Donnerstag, 25. August 2011

Meinolphuslieder

Wenn ich nun schon vom Meinolphusfest geschrieben habe, muß ich auch noch die beiden alten Meinolphuslieder anführen, die beim Fest traditionell gesungen werden. Die  ersten beiden stammen aus Wewelsburg, das dritte aus Haaren, wo man einen Teil der Meinolphusreliquien besitzt.
1. Sankt Meinolph preiset immerdar! Heut vor allen laßt uns wallen zu des Heilgen Festaltar! Lasset uns sein Lob verkünden, ihn verehren bei den Linden, wo ihn Wichtrud uns gebar.

2. Du heller Stern im Sachsenland! Deine Klarheit hat in Wahrheit Karl der Große früh erkannt. Hat auf Gottes Rat von oben aus der Taufe Dich gehoben und Meinolphus Dich genannt.

3. Du Jünger von Sankt Badurad! Christi Ehren zu vermehren halfst Du ihm mit Rat und Tat. Seine Worte Dich entzünden, Deinem Gott ein Haus zu gründen, Frommen eine Zufluchtsstatt.

4. Zum Orte ist durch Gottes Wahl auf Dein Flehen ausersehen dieses stille Waldestal! Wo der Hirsch sich vor Dir neigte, dessen Stirn ein Kreuzbild zeigte, glänzender als Sonnenstrahl.

5. Und als das Gotteshaus vollbracht, strahlet helle von der Schwelle Christi Licht in dunkle Nacht. Fromme Frauen mit Dir bauen, und es wächst in deutschen Gauen Christi Reich und seine Macht!

6. Du Blume wahrer Frömmigkeit! Dein Erbarmen hilft den Armen, Kranken Deine Heiligkeit! Alle Wunden schnell gesunden, selbst der Tod hat es empfunden, daß Dich Christi Macht geweiht.

7. Sankt Meinolph, heil’ger Diakon! Deinem Leben nachzustreben hilf uns mächt’ger Schutzpatron. Woll’ in Wetter, Not und Stürmen, woll im Tode uns beschirmen, führ’ uns einst zu Gottes Thron!


Auf die Weise: Sei gegrüßet o Libori1.  
1. Sieh nach mehr als tausend Jahren, Heilger Meinolph! Gläub’ge Scharen /
hier vereint in Deinem Tal. Dank dem Heiland zu erweisen, für die Tugend ihn zu preisen,
die dich schmücket ohne Zahl.

2. Deine reine, heil’ge Jugend / war in jeder Christentugend / leuchtend Vorbild allen schon.
Schütz auch unsre Jugend, bitte, / daß sie stets in reiner Sitte / strebe nach der Himmelskron.

3. Deinem Heiland zu gefallen, Gottes Wege stets zu wallen, gabst Du hin der Erde Tand.
Lehr’ auch uns die Welt verachten, nach dem Ewigen zu trachten, nach dem wahren Vaterland.

4. Jesu, dessen Haupt die Stätte / fehlet, wo es Ruhe hätte, schenkst zur Wohnung Du Dein Herz.
Bitte, daß nicht böse Triebe je uns rauben Jesu Liebe, und erneuern seinen Schmerz.

5. Deinem Heiland treu ergeben, weihtest Du Dein ganzes Leben / stets in Tugend Deinem Gott.
Gib Beharrlichkeit uns allen, daß wir durch das Leben wallen, Gott getreu bis in den Tod.

6. Meinolph, erste Himmelsblüte / Deines Volkes, o behüte / allzeit unser Vaterland!
Woll’ vor Irrtum es bewahren, daß nach abertausend Jahren / es noch glaube unverwandt!


Das Haarener Lied:
1. Heilger Meinolf, Deine Jugend und Dein Alter war voll Tugend,
ohne Makel, engelrein. Gottes Ehren stets vermehren,
war auf Erden dein Begehren, öffentlich und insgeheim.

2. Jesu Lehre zu verbreiten, Sünd und Laster auszureuten,
darauf ging Dein ganzer Sinn. Um die Schwachen zu erquicken,
um die Armen zu beglücken, gabst Du Deinen Reichtum hin.

3. In der Näh bei unsern Feldern, in den einsam stillen Wäldern,
hier sprachst Du für alle Zeit: "Schöpfer, Gott! bei diesen hellen,
silberweißen Wasserquellen, sei mein Leben Dir geweiht!"

4. Dort, wo sich der Hirsch Dir zeigte, mit dem Kreuz sich vor Dir beugte,
dort, wo alles öde war: bautest Du aus heil'gem Triebe,
Gott dem Herrn allein zuliebe, Kloster, Tempel und Altar.

5. Hier nun, wie in Engel-Chören, ließ sich das Lob Gottes hören;
wo das wilde Vieh sonst lief, sah man jetzt zu heil'gen Hallen
andachtsvoll die Menschen wallen, deren Gebet zum Himmel stieg.

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