Donnerstag, 29. September 2011

Requiem im außerordentlichen Ritus

Dieser Tage erreichte mich eine Anfrage, was man für Zelebranten und Meßdiener bei einem Requiem im alten (außerordentlichen) Ritus beachten müsse. Da es vielleicht auch andere interessieren könnte, hier einmal die zu beachtenden Unterschiede:

1. Kein Blumenschmuck auf dem Altar; wenn möglich, einfache Canontafeln oder spezielle Canontafeln für das Requiem. Altarleuchter, wenn möglich, durch einfachere austauschen. Achtung: Schwarze Antependien oder Altarbehänge sind eigentlich nicht erlaubt, wo solche in Gebrauch sind, dürfen sie "aufgebraucht" werden.
2. Die Ministranten tragen möglichst schwarze Talare, die Farbe des Meßgewandes beim Priester ist grundsätzlich schwarz.


Im Requiem unterbleiben alle Ehrenreverenzen zu Personen, d.h. alle Verneigungen vor dem Priester bzw. zum Tabernakel beim Darreichen der Kännchen‚ beim Lavabo und beim Abholen des Buches usw. Nur die Verneigungen zum Namen Gottes, der Gottesmutter und des Papstes im Kanon verbleiben.
Beim Stufengebet entfällt der Psalm "Judica": Auf "Introibo... ad Deum..." folgt sofort "Adjutorium nostrum..."
3. Das lateinische Kreuzzeichen von Priester und Ministranten beim Introitus entfällt. Stattdessen macht der Priester ein Kreuzzeichen über das Missale. Das "Gloria patri" im Introitus entfällt.
4. Betet der Priester nach der Epistel das "Dies irae" (nicht in allen Totenmessen vorgeschrieben), bleibt der (rechte) Meßdiener bis zu dessen Ende an seinem Platz und geht erst dann auf die Epistelseite, um das Buch umzutragen.
5. Bei der Opferung unterbleibt die Segnung des Wassers. Ist es üblich, daß die Ministranten die Henkel der Kännchen und die Hand des Zelebranten vor dem Anreichen küssen, unterbleibt auch dieses.
6. Das "Ite missa est" am Schluß entfällt. Stattdessen betet der Priester, zum Altare gewandt: "Requiescant in pace." Der Ministrant antwortet mit "Amen" und geht nicht in die Mitte zum Schlußsegen, da dieser ebenfalls ausfällt.
Für das gesungene Requiem gilt:
1. Die Evangelienprozession mit Leuchtern entfällt. Der rechte Ministrant trägt wie gewöhnlich das Buch um und begibt sich wieder an seinen Platz.
2. Weihrauch wird nur zur Opferung und zur Wandlung gebraucht. Opfergaben und Altar werden wie gewohnt inzensiert, anschließend wie immer der Zelebrant. Die übrigen Kleriker, Ministranten und das Volk werden nicht inzensiert! Inzens zur Wandlung wie im gewöhnlichen Hochamt.

Donnerstag, 22. September 2011

Verkündigungsrichtung

Immer wieder kommt die Frage auf, warum denn in der "alten Messe" Epistel und Evangelium zum Altare hin, also mit dem "Rücken zum Volke" (ich mag diese Kampfparole nicht!) gelesen wurden und das dazu auch noch auf Latein, das doch so wenige nur "verstehen." Nun, nicht jeder, der einen Text verstanden hat, hat ihn auch schon verstanden...
Alles weitere findet sich in diesem Text, für den ich hier einmal werben möchte:

http://anmerkungendonecvenias.blogspot.com/2011/09/verkundigungsrichtung.html

Mittwoch, 21. September 2011

Heizbare Kredenz!

Wer sich nicht zu helfen weiß, ist nicht wert, daß er in Verlegenheit kommt!
Manche Kirchenräume sind wirklich unpraktisch eingerichtet. Aber was hilft es, wenn der Heizkörper unmöglicher nicht plaziert sein könnte? Da muß er dann eben auch schonmal als Kredenz herhalten:
http://www.flickr.com/photos/josephshaw/6001751780/

Freitag, 16. September 2011

Dem zeitigen Pfarrer zu K. im Oberwaldischen...

(...) Dieselbe Rücksicht auf die Mitmenschen verlangt nicht nur, daß man rechtzeitig anfängt, sondern auch daß man rechtzeitig aufhört. Prediger, die kein Ende finden, Zelebranten, die für eine Kindermesse dreiviertel Stunden brauchen, sind Egoisten, genau so wie ein Hochschulprofessor, der nach dem Glockenzeichen immer weiter redet, Unbekümmert darum, daß seine Studenten noch andere Vorlesungen haben oder zum. Mittagessen nach Hause gehen wollen. (...)
Nicht auf das Volumen der Stimme kommt es an, sondern auf langsames, angestrengtes, sauberes Sprechen. Wenn man jemand nicht versteht, so ist bei ihm meistens nicht eine organische Schwäche schuld, sondern Faulheit. (...)

aus:
Ludwig Hertling S.J.: Priesterliche Umgangsformen.
Innsbruck, Rauch 1930.

Donnerstag, 15. September 2011

Abschied von der Meerhofer Kirche

Schon eine Renovierung Ende der 1950er Jahre hatte es nicht sehr gut mit der Pfarrkirche St. Laurentius zu Meerhof /Westf. gemeint. Immerhin hatte man noch einen Hochaltar und diverse Versatzstücke der neoromanischen Einrichtung.
Nun hat sich die "Junge Kirche Effata" mit Zustimmung des Pfarrers über das Gotteshaus hergemacht.
Hier ist das Drama in Bilder gefaßt:
http://www.pv-sintfeld-diemeltal.de/index.php?option=com_phocagallery&view=category&id=11:zweite-grosse-umbauaktion&Itemid=100

Und hier noch ein Link:
http://www.pv-sintfeld-diemeltal.de/index.php?option=com_phocagallery&view=category&id=7:juki&Itemid=100

Macht Euch die Mühe und klickt durch die Bilder. Man könnte heulen. Die Meerhofer sind, nicht ganz unschuldig, völlig machtlos. Erst haben sie Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat kampflos den zugezogenen Fokolaren und Charismaten überlassen, und nun, da sie die Folgen sehen, weinen sie die bittersten Tränen.
Und im Pastoralverbund kreist nun das bitterböse Wort von den "Liturgiezigeunern." Sonst erzählt man uns immer, wir müßten uns in Zeiten des Priestermangels daran gewöhnen, die Hl. Messe auch anderswo zu besuchen. Tun die Leute das dann, werden sie als Meßtouristen und Liturgiezigeuner beschimpft.
Für die Meerhofer Kirche beginnt das Ende nun erst richtig. Konnte man die bisherigen Verschandelungen noch problemlos zurückbauen, wird bei der bevorstehenden Kirchenrenovierung tabula rasa gemacht: Die Kommunionbank hat man schon vor 2 Jahren abgesägt, nun wird auch der Hochaltar fallen. Der gesamte Chor wird zeitgleich seiner Stufenanlage beraubt und eingeebnet.

Freitag, 9. September 2011

Hochwasser die zweite

Nun hat die Hochwasserkatastrophe sogar Rom erreicht.

Und da man ja auch nicht immer nur griesgrämig meckern soll, hier mal die ordnungsgemäße Variante:



Die Bilder durfte ich diesmal "klauen". Herzlichen Dank an:
http://fsspnantes.over-blog.com/

Donnerstag, 8. September 2011

Ministranten

Ich will hier nicht die Debatte über Ministrantinnen neu entfachen, dafür gibt es geeignetere Orte:
http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?f=3&t=12758
Es gibt aber Dinge, die waren früher schon kaum und sind heute erst recht nicht tolerierbar. Es ist die Rede von zu kurzen Talaren und Chorröcken, volkstümlich gern als "Hochwasser" bezeichnet. So etwas sieht mehr als grausam aus und läßt die Liturgie zur optischen Farce werden. Kurz und gut: unwürdig!
Kurze Chorrockärmel sind nur tolerierbar, wenn darunter Talar mit langen Ärmeln getragen wird. Zu kurze Talare sind vollkommen inakzeptabel.
Wenn man aber schon gezwungen ist, so etwas zu tragen, dann bitte nicht mit nackten Beinen und Armen! Offenbar haben bei folgendem Bild Elternhaus, Küster und Zelebrant mehr als total versagt: