Mittwoch, 31. August 2011

Nomen est omen?

Zur Abwechslung mal etwas ganz anderes. In der Garnison Höxter an der Weser kennt ihn jeder: Joseph, seines Zeichens Bataillonsmaskottchen von Beruf und ansonsten Ziegenbock. Das ist auch nicht neu, Joseph hat schon eine beachtliche Ahnenreihe in der Einheit vorzuweisen. Die Soldaten lieben ihn, die Bürger lieben ihn, er lebt wie ein Kurfürst:

http://www.business-on.de/owl/bundeswehr-soldaten-kompanie-josef-ziegenbock-hoexter-_id11508.html

Wo aber solcher Friede sich breitet, kann der Teufel nicht weit sein. Der Kommandeur des Bataillons, P... GAISBAUER, hat nunmehr befohlen, das Tier "abzuschaffen." Mit einer modernen Einsatzarmee sei so etwas nicht mehr vereinbar und schon garnicht mehr zeitgemäß. Basta. Punkt.
Mir drängt sich da ein ganz anderer Gedanke auf: Ist der Herr Oberstleutnant es vielleicht einfach nur leid, von seinen Offizierskameraden als GEISBAUER tituliert zu werden? Dabei klingt das doch nett: "Gestatten: Gaisbauer, Geisbauer bei der ABC-Abwehr!"
Zudem ist ja Joseph auch keine Geis, sondern ein Bock...
Fazit: Offiziere können entsetzlich humorlose Menschen sein!

Dienstag, 30. August 2011

Kirchenumzug

Hundert Jahre sind es nun schon, seit einige Dörfer in den Fluten des damals neu erbauten Edersees im benachbarten Fürstentum Waldeck für immer versanken. Damit schien auch das Ende für die alte Augustinerinnen-Klosterkirche gekommen, die seit der sogenannten "Reformation" als Dorfkirche diente. Aber die Bericher wußten sich zu helfen...
Nein, Engel haben die Kirche nicht, wie einst das Hl. Haus von Loretto, weitergetragen. Aber die Einwohner des Dorfes haben ihre Kirche 1912 bis 1914 Stein für Stein abgetragen und in ihrem neuen Dorf einige Kilometer entfernt wieder aufgebaut. Man mag sich nicht vorstellen, zu was für eine Bau-"Lösung" man heute käme!
Der gotische Hochaltar birgt ein kleines Geheimnis: Der Jesusknabe hat an einer Hand 6 Finger! Wer es nicht glaubt, findet hier mehr dazu:

http://www.neuberich-fbg.de/ehemaligeklosterkirche.html

Es gibt dort noch mehr Bilder, ein wenig "stöbern" lohnt sich!


Donnerstag, 25. August 2011

Meinolphuslieder

Wenn ich nun schon vom Meinolphusfest geschrieben habe, muß ich auch noch die beiden alten Meinolphuslieder anführen, die beim Fest traditionell gesungen werden. Die  ersten beiden stammen aus Wewelsburg, das dritte aus Haaren, wo man einen Teil der Meinolphusreliquien besitzt.
1. Sankt Meinolph preiset immerdar! Heut vor allen laßt uns wallen zu des Heilgen Festaltar! Lasset uns sein Lob verkünden, ihn verehren bei den Linden, wo ihn Wichtrud uns gebar.

2. Du heller Stern im Sachsenland! Deine Klarheit hat in Wahrheit Karl der Große früh erkannt. Hat auf Gottes Rat von oben aus der Taufe Dich gehoben und Meinolphus Dich genannt.

3. Du Jünger von Sankt Badurad! Christi Ehren zu vermehren halfst Du ihm mit Rat und Tat. Seine Worte Dich entzünden, Deinem Gott ein Haus zu gründen, Frommen eine Zufluchtsstatt.

4. Zum Orte ist durch Gottes Wahl auf Dein Flehen ausersehen dieses stille Waldestal! Wo der Hirsch sich vor Dir neigte, dessen Stirn ein Kreuzbild zeigte, glänzender als Sonnenstrahl.

5. Und als das Gotteshaus vollbracht, strahlet helle von der Schwelle Christi Licht in dunkle Nacht. Fromme Frauen mit Dir bauen, und es wächst in deutschen Gauen Christi Reich und seine Macht!

6. Du Blume wahrer Frömmigkeit! Dein Erbarmen hilft den Armen, Kranken Deine Heiligkeit! Alle Wunden schnell gesunden, selbst der Tod hat es empfunden, daß Dich Christi Macht geweiht.

7. Sankt Meinolph, heil’ger Diakon! Deinem Leben nachzustreben hilf uns mächt’ger Schutzpatron. Woll’ in Wetter, Not und Stürmen, woll im Tode uns beschirmen, führ’ uns einst zu Gottes Thron!


Auf die Weise: Sei gegrüßet o Libori1.  
1. Sieh nach mehr als tausend Jahren, Heilger Meinolph! Gläub’ge Scharen /
hier vereint in Deinem Tal. Dank dem Heiland zu erweisen, für die Tugend ihn zu preisen,
die dich schmücket ohne Zahl.

2. Deine reine, heil’ge Jugend / war in jeder Christentugend / leuchtend Vorbild allen schon.
Schütz auch unsre Jugend, bitte, / daß sie stets in reiner Sitte / strebe nach der Himmelskron.

3. Deinem Heiland zu gefallen, Gottes Wege stets zu wallen, gabst Du hin der Erde Tand.
Lehr’ auch uns die Welt verachten, nach dem Ewigen zu trachten, nach dem wahren Vaterland.

4. Jesu, dessen Haupt die Stätte / fehlet, wo es Ruhe hätte, schenkst zur Wohnung Du Dein Herz.
Bitte, daß nicht böse Triebe je uns rauben Jesu Liebe, und erneuern seinen Schmerz.

5. Deinem Heiland treu ergeben, weihtest Du Dein ganzes Leben / stets in Tugend Deinem Gott.
Gib Beharrlichkeit uns allen, daß wir durch das Leben wallen, Gott getreu bis in den Tod.

6. Meinolph, erste Himmelsblüte / Deines Volkes, o behüte / allzeit unser Vaterland!
Woll’ vor Irrtum es bewahren, daß nach abertausend Jahren / es noch glaube unverwandt!


Das Haarener Lied:
1. Heilger Meinolf, Deine Jugend und Dein Alter war voll Tugend,
ohne Makel, engelrein. Gottes Ehren stets vermehren,
war auf Erden dein Begehren, öffentlich und insgeheim.

2. Jesu Lehre zu verbreiten, Sünd und Laster auszureuten,
darauf ging Dein ganzer Sinn. Um die Schwachen zu erquicken,
um die Armen zu beglücken, gabst Du Deinen Reichtum hin.

3. In der Näh bei unsern Feldern, in den einsam stillen Wäldern,
hier sprachst Du für alle Zeit: "Schöpfer, Gott! bei diesen hellen,
silberweißen Wasserquellen, sei mein Leben Dir geweiht!"

4. Dort, wo sich der Hirsch Dir zeigte, mit dem Kreuz sich vor Dir beugte,
dort, wo alles öde war: bautest Du aus heil'gem Triebe,
Gott dem Herrn allein zuliebe, Kloster, Tempel und Altar.

5. Hier nun, wie in Engel-Chören, ließ sich das Lob Gottes hören;
wo das wilde Vieh sonst lief, sah man jetzt zu heil'gen Hallen
andachtsvoll die Menschen wallen, deren Gebet zum Himmel stieg.

Meinolphustag in Böddeken

Westfalen hat nicht viele Heilige hervorgebracht, die eine größere Bekanntheit erreicht haben. Der Hl. Meinolphus ist wohl einer der im Hochstift volkstümlichsten lokalen Heiligen. Geboren wurde er wohl um 795 von seiner noch heidnischen Mutter Wichtrud irgendwo zwischen Haaren und Wewelsburg, der Überlieferung nach unter der Linde, die (oder deren Nachkomme) heute vor der ihm geweihten Kapelle unweit des später von ihm gegründeten Klosters Böddeken steht.
Meinolphus war adeliger Herkunft, Karl der Große wurde nach der Bekehrung seiner verwitweten Mutter sein Patenonkel. Er wurde unter Bischof Hathumar in der Domschule von Paderborn erzogen, ins Domstift aufgenommen und zum Diakon geweiht. 836 wurde er Archidiakon des Bistums, im selben Jahr holte er die Reliquien des Hl. Liborius von Le Mans nach Paderborn. 837 gründete er das Kanonissenstift Böddeken nahe Wewelsburg, der Überlieferung nach an jener Stelle, die ihm ein Hirsch mit einem Kreuz zwischen dem Geweih gezeigt hatte. Er war wesentlich an der Christianisierung seiner noch heidnischen Landsleute beteiligt. Er starb am 5. Oktober 857 in seiner Gründung Böddeken. Sein Fest wird ebenfalls als Paderborner Eigenfest am 5. Oktober gefeiert.
Das Kloster wurde später von Augustiner-Chorherren übernommen, bis diese durch die unselige Säkularisation 1803 vertrieben wurden.
Später übernahm die Familie von Mallinchrodt Kloster Böddeken und ließ unweit des ehemaligen Klosters an der überlieferten Geburtsstelle eine neugotische Kapelle nach Plänen von Vincenz Statz errichten. Die angebaute Eremitage ist voll eingerichtet, leider aber seit Jahrzehnten unbewohnt. Neben der Kapelle befindet sich der Friedhof der Familie von Mallinckrodt.
Da es sich im Oktober schlecht draußen feiern läßt, ist der eigentliche Festtag in Böddeken der Weihetag der Kapelle, der letzte Augustsonntag. Von Wewelsburg aus zieht man in Prozession ins Tal, um 10 Uhr beginnt das Festhochamt vor der Kapelle, zu dem immer noch einige Hundert Gläubige kommen. Es ist eine jener Feiern, die ihren Charakter trotz aller Reformen gut bewahren konnten.
Der Festprediger hat vor der Predigt jene uralte kleine Glocke zu läuten, die sich im Grabe des Heiligen fand und mit der er der Überlieferung nach auf seinen Predigtgängen die Sachsen zusammenrief.
Nach dem Hochamt ist natürlich (ganz westfälisch!) auch für Speis, Trank und Blasmusik gesorgt.





Dienstag, 23. August 2011

Aus der Praxis für die Praxis

Feurig geht es hier zu:

http://www.flickr.com/photos/josephshaw/sets/72157626971787135/

Kleiner Tip: Rauchfässer ab und an auch innen reinigen. Möglichst keine Stahlschwämme oder dergleichen verwenden! Es empfiehlt sich, die ganze Gerätschaft in einem genügend großen Topf mit Seifenlauge auszukochen und mit einem alten Lappen, wenn nötig, nachzuhelfen. Macht man es oft genug, kann man sich den teuren Rauchfaßreiniger sparen. Daß ich eine ähnliche Flammenhölle einmal mit einem silbernen Rauchfaß von siebzehnhundertundwerweißwieviel produziert habe, treibt mir heute noch den Schweiß auf die Stirne. Merke: nehme nie mehr als 2 Kohlen!

Montag, 22. August 2011

Marä Himmelfahrt die Dritte

Damit nicht immer alles negativ aussieht, hier einmal ein positives Beispiel:
Gestern morgen in unserer Bischofsstadt:
Hl. Messe im außerordentlichen Ritus in einer Innenstadtkirche. Da am Feste selbst keine Messe im alten Ritus stattfinden konnte, begeht man die äußere Feier von Marä Himmelfahrt, der Sonntag nach Pfingsten wird kommemoriert. Die Messfeier ist geradezu auffallend gut besucht, sehr viele haben ein Krautbund dabei. Vor dem Hochamt ist Kräuterweihe nach Paderborner Rituale, ordentlich und mit den vorgeschriebenen Gebeten. Man singt das Ordinarium gregorianisch, Teile des Propriums ebenfalls. Das Volk darf noch 3 passende Marienlieder singen. Und nach dem Hochamt denkt der Zelebrant sogar noch an das zur Zeit katastrophale Erntewetter und erteilt mit der Kreuzreliquie den Wettersegen. Seine Mitbrüder auf dem Dorf tun das mehrheitlich schon lange nicht mehr.
Fazit: egal, ob alter oder neuer Ritus, es geht auch ordentlich, wenn man nur will!

Kräuterweihe und was daraus wurde...

Alle hatten sich auf das Sonntagshochamt gefreut. Schließlich war Mariä Himmelfahrt gewesen und die Landfrauen hatten Kräuter für die Weihbunde gesammelt, die man dann gemeinschaftlich gebunden hatte. Auch für die älteren Leute, die nicht mehr so "mobil" sind, gab es noch eine Menge Weihbunde, die man nach dem Sonntagshochamt mitnehmen konnte.
Schon seit vorkonziliaren Saurierzeiten war Mariä Himmelfahrt am folgenden Sonntag in allen Gemeinden noch einmal als äußere Feier festlich begangen worden. Doch in diesem Jahr sollte alles anders kommen... Natürlich war am Feste selbst in der Wallfahrtskirche des Nachbarortes am Abend ein "Hochamt" gewesen. Nicht schlimm, am Sonntag würde ja in den anderen Dörfern mit Krautweihe noch einmal gefeiert werden, so wie immer. Wirklich? Nun, man kann garnicht so dumm denken, wie es letztendlich kommt!
Am Sonntag trat der zuständige Hochwürdige Herr im grünen Meßgewande an den Altar und machte den Leuten ziemlich barsch klar, daß ja Mariä Himmelfahrt schon gewesen sei und man das ja nicht zweimal feiere. Aber man wolle "es" (die Kräuterweihe) "noch einmal" machen. Sprach's, betete irgendein Schrumpfgebet aus irgendeinem Buch, schlackerte lieblos etwas Weihwasser drüber und widmete sich dann einer zehnmütigen Meßeinführung zum Thema Weltjugendtag, bei der er sämtliche Radio- und Fernsehsender katholischer Herkunft aufzählte, die man gefälligst gucken solle. Anschließend wurde die Gemeinde mit Liedern aus dem Gotteslob beglückt, die keiner singen konnte, keiner singen können wollte und die man (der Einschub sei mir gestattet) auch nicht singen zu können braucht. Dazu gab es ellenlage Antwortpsalmen auf langweilige Melodien aus eben demselben Gesangbuch. Die Gläubigen gingen enttäuscht nach Hause, einige schimpften wie die sprichwörtlichen Rohrspatzen... Der Zelebrant bekam davon nichts mit, er verläßt das Gotteshaus zumeist im Stechschritt, um nicht mit seinen noch plaudernd dastehenden Schäfchen reden zu müssen.
Gott bewahre uns vor falschverstandener liturgical correctness!

Dienstag, 16. August 2011

Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt

Die Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt dürfte ja traditionelle in den meisten Pfarreien erst am nächsten Sonntag stattfinden. Leider wird man dann wieder allerorten nicht die äußere Feier begehen, sondern den grünen Sonntag im Jahreskreis mit einer Kräuterweihe aus kopierten Zetteln zweifelhafter Herkunft kombinieren. Ein lieber Bekannte hat sich die Mühe gemacht, einmal die Kräuterweihe nach dem Paderborner Rituale abzutippen, hier ist sie (leider kann ich die Rubriken hier nicht in rot wiedergeben):

Benedictio herbarum in festo Assumptionis B.M.V., vel Dominica sequenti
(propr. Archidioec. Paderborn.)

In festo Assumptionis B. M. V., si in Dominica occurrerit, alias in Dominica sequenti, absoluta aquae aspersione, Sacerdos stola alba et pluviali albi coloris indutus, ascendit ad Altare, osculatur illud in medio et procedit ad cornu Epistolae, ubi stans, herbas benedicendas juxta se habens, dicit:

V. Adjutórium nostrum in nómine Dómini.
R. Qui fecit caelum et terram.
V. Dómine, exáudi oratiónem meam.
R. Et clamor meus ad te véniat.
V. Dóminus vobíscum.
R. Et cum spíritu tuo.
Oratio. Orémus.
Dómine sancte, Pater omnípotens, qui ab inítio fecísti hóminem ad imáginem tuam et condidísti caelum et terram, solem et lunam, stellas et ómnia caeléstia et terréstria, tu domináris potestáti maris, tu habes potestátem abýssi magnae, tu condidísti ómnia eleménta: tu bene + dícere et sancti + ficáre dignéris has creatúras herbárum, sicut benedixísti quinque panes in desérto, et duos pisces, et satiásti quinque mília virórum: omnésque, qui utúntur ex eis, bene + dícere, et sancti + ficáre dignáre, ut eis sit sánitas ánimae et córporis. In nómine Pa + tris, et Fí + lii, et Spíritus + Sancti. Et ómnibus homínibus pecoribúsque, qui ex hoc gustáverint, omnem putrédinem et omne phantásma diáboli amovére et omnem morbum et pestiléntiam ac dolórem expéllere dignéris: Qui in Trinitáte perfécta vivis et regnas Deus, per ómnia sáecula saeculórum.
R. Amen.
Oratio. Orémus.
Supplíciter, sancte Pater, atque subníxis précibus tuam deprecámur cleméntiam, qui mirabíliter cuncta ex níhilo creásti, qui terram divérsa proférre gérmina praecepísti, et vária medicamentórum génera ad sanánda géneris humáni córpora herbis indísti; bene + dícere, et sancti + ficáre has dvérsi géneris herbas tua pietáte dignéris: ut, quicúmque ex eis in hac sollemnitáte venerábilis et sanctae Dei Genetrícis Maríae sumpturi sunt, tam ánimae quam córporis sanitátem percípiant. Et intercedénte eádem beáta María semper Vírgine, sic eárum usu jucundéntur salúbriter, quátenus in tuórum unguentórum odóre paradísi jánuas adíre mereántur, praestánte Dómino Deo nostro Jesu Christo, qui tecum vivit et regnat
Deus, per ómnia sáecula saeculórum.
R. Amen.
Oratio. Orémus.
Deus, qui univérsis genéribus herbárum humánis necessitátibus praestitísti
remédia: hanc herbárum collectiónem tuae miseratiónis bene + dic déxtera: ut, quisquis languóre depréssus ex eis áliquid gustáverit, Ecclésiae tuae sancta repraesentatus, optátae munus salútis te donánte percípiat. Per Dóminum nostrum.
R. Amen.

Tum Sacerdos imponit thus more solito et aspergit herbas aqua benedicta in medio, a dextris et a sinistris et similiter eas thurificat. Quo facto stans in cornu Epistolae cantat:

V. Ora pro nobis, sancta Dei Génetrix.
R. Ut digni efficiámur promissiónibus Christi.
Oratio. Orémus.
Veneránda nobis, Dómine, hujus diéi festívitas opem cónferat sempitérnam, in qua sancta Dei Génetrix mortem súbiit temporálem: nec tamen mortis néxibus déprimi pótuit, quae Fílium tuum Dóminum nostrum de se génuit incarnátum. Per eúmdem Dóminum nostrum...
R. Amen.
Deposito pluviali sumet manipulum et casulam et Missam inchoabit.

Hier liegt vor Deiner Majestät - St. Pankratius Warstein

Heute einfach mal nur was schönes aus unserem alten Diözesangesangbuch. Und hier gibt es noch mehr davon:
http://www.youtube.com/user/Videofilmfreund

Dienstag, 9. August 2011

Patronatsfest in Dunkelwald

Heute machen wir einmal einen Ausflug in eine kleine Landstadt inmitten unseres lieblichen Hochstiftes. Nennen wir sie einmal Dunkelwald. Die Dunkelwalder Pfarrkirche ist seit alters her dem Hl. Kilian geweiht, wogegen hier im Hochstift niemand etwas hat, was aber auch niemand sonderlich interessiert. So sind sie halt, die Ober- und Niederwälder, sie meinen das nicht bös.
Ach ja, bös... beschäftigen wir uns einmal kurz mit dem Pfarrer des neu geschaffenen Pastoralverbundes Dunkelwald, nennen wir ihn einfach Joseph Burania. Dieser schaffensfreudige Mann hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Dunkelwalder und alle ihre Nachbardörfer mit seinem "pastoralen Team" aus der katholischen Lethargie zu reißen und den Glauben neu zu erfinden. Nun, die meisten seiner Schäflein interessiert sein Aktionismus wenig, sind sie doch längst wieder Heidenkinder geworden und der maingestreamten Neu-Apostasie verfallen.
Jene aber, die in alter Verstocktheit den Glauben ihrer Kindertage immer noch nicht abgelegt haben, kommen unbegreiflicherweise mit dem doch wohlmeinenden Pfarrer Josephus Burania nicht zurecht.
Am letzten Sonntag war Patronatsfest in einem kleinen Ort, der zur Pfarre Dunkelwald gehört, aber schon vor Jahrhunderten im Kampfgetümmel unterging. Einzig das Kapellchen, der Großmutter unseres Herrn dem Fleische nach geweiht, blieb erhalten:

Am ersten Augustsonntage kommen nun die verstockten, immer noch nicht von verstaubten Gewohnheiten lassen wollenden Einwohner der umliegenden Dörfer hier zusammen, um ein "Levitenamt" zu singen und hinterher ordentlich zu feiern, ja selbst unkontrolliert Alkolica zu genießen und auch noch im Walde zu rauchen.
Um die schrecklich altmodische Feier nun doch etwas attraktiver für die Jugend zu machen, die dann allerdings doch nicht dort war, hatte Hochwürden Burania den "Pastoralverbundstag" erfunden. Toll. Alle Gemeinden treffen sich zur Meßfeier an der Kapelle, an allen anderen Orten des Pastoralverbundes findet an dem Sonntag-Vormittag keine Hl. Messe statt. So, weit, so gut. Wer jetzt glaubt, daß die 3 Priester des Verbundes wie gewohnt das Allerheiligste in Prozession von Dunkelwald zu jener Kapelle getragen hätten, wie es mindestens 340 Jahre Sitte war, der täuscht sich gewaltig. Hochwürden Burania machte schriftlich allen Gläubigen klar, daß die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Supergaues, ähh, Verzeihung, -konziles es verboten habe, eucharistische Prozessionen VOR der Hl. Messe stattfinden zu lassen. Das rückständige Volk wie auch der armselige Schreiber dieser Zeilen fühlten sich, gelinde gesagt, auf den Arm genommen. Bislang konnte die von Hochwürden Burania erwähnte Schriftpassage nicht ausfindig gemacht werden. Aber vielleicht gibt es hier einen studierten Mitleser, der uns besser belehren kann. Der Herr Pfarrer wird doch sicherlich seine, wenn auch verstockten und nichtswürdigen, Schafe nicht etwa belogen haben!?
So zog denn eine traurige Prozession von Dunkelwald zur Kapelle. Der Heiland mußte zuhause bleiben. Die Böllerschützen wollten erstmals nach über 40 Jahren das Fest wieder mit Böllern begrüßen. Leider wurde dieses Ansinnen durch Ehrenbürgermeister Josef-Franz Wendehals torpediert. Altbürgermeister Wendehals ist immer auf der Höhe der Zeit, paßt sich seine Familie doch seit über 100 Jahren der jeweils herrschenden Regierung und dem dazugehörenden Mainstream problemlos an. Wendehals beschwerte sich nun, daß die Knallerei seinem und dem Tinnitus anderer Leute nicht guttäte. Natürlich fragten sich auch hier die Spötter, ob denn das Knallen seines Jagdgewehres seinem Tinnitus nicht schade. Aber man muß auch an den Naturschutz denken. Schließlich liegt die Böllerwiese mitten in jenem Jagdrevier, für das der Herr Ehrenbürgermeister das "Begehungsrecht" hat. Somit muß er sich ja mit der Materie auskennen. Der Verdacht, er wolle nur seine jagdlichen Interessen durchsetzen, muß als schäbig zurückgewiesen werden. So unterblieb nun auch das Böllern.
Das Hochamt war dann mehr eine Betsingmesse, dekoriert mit belanglosen Friedensgesängen des örtlichen Kirchenchores. Aus einstmals 2000 Gläubigen sind heute etwa 500 geworden. Mit den Meßtexten hatte sich Hochwürden Burania erhebliche Mühe gegeben. Bis auf die Epistel vom starken Weibe, daß es zu finden gilt, hatte er alle Texte neu gestaltet und dem Empfinden der heutigen Menschen angepaßt. Leider wurde auch dieses sein Mühen nach der Hl. Messe von der Mehrzahl der ignoranten und biertrinkenden Traditionskatholiken schlecht geredet und durch den sprichwörtlichen Kakao gezogen.
Auch sein Versuch, alle Anwesenden miteinander zu versöhnen, scheiterte an der westfälischen Sturheit. Zum Vater unser sollten wir uns alle (alle!) an die Hand nehmen und eine große Kette bilden. Vor allem die Einwohner des Nachbarortes Glasheim erwiesen sich hier als liturgische Ignoranten. Einer bedrohte sogar die vor ihm stehenden ChristinnenInnen mit den Worten: "Wer mich anfaßt, kriegt was mit dem Regenschirm drüber!" Wegen einer starken Allergie gegen Grünzeug konnte Hw. Burania dann auch nicht die Hl. Kommunion austeilen. Das besorgten seine 2 Mitbrüder und zwei KommunionhelferInnen. Als sehr praktisch erwies sich die Verwendung eines "Headsets" durch den Zelebranten. Für alle, die so rückständig sind, wie der Schreiber dieser Zeilen:
Das ist ein Microphon, welches man sich mit einem kneifenden Drahtbügel am Kopfe befestigt. Vor dem Mund hat man dann so ein lustiges Schaumgummibällchen. Diese technisch durchdachte Lösung hatte nun zur Folge, daß das (noch) gläubige Volk auch endlich einmal die böse gezischelten Regieanweisungen des Hochwürdigen Pfarrers an seine ahnungslosen Ministranten und Mitzelebranten mitbekam. Lustige Kommentare einzelner Gläubiger waren denn auch die Folge. Eines bleibt zum Schluß zu sagen:
Das Bier zum Beschlusse der Feier hat allen Anwesenden geschmeckt, zumal der H.H. Pfarrer Burania sich mit seinen beiden Amtsbrüdern ganz schnell verabsentierte, ohne mit seinen sowieso bockigen Schäfchen das Gespräch gesucht zu haben!