.
Der unrestaurierte Vorzustand, der offensichtlich keinen der Verantwortlichen interessierte, war allerdings auch eines Gotteshauses unwürdig. Es bleibt dabei, die Oma hat mein volles Mitgefühl. Sie hat es nur gut gemeint, und jetzt lachen sie die Leute aus und die Fachwelt empört sich. Man hätte sich besser vorher über den schlechten Zustand empört, als jetzt über die alte Frau. Eines scheint mir aber sicher: Wenn diese Frau einmal vor ihrem ewigen Richter erscheinen muß, wird er ihr ihren guten Willen gewiß anrechnen. Ob der Rest der Welt dann für sein schmutziges Lachen ein Fleißkärtchen bekommt, wage ich allerdings zu bezweifeln...
Jetzt gehe ich noch einen Schritt weiter:
In den letzten hundert Jahren wurden in vielen Kirchen mittelalterliche Wandmalereien wiederentdeckt. Da der Zustand zumeist grauenhaft schlecht war, wurden sie historistisch restauriert. Für einen Kultraum m. E. nach die einzig akzeptable Lösung. Seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wird nun allerorten die Historismusmalerei wieder abgenommen und den Augen der Gläubigen das Original, bzw. das oft sehr wenige, was davon nach Jahrhunderten übrigblieb, zugemutet. Diese Überreste mögen oft wertvoll sein, eines Kultraumes würdig sind sie nach wie vor nicht. Ich möchte nicht in einer Kirche beten müssen, die aussieht, als hätten gerade die Schweden unter Gustav Adolph in ihr gehaust. Und ein Heiliger ohne Kopf, wenn es nicht gerade St. Dionysius ist, gehört nicht mehr in die Kirche, sondern ins Museum. Eine ordentliche, historistische Gipsfigur ist mir für meine Andacht allemal lieber als mittelalterliche Kultbilder, die der Holzwurm mehr oder weniger zerlegt hat. Man wird mich nun auch einen Kunstbanausen schelten. Damit kann ich aber leben.

Mittwoch, 22. August 2012

Meinolphustag in Böddeken

Am letzten Sonntag im August wird in Böddeken das Weihefest der Meinolphuskapelle begangen. Sie steht unweit des säkularisierten Augustiner-Chorherrenklosters Böddeken, ursprünglich als Frauenkloster eine Stiftung des Heiligen. Vor der Kapelle stand bis vor Jahren jene mächtige Linde, unter der nach der Überlieferung der Hl. Meinolphus das Licht der Welt erblickte. Alter und Sturm ließen sie zusammenbrechen. Der Stumpf allerdings schlug wieder aus und schon wölbt sich wieder eine stattliche Linde vor der kleinen Kapelle mit ihrer nun schon seit Jahrzehnten unbewohnten Einsiedelei.
Der heute zu Unrecht fast vergessene "Dichterpfarrer" Ferdinand Heitemeyer, Ende des 19. Jahrhunderts lange Jahre verdienter Pfarrer von Oesdorf, hat uns dieses Gedicht über die Meinolphuslinde hinterlassen:






Die Meinolphuslinde bei Böddeken
von Pfarrer Ferdinand Heitemeyer

Fest in Bergesgrund gewurzelt prangt im engen Talgewinde
Schon seit mehr denn tausend Jahren St. Meinolphus heil'ge Linde,
Und aus ihren Riesenästen, die das morsche Haupt umragen,
Flüstert sie dem stillen Wandrer von den einst durchlebten Tagen:
Als mit meines Frühlings Zweigen freundlich noch die Lüfte kosten,
Floh aus ihren reichen Burgen, wo des Feindes Waffen tosten,
Wichtrud, eine schöne Perle von Westfalens edlen Frauen,
Und in meinem dichten Schatten schaut sie in die sanften, blauen
Augen ihres Herzenskindes, das der güt'ge Gott soeben
Ihr zum Troste und zur Wonne und der Welt zum Heil gegeben.
Unter meinem Laubdach sproßte, betete der fromme Knabe,
Den der große Kaiser Karol grüßt als hohe Himmelsgabe,
Den er in dem Bad des Lebens "Meinolph" - meine Hülfe - nannte,
Da er mit Prophetengeiste ihn als Kirchenlicht erkannte.
Rings die Haine sah ich fallen, wo die Opfer Wodans rauchten,
Wo zum Preis der falschen Götzen Menschen selbst ihr Blut verhauchten,
Sah Meinolphus in Verzückung, sah ihn einen Tempel bauen
An dem Ort, den Gott erkoren in den grünen Wiesenauen.
Bald mit gottgeweihten Jungfrau'n füllten sich die Klosterzellen,
Die zum Preis des Allerhöchsten von den zarten, silberhellen
Chorgesängen widerhallten. - Fehden brausten wild und mächtig,
Auch in Meinolphs stillem Tale. Ach, das Kloster, einst so prächtig,
Stand, ein stummes Bild der Klage, trauernd, öde, halb zerfallen,
Wild Gesträuch und Schlinggewächse rankten in den Bogenhallen.
Doch mit frischem Mute zogen, wie's gemahnet Gottes Finger,
In die kaum verwaisten Mauern fromme Augustinusjünger,
Flehten zu dem heilgen Werke, kniend unter meinen Ästen,
Mut und Kraft und Gottvertrauen bei Sankt Meinolph's Überresten.
Viermalhundert Blütenjahre drangen aus des Tempels Chore
Heil'ge Sänge, Orgelklänge geisternd her zu meinem Ohre. -
Leer stand wieder Kirch' und Zelle, weil die Mönche fortgetrieben,
Von Meinolphus Waldkapelle waren Trümmer nur geblieben.
Doch nach andern fünf Jahrzehnten ward, was Frevlerhand zertrümmert,
Schöner wieder aufgebauet, fest gegründet, fein gezimmert.
In des Altars Weihegrüften ruhn im kunstverzierten Schreine,
von den Wallern hoch verehret, Meinolphs heilige Gebeine.
Und ein Siedler greisen Bartes kniet in Andacht ganz versunken,
von den frommen Lippen sprühen seiner Gottesliebe Funken:
"Allerbarmer! Laß den Samen, den Meinolphus ausgestreuet,
Frisch erblühn und Früchte tragen! Laß verschönet, laß erneuet
Deutschlands Ruhm und Glanz ersteh'n! Steter Eintracht starke Ketten
Mögen unsers Vaterlandes Gaue vor Verderben retten!
Und der wahre Christenglaube - mög er alle fest umschlingen,
Nach dem einen Sternenziele mögen aller Herzen ringen!"
Sprach's. - Noch lange tönt es wieder. Sanft der Linde Blätter rauschten,
Als ob Engel niederstiegen und dem stillen Beter lauschten.
Lange Schatten schwebten leise. Doch der Abendsonne Gluten
Noch verklärend auf dem Siedler, wie auf Meinolphs Linde ruhten.

Montag, 20. August 2012

Die Pussys und die Gutmenschen

Da stören in Moskau drei kommunistisch-feministische angehauchte Damen auf übelste Weise den Gottesfrieden, werden nach Recht und Gesetz verurteilt (nach meiner Meinung mit angemessenem Strafmaß), und gewisse hochrangige Politiker haben weltweit nichts anderes zu tun, als in gutmenschliche Schnappatmung zu verfallen. Allen voran schreitet natürlich jene lutherische Predigertochter, die zur Zeit unser Vaterland als Kanzlerin regiert...
Wovon ich hier die ganze Zeit schwadroniere?
Lest selbst, andere haben sich ausführlich und sehr gut zum Thema "Pussy Riot" ausgelassen:

http://blog.derherralipius.com/2012/08/ich-ich-ich.html

http://kathermometer.blogspot.de/2012/08/das-urteil-gegen-pussy-riot-europaische.html

http://kathermometer.blogspot.de/2012/08/pussy-riot-nutzliche-idioten.html

Freitag, 10. August 2012

Hübsche Kirche

Vor einiger Zeit hatte ich ja schon einmal von einer Kirchenrenovierung berichtet, die wohl immer noch dem überholten Stil der siebziger Jahre verhaftet ist. Überall im Lande kann man die Resultate dieser "Renovierungen" bewundern. Aber heute soll einmal nicht gemeckert werden.

Es geht nämlich auch besser, das hat man jüngst in der Gemeinde Ostenland (Kreis Paderborn) bewiesen.
Wie der Kirchenraum vor der Renovierung aussah, läßt sich HIER noch feststellen.
Liebhabern von Kunst der sechziger Jahre sei zur Beruhigung gesagt: Das riesige Mosaikbild existiert noch, es verschwand nur hinter einer vorgesetzten Leichtbauwand.
Den Ostenländern  jedenfalls kann man zu Ihrer Kirchenrenovierung nur gratulieren!

Dienstag, 31. Juli 2012

Hindenburglichter

Was hat der greise Feldmarschall mitten in der Liborioctav hier zu suchen? Ganz einfach:
Endlich hat sich einmal jemand getraut, gegen die fürchterliche "Pöttkeswirtschaft" in unseren Kirchen anzugehen. In fast allen Kirchen hat man zwischenzeitlich die Opferkerzen durch Hindenburglichter in allen möglichen Ausformungen ersetzt. Angeblich, so die "Fachwelt", rußen sie weniger. Man kann allerdings auch Opferkerzen aus vernünftigen Materialien herstellen, die rußen dann auch weniger. Im übrigen werden unsere Kirchen mehr durch die staubschleudernden Warmluftheizungen verdreckt, denn durch die Opferkerzen. Renovierungsintervalle von 20 Jahren waren noch vor hundert Jahren weder bezahlbar noch nötig, da keine dreckschleudernden Heizungen eingebaut waren. Man schiebe also die Verrußung unserer Kirchen nicht allein auf die Opferkerzen, sondern nenne das Kind auch beim richtigen Namen. 
Aber lest selbst, was Superpellizeum dazu zu sagen hat. Ich schließe mich ihm vorbehaltlos an. Ach ja: man beachte auch die dortigen Links: ich hätte nicht gedacht, daß ich einmal einer Meinung mit dem Deutschen liturgischen Institut sein könnte!
Eines muß ich allerdings auch bekennen: Den Namen "Hindenburglicht" werde ich gegen alle seine banalen Nachfolger mit Zähnen und Klauen verteidigen!

Montag, 30. Juli 2012

Kirchenhygiene!

Als ich vor einiger Zeit dieses Schild  in einem Trödelladen sah, kam die Erinnerung an einen lange verstorbenen Herrn aus unserer Gemeinde hoch, der eben dieses Hinweises in jedem Hochamt kurz vor der Opferung bedurft hätte... Gottlob war sein Platz auf der "Mannsbühne", so daß er nicht unbedingt von zartbeseiteten Charakteren umgeben war. Lang ist's her...

Donnerstag, 26. Juli 2012

26. Juli: Fest der Hl. Mutter Anna

Heute feiert die Kirche das Fest der Hl. Mutter Anna, der Großmutter Christi dem Fleische nach.



1. Mutter Anna, Dir sei Preis, Davids Sprosse, edles Reis, Heilge Mutter Anna!
Du bist aller Frauen Zier, alle schauen auf zu Dir, Heilge Mutter Anna!
2. Wer ist doch die Tochter Dein? Oh, es ist Maria rein, Heilge Mutter Anna!
Die uns schenkt den Gottessohn, Jesum Christ vom Himmelsthron, Heilge Mutter Anna!
3. O Du Mutter, treu und gut, halt uns all in Deiner Hut, Heilge Mutter Anna!
Deine Tochter hilft so gern bitten ihren Sohn, den Herrn, Heilge Mutter Anna!










4. Bitte, daß auf unser Haus, Gottes Gnad’ 
sich gieße aus, Heilge Mutter Anna!
Daß der Liebe treues Band sei des Segens Unterpfand, Heilge Mutter Anna!
5. Bitte, daß uns Gottes gnad’ leite auf der Tugend Pfad, Heilge Mutter Anna!
Bringe Trost in Traurigkeit, hilf uns tragen Kreuz und Leid, Heilge Mutter Anna!
6. Steh uns bei im letzten Streit auf dem Weg zur Ewigkeit, Heilge Mutter Anna!
Bitte, daß Mariens Sohn dann uns schenkt die Siegeskron, Heilge Mutter Anna!

Textfassung:
Sursum Corda, Gesang- u. Gebetbuch für die Erzdiözese Paderborn, Ausgabe 1948.

Mittwoch, 18. Juli 2012

Beschneidungsurteil

Eigentlich wollte ich mich ja aus dem ganzen Streit um das "Beschneidungs-Urteil" heraushalten. Inzwischen sehe ich das anders. Nun soll man die Menschheit nicht mit eigenem, eventuell auch noch unbeholfenem, Geschreibsel nerven, wenn andere den Sachverhalt bereits besser abgehandelt haben.

"Thermometer"  hat  hier  und  hier  zwei sehr lesenswerte Beiträge zum Thema geschrieben.

Freitag, 6. Juli 2012

Primiz in Paderborn

Näheres zur morgigen Primiz siehe hier!

Dienstag, 3. Juli 2012

Prämonstratenser

Der Prämonstratenserorden gehört heute nicht unbedingt mehr zu den bekanntesten der Kirche. Dieser Blog beschäftigt sich intensiver mit ihm.
Eine gut gemachte Literaturliste von online verfügbaren Büchern gibt es dort ebenfalls.

Moslems an katholischen Schulen


Am 19. Juni begab sich Bischof Dominique Lebrun (54) von Saint Etienne bei  Lyon zur Eröffnung einer neuen Moschee. Das schrieb die Webseite "riposte-catholique.fr". In seiner Ansprache erwähnte der Bischof, daß an mehreren katholischen Schulen bereits bis zu achtzig Prozent der Kinder Moslems seien. Wie seine Exzellenz weiter ausführte, trage das zum Frieden und zum gegenseitigen Verständnis bei... Diese 80% Moslems beten bestimmt täglich das Vater unser, das Ave Maria und studieren die Hl Schrift. Mittags essen bestimmt alle Schweinefleisch. Es wird wohl auch nicht lange dauern, bis seine Exzellenz einen Imam als Geheimsekretär beschäftigen wird. 
Noch eine Facette:
70% der 1167 Inhaftierten in der Berliner Jugendarrestanstalt Lichtenrade sind Moslems… aus diesem Grunde wird dort kein Schweinefleisch mehr serviert. Man serviert dort doch nicht etwa das teure Rindfleisch? Ich sage jetzt lieber nicht, was ich denke, aber wird nicht immer von Ernährungswissenschaftlern fleischlose Kost propagiert?
Genug der Polemik, vielleicht sehe ich einmal wieder viel zu schwarz.
Die Folgen der staatlichen Religionsfreiheit, die ja auf dem letzten Konzil auch von der Hl. Kirche zur Doktrin erhoben wurde, bekommt das ehemals christliche Abendland allerdings schon jetzt mehr als deutlich zu spüren.
 
 

Montag, 2. Juli 2012

Mariae Heimsuchung

Es gleicht einem Wunder, daß das Fest Mariä Heimsuchung in den deutschen Diözesen an seinem alten Termin, dem 2 Juli, verbleiben durfte, während ja die Restkirche gezwungen ist, es nunmehr schon am 31. Mai zu feiern.
1. Maria ging hinaus zu Zachariä Haus, durch Berge rauh und steil, ging sie in aller Eil', zur alten Priesterstadt, nach heil'gen Geistes Rat.

2. Nicht wandelte allein die Jungfrau zart und rein, sie trug den Gottessohn in ihres Herzens Thron, der Engel heil'ge Schar unsichtbar bei ihr war.

3. Als sie vom Hause ging, sie das Gebet anfing, hat gott betrachtet viel bis an der Reise Ziel, wo sie voll demut steht und grüßt Elisabeth.
4. Elisabeth sogleich verneigt sich freudenreich; erkennt die Gottesbraut, preist ihre Würde laut: "Gott teilt dem ganzen Haus des Segens Fülle aus.
6. O Haus, so hoch geehrt, welch Heil ward dir beschert! Der Quell der Heiligkeit, der Born der Seligkeit, Gott, der im Himmel thront, hat auch in dir gewohnt!

7. Ach komm, o Jungfrau rein, auch in mein Herz hinein bring mir das höchste Gut, Gott Sohn in Fleisch und Blut, und segne Seel und Leib und ewig bei mir bleib!
Dieses Lied verfasste Friedrich von Spee, der große Jesuit und Kämpfer gegen den Hexenwahn seiner Zeit, im Jahr 1623. Die Textfassung hier stammt aus dem Paderborner Diözesangesangbuch "Sursum Corda", Ausgabe 1874. Unzählige, mehr oder weniger glückliche, Textfassungen des Originalliedes sind in Deutschland verbreitet und man darf wohl mit Recht von einem der beliebtesten Wallfahrtslieder überhaupt sprechen.

Es sagte... Johannes Dyba

Da hat man mir doch am Samstag eine kleine Liste mit Zitaten aus dem Redeschatz des verstorbenen Erzbischofes Johannes Dyba zugeschickt. Dyba's Reden waren sowohl in Gänze als auch in Auszügen gut, darum will ich den Zitatenschatz nicht für mich behalten:

-Alles kommt und geht  -  die Kirche aber ist geblieben!
-Ein Staat ohne Gott ist im besten Falle eine gutorganisierte Räuberbande.
-Wenn man am Abgrund steht, ist jeder Rückschritt ein Fortschritt.
-Die Bedeutung Gottes hängt nicht davon ab, wie viele Menschen ihn bedeutend finden.

-Zweifel sind nicht dazu da, daß man sie mästet.
-Ich fordere nicht die Abschaffung der Kirchensteuer. Aber ohne sie überlebt die Kirche auch.
-Wir hatten jahrzehntelang zuviel Geld und zu wenig Mut.
-Das Rückgrat der Kirche ist für mich nicht die Kirchensteuer, sondern der Glaube der Gläubigen.
-Der Glaube verlangt vom Menschen die Entscheidung für Gott und für ein Leben mit Gott. Das ist absolut nicht nach dem Geschmack der modernen Welt.
-Wahrer Friede ist die Frucht der Bekehrung zu Gott. Erst die Umkehr, dann der Friede!  -  So lautet auch die Verheißung der Engel: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Huld.“
-Ich bin Priester geworden statt Jurist, um das Wort Gottes in der eigenen Sprache zu verkünden und nicht, um als Diplomat in verschiedenen Sprachen immer zu schweigen.

-Es gehört heute kein Mut dazu, innerhalb der katholischen Kirche den Papst zu kritisieren. Mut gehört dazu, zum Papst zu stehen.

Freitag, 15. Juni 2012

Rauchfassel-Watsch'n

Ministranten in der "guten alten Zeit" gerieten durchaus schon einmal handfest aneinander, wenn es um den Dienst am Weihrauchfaß ging. Heute ist es in unserer Gemeinde eher so, daß den Herren und Damen schon bei der Opferbereitung das Feuer ausgegangen ist. Nebenbei vergißt man dann auch noch, Priester und Volk zu inzensieren, weil man beim Üben nicht aufgepaßt hat bzw. einem der ganze Dienst sowieso recht egal ist. Aber das muß nicht so sein. In Bayern, dem  man immer schon handfestere Sitten und Gebräuche nachsagte, kam es jüngst zu diesem Vorfall.
Nein, ich kommentiere diesen Fall jetzt nicht, es könnte eine recht vorkonziliare Attacke werden...

Dienstag, 12. Juni 2012

13. Juni: Hl. Antonius von Padua

Morgen ist das Fest des Hl. Antonius von Padua. Von nur wenigen Heiligen gibt es so viele Gebete und Lieder, von denen eines der bekannteren hier folgen soll. Die Melodie dürfte in der Diözese Paderborn bekannt sein. Sie ist identisch mit der des Liedes "Sankt Johannes hoch in Gnaden." Wer der Dichter des Liedes ist, habe ich noch nicht herausfinden können. Eines dürfte aber sicher sein: Wer, wie in Strophe 3, "Macht" auf "jagd" reimt, kann nur ein echter Westfale sein!

  1. Sankt Antoni, hochgepriesen, große Ehr' hat dir erwiesen Jesus, den man als ein Kind stets an deiner Seite find'.
  2. Jesum trägst Du auf den Armen, der sich unser woll' erbarmen; die schneeweiße Lielienblum' kündet deiner Keuschheit Ruhm.
  3. Deinen großen Wunderzeichen müssen alle Feinde weichen; deiner Fürbitt' große Macht Satan selbst von dannen jagd.
  4. Auf dein fleh'n hat Gott das Leben vielen Toten neu gegeben; die schon Grabesnacht bedeckt, wurden wieder auferweckt. 
  5. Schwer verirrte arme Seelen, solche, die im Glauben fehlen, hast du wunderbar bekehrt und den rechten Weg gelehrt.
  6. Denen, die in Angst und Schmerzen deine Hilf' begehrt von Herzen, halfest du in ihrer Not, wehrtest ab den nahen Tod. 
  7. Auch des Leibes kranke Glieder heiltest Gottesmann, du wieder; und verlor'nes Gut und Geld ward durch dich zurückgestellt.
  8. Die in Banden elend seufzten schwerbedroht das Meer durchkreuzten und zu dir sich hingewandt, fühlten deine starke Hand.
  9. Komm zu Hilf' auch uns, den Deinen, wann wir in der Trübsal weinen; schirme uns in allem Leid, führe uns zur Seligkeit. 
Text: Sursum Corda, Ausgabe 1874-1948, No. 307

An der Kluskapelle bei Neuenheerse wird der Hl. Antonius als Nebenpatron verehrt, Hauptpatron ist dort der Hl. Wüstenvater Antonius (Fest am 17. Januar). Aber wie das so geht: Der Wüstenvater mit seinem Ferkel an der Seite ist den Westfalen als Viehpatron lieb und teuer, aber sein Namensvetter aus Padua erweist sich nicht nur bei verlorenen Sachen als probater Helfer, sondern hat auch noch seinen Festtag im schönen Monat Juni. So wallt man also in Neuenheerse am Sonntag nach dem 13. Juni in Prozession zur Kluskapelle, um dort das Hochamt zu feiern.

Dienstag, 5. Juni 2012

Schweigemeditation

Der Pastoralverbund, den wir schon mehrfach hier kennenlernten, nennen wir ihn wie bislang ruhig Dunkelwald, hat ein neues geistliches Angebot: 
Jeden Montag findet nun in dem kleinen Dorfe Glasheim eine Schweigemeditation statt. Der Ort hat eine moderne Kirche aus den 1960iger Jahren, die sogar über eine heimelige Krypta verfügt. Eigentlich böten sich diese beiden Sakralräume ja für ein geistliches Angebot an. Die Meditation findet aber in der unbewohnten Vikarie statt, die man als Pfarrheim nutzt. Vielleicht läßt es sich da besser schweigen, weil es nicht so schallt? Oder aber... habe ich in meinem provinziell-verstockten katholischen Traditionalismus einfach keinen Sinn für zeitgemäße Andachtsformen? Ein lesenswerter Beitrag auf "Echo Romeo" jedenfalls gibt mir jetzt doch zu denken...

Heiliger Bonifatius, 5. Juni

Heute ist das Fest des Hl. Bonifatius. Die Lieder zu seinem Festtage sind heutzutage rar geworden. Hier soll ein früher recht bekanntes Einheitslied für alle Bistümer folgen. Für alle, die es einmal im Gottesdienst probieren wollen: Die Melodie ist recht einfach. Es ist die Melodie des Liedes "Ihr Freunde Gottes allzugleich..."
  1. Der du das blinde Heidentum im deutschen Land vernichtet, und Jesu, deinem Herrn zum Ruhm Altäre hast errichtet: Für Deutschland Gnad bei Gott erfleh', daß stets es fest im Glauben steh', o heil'ger Bonifatius.
  2. Mit heilgem Mut gingst du ans Werk und scheutest nicht Beschwerde; und Gott war mit dir, gab dir Stärk', zu sammeln seine Herde. Für Deutschland...
  3. Die Götzentempel stürzten ein, wo du dich hingekehret; den Opfertisch, den Götzenhain hat deine Hand zerstöret. Für Deutschland...
  4. Der Heiligsten Dreifaltigkeit hast du im deutschen Lande viel hohe Tempel eingeweiht, zersprengt des Satans Bande.  Für Deutschland...
  5. Dein Leben gabst du freudig hin, erwarbst die Marterkrone; im Sterben fandst du nur Gewinn für dich zum ew'gen Lohne. Für Deutschland...
  6. Sei stets nun Deutschlands Schutzpatron, erfleh ihm Glaubenstreue; vertritt es dort am höchsten Thron, vom Irrtum es befreie.  Für Deutschland...
  7. Nimm auf des Herzens frohen Dank, womit wir Dich hier ehren, bis Gott wir bringen Lobgesang, mit dir in Himmelschören.  Für Deutschland Gnad bei Gott erfleh...

Freitag, 1. Juni 2012

Herz-Jesu-Monat

Der Juni ist der Herz-Jesu Monat. Da die Andacht zum Hl. Herzen Jesu in unseren Gemeinden fast ausgestorben ist, wollen wir sie hier ein wenig pflegen. Beginnen wir mit der Nr. 231 aus dem Sursum-Corda, Ausg. 1874-1948:
  1. Tausendmal, o Herr begrüße ich dein liebevolles Herz! Ach, durch deines Herzens Süße lind're, Jesu, meine Schmerz! Wohl hat glücklich einst getroffen Jesu Herz des Leidens Speer; denn nun steht's voll Gnade offen, schließet sich uns nimmermehr.
  2. O verlor'ne Adamskinder, schöpfet wieder frohen Mut; denn es gibt für alle Sünder Jesu Herz sein teures Blut! Aus dem Herzen Jesu rinnen Gnadenströme stets herab, unsre Seelen zu gewinnen, unsre Schuld zu waschen ab.
  3. Soll ich Schmerz und Weh ertragen, stößt mir schweres Leiden zu, werd ich dennoch nicht verzagen, Jesu Herz gibt Trost und Ruh. Droht um meiner vielen Sünden mir des Richters Racheschwert: ach, wo soll ich Zuflucht finden, wenn dies Herz sie nicht gewährt?
  4. O, so sei denn stets gepriesen, Jesu Herz, du teurer Hort! Selig ist, wer dich erkiesen als des Friedens sichern Port! In dir will ich mich verschließen, du sollst meine Heimat sein; will hienieden in dir büßen, in dir ewig mich erfreu'n!


Dienstag, 29. Mai 2012

Liborius in Saint Louis

Sie war einmal sehr schön, die St. Liborius-Kirche in Saint Louis. Schon 1992 wurde sie geschlossen. Was aus dem schönen Gotteshaus wurde, kann man hier sehen. Weitere Bilder gibt es hier. Da sie zudem unserem Diözesanpatron geweiht ist, tun solche Bilder einfach nur weh. Wie schön die Kirche einmal war, läßt sich wahrscheinlich auf den alten Bildern nur erahnen.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Viel Deiner Schäflein...

Der Mai ist die Gelegenheit, einmal ein früher recht gern gesungenes Lied wieder aus der Versenkung zu holen:
  1. 1. Viel deiner Schäflein sind nun angekommen, Sünder und Büßer und auch viele Frommen. Gnade zu suchen beim göttlichen Sohn, hier vor Mariens hochheiligem Thron.
  2. Selbst die gefallenen reu´vollen Sünder rufen zur Mutter als weinende Kinder: Nimm dich, o Mittlerin, unser auch an, da uns dein Jesus noch gnädig sein kann.
  3. Noch will ich heut meine Sünden bereuen und meine büßende Seele dir weihen. Zuflucht der Sünder, nach Gott du allein sollst meine Mutter und Trösterin sein.
  4. Wir wollen endlich den Tag jetz beschließen und dich, Maria, vieltausendmal grüßen. Du wirst im Sterben uns Helferin sein: Dann kommen wir auch in den Himmel hinein.
Unnötig zu sagen, daß das Lied heute nur noch vor sehr wenigen Pfarrern und Organisten Gnade findet... Ich würde mir wünschen, es einmal wieder in der Maiandacht singen zu dürfen. Aber in einer richtigen Maiandacht, nicht in so einer aus der Not von Laienhelfern gestalteten. Nichts gegen solche Andachten, sie sind auch wertvoll. Aber manchmal frage ich mich, warum in unseren Gemeinden keine Segensandacht mehr ist. Trotz Priestermangel müßte es doch ab und an möglich sein, eine Andacht mit Aussetzung und Segen zu halten.

Montag, 14. Mai 2012

Erlebniswelten

Es mag vielleicht ein wenig respektlos klingen, aber einen katholischen Erlebnispark dürfte es nicht allzu oft geben! Über guten Geschmack mag man streiten, ich gebe meine Schwäche für Grotten jeder Art gerne zu. Meine Fazit: Schön und zugleich schade, daß es so weit weg ist...

Donnerstag, 10. Mai 2012

Maria Maienkönigin zum zweiten

Ich komme noch einmal auf das bekannte Lied Maria Maienkönigin zurück. "Caecilia" hat sich ebenfalls mit dem Lied auseinandergesetzt. Da er es mit größerer Akribie tat als ich, ist der Artikel sehr lesenswert. Dort ist auch der Link zum Originaltext von Guido Maria Görres abrufbar.

Freitag, 4. Mai 2012

Maria Maienkönigin!

Maria Maienkönigin!
Lange hat es gebraucht, bis die "Maiandacht", von Italien aus kommend, auch Deutschland erobert hatte. 1852, also vor 160 Jahren, fand im Bistum Paderborn erstmals eine Maiandacht statt. Sie wurde in den Folgejahren eine Lieblingsandacht des katholischen Volkes. Unzählige Mainadachtsbücher mit Texten für jeden Tag des Monats erschienen, und in vielen Kirchen war täglich Maiandacht, ein- bis zweimal in der Woche auch mit Aussetzung. Von all der Herrlichkeit ist nicht viel geblieben. Verschwunden sind die meisten Maialtäre in den Häusern, und auch in den Kirchen werden sie seltener. Die wenigen Orte (zumeist Wallfahrtsorte), an denen noch Maiandachten stattfinden, erfreuen sich regen Zulaufs. Dort trifft sich alles, was die überkommenen Frömmigkeitsformen noch nicht völlig "über Bord geworfen" hat; auch erfreulich viele junge Leute. Aber auch die wenigen Oasen in der volksliturgischen Wüste des 21. Jahrhunderts haben sich gewisse Kreise vorgeknöpft. Als Beispiel mag das Lied "Maria Maienkönigin" dienen. Die merkwürdigsten Texte wurden den bekannten Melodien dieses Liedes mittlerweile untergeschoben. Die Argumente sind die üblichen: keine zeitgemäße Sprache, zu süßlich, etc. pp. - Liebe Dauer-Neuerer: Laßt uns damit zufrieden! Wir wollen nicht umerzogen werden und auch keine sozialpädagogisch wertvollen Liedchen trällern. Wir wollen einfach jene Frömmigkeitsformen mit Andacht pflegen, die auch unsere Väter pflegten. Einige der alten Maiandachtslieder werde ich im Laufe des Monats an dieser Stelle "auferstehen" lassen. Kopieren und vor allem Singen ist ausdrücklich erwünscht! Hier nun also jener Text, den man mittlerweile in den Kirchen fast nicht mehr hört und den es mit leichten Varianten einst in ganz Deutschland gab:  
  1. Maria, Maienkönigin, Dich will der Mai begrüßen. O segne seinen Anbegin (ihn mit holdem Sinn) und uns zu deinen Füßen. 
  2. Maria, Dir befehlen wir, was grünt und blüht auf Erden: O lass es eine Himmelszier in Gottes Garten werden. 
  3. Behüte uns mit treuem Fleiß, o Königin der Frauen, die Herzensblüten lilienweiss auf grünen Maiesauen. 
  4.  Vor allem sind's der Blümlein drei, die laß kein Sturm entlauben: Die Hoffnung grün und sorgenfrei, die Liebe und den Glauben. 
  5. Laß Himmelsblumen um und um in aller Herzen sprießen, und mache sie zum Heiligtum, drin sich der Mai erschlossen. 
  6. Die Seelen kalt und glaubensarm, die mit Verzweiflung ringen, o mach sie hell und liebewarm, damit sie freudig singen. 
  7.  O lass sie gleich der Nachtigall im Liede sich erschwingen und mit der Freude hellstem Schall Dir Maienlieder singen. 
  8.  Zu dir sich wenden froh empor, wie Blumen zu der Sonne, und preisen mit dem Engelchor dich einst in ew'ger Wonne.

Dienstag, 24. April 2012

Der Heiland und das Butterbrot

Neulich, in einer kleinen Filialkapelle irgendwo im gebirgigen Westfalen: Werktagsmesse. Der Zelebrant entsteigt seinem Auto, als eine der beiden eingeteilten Ministrantinnen gerade den Weg zur Kapelle hochschlendert - und dabei ein Butterbrot mampft. Der Priester spricht das Mädchen höflich darauf an und weist noch einmal darauf hin, daß man eine Stunde vor Empfang der Hl. Kommunion nüchtern bleiben muß, sie also nicht kommunizieren kann. Bei der Kommunionspendung übergeht der Priester das eben noch frisch belehrte Mädchen und teilt die Hl. Kommunion nur der zweiten Ministrantin aus. Kaum hat er sich abgewandt, bricht jene "ihre" Hostie in zwei Teile und gibt die andere Hälfte ihrer Mitministrantin. Dazu sage ich jetzt nichts. Da ja in den Gemeinden nur zu oft keine vernünftige Sakramentenkatechese gehalten wird, darf man sich nicht wundern, wenn so etwas dabei heraus kommt. Das aber die Großmutter der so "geschwisterlich teilenden" Ministrantin sich noch gegenüber anderen Damen über die "soziale Kälte, das arrogante Verhalten und überhaupt die altmodisch verstaubten Ansichten des Seelsorgers" wie eine wildgewordene Pute echauffiert, ist schlichtweg ein Skandal! Die Dame hat so einiges gesagt, daß nicht nur ihre absolute Unwissenheit in religiösen Dingen, sondern leider auch noch ihre grenzenlose Dummheit offenbarte. Wenn ich das Gespräch nicht mit eigenen Ohren (ja, ich geb's zu) belauscht hätte, würde ich es wohl immer noch nicht glauben. Den Satz "Das sind die Folgen der Handkommunion" verkneife ich mir, denke ihn aber dafür umso lauter...

Freitag, 20. April 2012

Nationalparkdemonstration

Politik ist eigentlich nicht gerade mein Lieblingsbetätigungsfeld. Da aber wesentliche Teile unseres Hochstiftes momentan durch die geplante Einrichtung eines Nationalparkes bedroht sind, muß ich auf diese Demonstration hinweisen. Die Rechtsnachfolger der Diebe von 1803 versuchen abermals, der einheimischen Bevölkerung die Wirtschafts- und Betretungsrechte ihrer Heimat zu beschneiden. Wehren wir uns!

Kapellenräume und "Volksaltäre"...

Ich will an dieser Stelle die Debatte um Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit von sogenannten "Volksaltären" in unseren Kirchen nicht aufnehmen. Ich persönlich bin kein Freund dieser Einrichtung. Neben den liturgischen gibt es auch architektonische und künstlerische Gründe, die oft gegen sie sprechen. In kleineren Kapellenräumen wirken sie oft mehr als deplaziert. Der kleine Raum wurde nicht auf den neuen Altar hin konzipiert, der Volksaltar wird immer wie ein Hindernis im Raume stehen und zudem ob seiner oft zu bemerkenden Behelfsmäßigkeit und Dürftigkeit mehr ein Störfaktor denn ein liturgischer Ort sein. Irgendwo in Westfalen steht diese Kapelle, die ich bei einem Sonntagsausflug entdeckte und sofort auf Platte gebannt habe:
Ein schöner Raum, der nach meiner Schätzung etwa 30 Gläubige fassen mag. Der mehr als aufdringliche Volksaltar sprengt leider jeden Rahmen. Schade, hier wäre "Nichts" einfach mehr gewesen, und zudem hätte man viel Geld sparen können.
Es geht auch besser, wie die Kluskapelle in Ahden (Altkreis Büren) zeigt.
Auch die Gemeinde Altenhellefeld hat ihre Kapelle St. Antonius Eremita in unverbauter Schönheit erhalten.
Noch ein positives Beispiel aus dem Altkreis Büren.