Freitag, 16. September 2011

Dem zeitigen Pfarrer zu K. im Oberwaldischen...

(...) Dieselbe Rücksicht auf die Mitmenschen verlangt nicht nur, daß man rechtzeitig anfängt, sondern auch daß man rechtzeitig aufhört. Prediger, die kein Ende finden, Zelebranten, die für eine Kindermesse dreiviertel Stunden brauchen, sind Egoisten, genau so wie ein Hochschulprofessor, der nach dem Glockenzeichen immer weiter redet, Unbekümmert darum, daß seine Studenten noch andere Vorlesungen haben oder zum. Mittagessen nach Hause gehen wollen. (...)
Nicht auf das Volumen der Stimme kommt es an, sondern auf langsames, angestrengtes, sauberes Sprechen. Wenn man jemand nicht versteht, so ist bei ihm meistens nicht eine organische Schwäche schuld, sondern Faulheit. (...)

aus:
Ludwig Hertling S.J.: Priesterliche Umgangsformen.
Innsbruck, Rauch 1930.

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