Samstag, 30. Juli 2011

Alte Libori-Festmesse

Immer wieder wird nach den Texten der Libori-Festmesse für den außerordentlichen (Tridentinischen) Ritus gefragt. Da die wenigsten noch über Meßbücher mit Paderborner Eigenteil verfügen dürften, folgen hier die Texte lateinisch/deutsch in der letztgültigen alten Fassung mit Übersetzung:
Fest des Hl. Liborius, Patron der Erzdiözese Paderborn (23. Juli)

Der hl. Liborius war als Bischof von Le Mans in Frankreich bei Ausbreitung des Christentums erfolgreich tätig und mit dem heiligen Bischof Martin von Tours befreundet, der ihm im Tode beistand. Seine Reliquien kamen 836 nach Paderborn. Da der hl. Liborius später auch in Italien viel verehrt wurde, nahm Papst Klemens XI. 1702 sein Gedächtnis in den allgemeinen römischen Festkalender auf. Er wird bei Steinleiden um Heilung angerufen.

Introitus (Ps. 88, 20-22)
Exaltávi eléctum de plebe mea, óleo sancto meo unxi eum; manus enim mea auxiliábitur ei, et bráchium meum confortábit eum. (Ibid. 2) Misericórdias Dómini in ætérnum cantábo. V Glória Patri.
Ich habe ihn aus meinem Volke ausgewählt und hoch erhoben. Mit meinem heiligen Öle ihn gesalbt. Hilfreich wird meine Hand stets mit ihm sein; mein Arm verleiht ihm Kraft. (Ebd. 2) Des Herrn Barmherzigkeit will ich besingen ewiglich. V Ehre sei.

Kirchengebet
Omnípotens sempitérne Deus, qui Ecclésiam tuam in confessióne sancti nóminis tui solidásti: præsta, quáesumus; ut, quæ sancti Libórii Confessóris tui atque Pontíficis ánnua récolit solémnia, eius apud te suffrágiis ab omni mereátur adversitáte liberári. Per Dóminum nostrum.
Allmächtiger ewiger Gott, Du hast Deine Kirche im Bekenntnis Deines heiligen Namens gefestigt: gewähre, wir bitten Dich, dass sie, die alljährlich das Fest Deines heiligen Bekenners und Bischofs Liborius feiert, auf seine Fürsprache bei Dir von allem Unglück befreit werde. Durch unsern Herrn.

Lesung (1 Tim. 6, 13-16)
Léctio Epístolæ beáti Pauli Apóstoli ad Timótheum.
Praecipio tibi coram Deo qui vivificat omnia et Christo Iesu qui testimonium reddidit sub Pontio Pilato bonam confessionem ut serves mandatum sine macula inreprehensibile usque in adventum Domini nostri Iesu Christi quem suis temporibus ostendet beatus et solus potens rex regum et Dominus dominantium qui solus habet inmortalitatem lucem habitans inaccessibilem quem vidit nullus hominum sed nec videre potest cui honor et imperium sempiternum, Amen.

Lesung aus dem Briefe des hl. Apostels Paulus an Timotheus.
Geliebtester! Vor Gott, der allen Dingen das Leben gibt, und vor Christus Jesus, der unter Pontius Pilatus das herrliche Bekenntnis abgelegt hat, gebiete ich Dir: Bewahre das Amt ohne Fehl und Tadel bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus. Diese wird zur rechten Zeit kundtun der selige und alleinige Herrscher, der König der Könige und der Herr der Herren, der allein Unsterblichkeit besitzt und der in unzugänglichem Lichte wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch zu sehen vermag. Ihm sei Preis und Macht in Ewigkeit, Amen.

Graduale (Ekkli. 49, 12)
Ossa Prophetárum púllulent de loco suo, nam corroboravérunt Iacob, et redemérunt se in fide virtútis. V (Ibid. 18) Ossa ipsíus visitáta sunt, et post mortem prophetavérunt.
Allelúia, allelúia. V (Matth. 11, 5) Cæci vident, claudi ámbulant, leprósi mundántur, surdi audiunt. Allelúia.
Neu sollen die Gebeine der Propheten an ihrer Ruhestätte sprossen; denn sie haben Jakob stark gemacht und ihn durch starken Glauben gerettet. V (Ebd. 18) Seine Gebeine sind wohl bewahrt und weissagten nach seinem Tode. Alleluja, alleluja. V (Matth. 11, 5) Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören. Alleluja.

Evangelium (Matth. 25, 14-23)
Sequéntia sancti Evangélii secúndum Mattháeum.
In illo témpore: Dixit Iesus discípulis suis parábolam hanc: Homo péregre proficíscens,vocávit servos suos, et trádidit illis bona sua. Et uni dedit quinque talénta, álii autem duo, álii vero unum, unicuíque secúndum própriam virtútem, et proféctus est statim. Abiit autem, qui quinque talénta accéperat, et operátus est in eis, et lucrátus est ália quinque. Simíliter et qui duo accéperat, lucrátus est ália duo. Qui autem unum accéperat, ábiens fodit in terram, et abscóndit pecúniam dómini sui. Post multum vero témporis venit dóminus servórum illórum, et pósuit ratiónem cum eis. Et accédens qui quinque talénta accéperat, óbtulit ália quinque talénta, dicens: Dómine, quinque talénta tradidísti mihi, ecce, ália quinque superlucrátus sum. Ait illi dóminus eius: Euge, serve bone et fidélis, super pauca fuísti fidélis, super multa te constítuam: intra in gáudium dómini tui. Accéssit autem et qui duo talénta accéperat, et ait: Dómine, duo talénta tradidísti mihi, ecce, ália duo lucrátus sum. Ait illi dóminus eius: Euge, serve bone et fidélis, quia super pauca fuísti fidélis, super multa te constítuam: intra in gáudium dómini tui.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu Seinen Jüngern dieses Gleichnis: Ein Mann, der in die Fremde ziehen wollte, rief seine Knechte und übergab ihnen seine Güter. Dem einen gab er fünf Talente, dem andern zwei, einem dritten eines, jedem nach seiner Fähigkeit; dann reiste er ab. Sogleich ging der, welcher fünf Talente empfangen hatte, hin, trieb Handel damit und gewann fünf weitere dazu. Ebenso gewann der, welcher zwei empfangen hatte, weitere zwei dazu. Der aber eines empfangen hatte, ging hin, grub die Erde auf und verbarg das Geld seines Herrn. Nach langer Zeit kam der Herr der Knechte zurück und hielt Abrechnung mit ihnen. Zuerst kam der, welcher fünf Talente empfangen hatte; er brachte fünf weitere Talente und sprach: "Herr, fünf Talente hast du mir übergeben; siehe weitere fünf habe ich dazu gewonnen." Da sprach sein Herr zu ihm: " Wohlan, du guter und getreuer Knecht, weil du über Weniges getreu gewesen bist, will ich dich über Vieles setzen: geh ein in die Freude deines Herrn." Dann kam der, welcher zwei Talente empfangen hatte; er sprach: "Herr, zwei Talente hast du mir übergeben; siehe zwei weitere habe ich dazu gewonnen." Da sprach sein Herr zu ihm:
"Wohlan, du guter und getreuer Knecht, weil du über Weniges getreu gewesen, will ich dich über Vieles setzen: geh ein in die Freude deines Herrn."

Offertorium (Ekkli. 50, 15-17)
Consummatióne fungens in ara, effúdit in fundaménto altáris odórem divínum excélso
Príncipi.
Ganz würdig waltete er am Altare seines Amtes und goß das Trankopfer am Fuße des Altares aus zum lieblichen Wohlgeruch für den höchsten Herrn.

Stillgebet
Pópulo tuo, Dómine, munéribus sacris placátus inténde; et, quæ sancti Libórii Confessóris tui atque Pontíficis commemoratióne sunt obláta, ad cæléstia nos súblevent sacraménta. Per Dóminum nostrum.
Herr, versöhnt durch die heiligen Gaben, schau herab auf Dein Volk; die zum Gedächtnis Deines heiligen Bekenners und Bischofs Liborius dargebrachten Opfergaben mögen uns zu den himmlischen Geheimnissen erheben. Durch unsern Herrn Jesus Christus…

Communio (Dan. 3, 84)
Benedícite, sacerdótes Dómini, Dómino: laudáte et superexaltáte eum in sáecula.
Jubelt dem Herrn, ihr Priester des Herrn; lobet und preiset ihn ewiglich.

Schlußgebet
Præsta, quáesumus, ineffabili cleméntia tua, omnípotens Deus: ut, beáti Libórii Confessóris tui atque Pontíficis tuti præsídio; cum eo in Sanctórum tuórum gaudeámus consórtio. Per Dóminum nostrum Jesum Christum, filium tuum...
Allmächtiger Gott, wir bitten Dich: gewähre in Deiner namenlosen Güte, daß wir, gesichert unter dem Schutze Deines heiligen Bekenners und Bischofs Liborius, mit ihm uns in der Gemeinschaft Deiner Heiligen freuen dürfen. Durch unsern Herrn Jesus Christus…

Freitag, 29. Juli 2011

Libori-Lieder

Anbei einmal einige Liboriuslieder, die die Gesangbuchgeschichte so hervorgebracht hat. Die Umdichtungen aus dem derzeit gültigen Diözesananhang des Gotteslobes erspare ich dem geneigten Leser.

Paderborner Gesangbuch von 1726:
1. Freut euch, ihr Paderbörner, Euch ist ein Freud beschert:,: Uns ist der Cenomanner, Der größte Schatz verehrt, den vor neunhundert Jahren der Bischof Baduard aus Frankreich her gefahren zu uns in aller Gnad, Kyrie eleis.

2. O wohl ein grosses Kleinod ist uns das heilig Pfand, Es war ein wilde Einöd allhier in diesem Land, Es waren blinde Heiden und lauter Dunckelheit, die niemand konnte meiden, hier war Unwissenheit, Kyrie eleison.

3. Mit diesem Licht und Cörper nimmt zu die christlich Lehr: Es geben Städt und Dörfer dem wahren Gott die Ehr. Es thun groß Wunderzeichen Liborii gebein, dadurch die Hertz erweichen, und glauben insgemein, Kyrie eleison.

4. Lobt Gott ihr ersten Christen, die solchen Schatz gesehn, Und jetzt in Himmels Lüften das jährlich Fest begehn. Wir eure Kinder dancken, so viel als möglich ist, So oft wir daran gedencken, daß Gott so gnädig ist, Kyrie eleison.

5. Dir fallen wir zu Füssen, du unser Schatz und Schutz! Dein heilig Gebein wir küssen, zu unserm Trost und Nutz, Sey unser Hirt und Weide, das ganze Vatterland, daß kein von hinnen scheide, er nehm das Himmels Pfand, Kyrie eleison.

Paderborner Gesangbuch von 1765:
1. Rühm und lobe, sing und preise, Du beglückte Pader-Stadt! Den der wunderbahrer Weise Dich so oft beschirmet hat. Werff dich vor die Gnaden-Lade der so heiligen Gebein, welche, daß kein Feind dir schade, deine stete Brustwehr seyn.

2. Licht und Schein war uns benommen, da man sie geraubet hat; So bald sie nur wieder kommen, spührt die Hülf gleich diese Stadt. Nun Libori! bey uns bleibe, schütz dein anvertrautes Land; Alles Unheyl von uns treibe, dieses kanst du, wie bekannt.

3. Treuer Bischof unsrer Seelen, O Libori! unsre Cron, dessen Gnaden nicht zu zählen, werther Stadt-und Lands-Patron: Beyde haben dir zu dancken, daß durch dich, und dein Gebet, nun ihr Zustand in den Schrancken - Eines wahren Glückes steht.

4. Drückt uns die Verfolgungs-Menge, Du o Vater! schwächst die Last; Du hilfst uns aus dem Gedränge; wann uns Furcht und Angst umfaßt: Du bist unser Schutz im Leben, Von dir Heyl und Wohlfahrt fließt, Deine Fürbitt woll uns geben - Was uns nütz- und selig ist.

5. Laß die Andacht nicht erkalten, und den Eyfer deiner Ehr: Der du uns bisher erhalten - Bey der wahren Glaubens-Lehr. Gib anbey, daß wir bedencken, was für deine Lieb und Treu, dein ergebnes Volck zu schencken, dir hinwieder schuldig sey.

Paderborner Gesangbuch von 1765:
Das 4te von den Tugenden des h. Liborii und Bitte um Gnade zur Nachfolge. Im Thon: Sey gegrüsset o Libori. Oder in eigener Melodie.
1. O Libori! groß daroben, Wo die Engeln Jesum loben, Vor dem hohen Himmelsthron, Unser Trost in Aengstigkeiten, Unsre Hülf in schweren Zeiten, Unser Schutz- und Schirm-Patron!

2. Schau vom Himmel ab und mercke Meine geringe Andachtswercke, Dir zu Ehren angestellt. Von Verstreuung mich errette, Helf mir, daß ich also bette, Wie es meinem Gott gefällt.

3. Grosser Bischoff! in der Jugend Warst du schon geneigt zur Tugend, Und beflissen from zu seyn: Diese ist mit deinen Jahren Stets zu wachsen fortgefahren Bis zum hellen Mittagsschein.

4. Schaffe, daß ich auch mich lencke Zu der Tugend, und versencke Mich in meinem Gott allein: Daß im Glauben, Hoffnung, Liebe, Ich mein Herz beständig übe, Bis zu meinem Grab hinein.

5. Nach der Lehr, so Gott gegeben, hast gericht dein gantzes Leben Ohne Anstoß, ohne Fehl: Keiner hat dich je gesehen, Einen falschen Tritt begehen, Wider Gott und sein Befehl.

6. Bitte Gott, daß ich auch wandle Ohne Tadel, und nichts handle Wider ihn und sein Gebott: Bitte mir die Gnad beneben, Daß ich allzeit möge leben Keusch und rein vor meinem Gott.

7. Deine Demuth gegen allen, Und dein Sanftmuth hat gefallen Gott und Menschen jederzeit: In dem Hertzen und Gemüthe Warest immer voller Güte, Voller Lieb und Freundlichkeit.

8. O Mann Gottes! helf bey Zeiten Zorn und Hoffart zu bestreiten, Die den Sinn und Hertz verkehrt: Schaffe, daß ich sey demüthig, Und von Hertzen mild und gütig, Wie mein Heyland Jesus lehrt.

9. Ehr der Welt hast du verachtet, Ihre Freud für nichts geachtet, Und in Gott beruhet still: Dessen Willen hast du eben Stets gefolgt in deinem Leben, Alles wollend, wie Gott wil.

10. O Freund Gottes! für mich bette, Daß ich auch mit Füssen trette Alle Welt und ihre List: Daß ich auch, so lang ich lebe, Mich in Gottes Willen gebe, Gleich wie ihm gefällig ist.

11. Sanct Martinus, wie wir lesen, Ist bey deinem Tod gewesen, Bis zu deiner letzten Stund. O wie schöne Leibsbewegung, O wie süsse Hertzenregung, Flossen da aus deinem Mund.

12. O Libori! wann ich sterbe; Mir auch diese Gnad erwerbe, Daß ich nicht ohn Beystand sey: Wann die Todangst an mich dringet, Und in letzte Nöthen bringet, Komm zu mir, und steh mir bey.

Joseph Tillmann (Pfarrer zu Erkeln), Katholisches Gesangbuch (1796 – 1876)
Mel. Sey gegrüßet, o Libori!
1. Gottes Ehre zu vermehren, und Libori! dich zu ehren, machen wir dein Lob bekannt. Großer Bischof! deine Tugend lehrt das Alter und die Jugend, sie erbauet jeden Stand.

2. Demuthsvoll, gerecht, geduldig, menschenfreundlich, fromm, unschuldig bist du lieber Gottesmann! deine Beyspiel´ glänzen immer; schön ist deiner Tugend Schimmer, herrlich deine Lebensbahn.

3. Du vermehrst hier Gottes Ehre, du verbreitest Jesu Lehre, führst getreu das Hirtenamt. Tugendliebe zu erwecken, und von Sünden abzuschrecken, ist dein Eifer angeflammt.

4. Liebevoll zeigst du dich den Armen, reichst die Hände voll Erbarmen der Bedrängten Dürftigkeit; stärkst die Schwachen, und den Kranken gibst du Trost- und Heilsgedanken; heilig wirst du allezeit.

5. So verharrst du bis an´s Ende, bis dein Geist in Gottes Hände sich ergibt. Dein heil´ger Tod schafft dir dort die Lebenskrone, und zu deinem Tugendlohne freust du ewig dich in Gott.

6. Blick, Libori, auf uns nieder! Schütze uns und unsre Brüder, laß uns deinen Beystand sehn. Laß dein Beyspiel uns belehren, daß wir Gottes Ehr´vermehren, und den Weg des Heiles geh´n.

7. Hilf hier, Vater! deinen Kindern; laß ihr Elend sich vermindern. Sey stets Vater! Steh uns bey. Wenn uns in den bittern Tagen Unglück, Noth und Jammer schlagen; Vater, mache uns dann frey!

8. Führe unsre Obrigkeiten, daß sie Glück und Heil verbreiten, streit für unser Vaterland. Mach´ daß auch die Unterthanen sich den Weg des Segens bahnen, mache glücklich jeden Stand.

9. Gott den Vater laßt uns preisen, seinem Sohne Ehr´ erweisen, und dem heil´gen Geist´ zugleich. Gott, du Freude der Gerechten! nimm einst hin zu deinen Knechten uns von hier in´s Himmelreich.

Und zuletzt die beiden bekanntesten, in der Fassung des Diözesangesangbuches Sursum Corda:
1. Sei gegrüßet, o Libori, dessen Name, Ehr und Glorie Gott auf Erden groß gemacht; sei gegrüßt im Himmel droben, wo dich Christus hoch erhoben und die Krone dir gebracht!

2. Durch dein Beispiel, deine Lehre hast für Gott und seine Ehre du geeifert allezeit; deine Heerde treu geleitet, Christi Namen ausgebreitet in der dunklen Heidenzeit.

3. Dich mit Andacht zu begrüßen, liegen wir zu deinen Füßen, flehn zu dir mit Zuversicht: deine Ohren zu uns neige und uns deine Huld erzeige, in der Noth verlaß uns nicht.

4. O Libori, deine Güte unsern Leib vor Leid behüte, lindre, was ihm schmerzlich fällt; denn du kannst die Schmerzen heilen, wider Krankheit Hülf ertheilen, als ein Arzt von Gott bestellt.

5. Hilf vor Allem unsrer Seele, daß ihr Ziel sie nicht verfehle auf der Reis´zur Ewigkeit; will der Satan uns bestreiten und zum Bösen uns verleiten, steh uns hülfreich dann zur Seit.

6. O Freund Gottes, Gut und Leben sei in deinen Schutz gegeben, nimm uns auf in deine Hut! Sind wir einst in Todesnöthen, dann woll uns bei Gott vertreten, führ uns dann zum höchsten Gut!

1. Du großer Hirt und Gottesmann, Liborius, halt für uns an, auf daß nicht Gries und Nierenstein die Strafen uns´rer Sünden sei´n.

2. Du, auserwählte Engelschaar, durch deine Hülf uns auch bewahr und führe nach volllbrachtem Streit uns zu der wahren Himmelsfreud.

3. Du großer Hirt und Gottesmann, Liborius, ach, hör´ uns an! Durch Gottes Gnad´ auf dein Gebot flieht Krankheit, Schmerz und naher Tod.

4. Sei unser Arzt für Seel´ und Leib, all´ Sündenübel von uns treib´ und hilf, daß wahrer Tugendsinn des Lebens Krone uns gewinn´.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Firmung

Gestern war ich zur Firmung in einem Dorfe des Pastoralverbundes Dunkelwald auf der lichten Aue. Es war einigermaßen interessant. Ich will mich hier nicht über die Firmvorbereitung und die Disposition der Firmlinge auslassen, ich war nicht dabei. Was allerdings auffiel:
Die Gemeindeassistentin war auch bei der Firmmesse. Angetan mit einer mehlsackartigen Mantelalbe, die sie mit einem roten Tüllschal geschmückt hatte (Stolaersatz für Quotenfrauen?), stand sie als liturgischer Blumentopf auf dem Chor und lächelte vor sich hin. Zwischendurch ergriff der assistierende Pastor die elektrisch verstärkte Gitarre und zeigte uns, welch "gute Nummer" man doch macht, wenn man im Meßgewande vor sich hin klampft und vierzigmal hintereinander mit einem pubertierenden Mädchen "Come Holy spirit" singt, während der Weihbischof seines Amtes waltet. Der Bischof stand übrigens bei der Firmung, die Firmlinge ebenfalls. Warum sollte die eine Seite auch Ehrfurcht vor Amt und Sakrament einfordern und die andere Seite selbige bekunden.
Die Krone aber setzte der Liturgie der vom Aussterben bedrohte und deshalb durch einige Frauenstimmen ergänzte Männergesangverein auf, der während der Kommunionspendung die Gläubigen mit folgendem hochliturgischen Gesang erfreute:

"Möge die Straße uns zusammen führen und der Wind in deinem Rücken sein.
Sanft falle Regen auf deine Felder und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.
|:Und bis wir uns wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand:|

Führe die Straße die du gehest immer nur zu deinem Ziel bergab
Hab,wenn es kühl wird warme Gedanken
und den vollen Mond in dunkler Nacht. Und bis wir....

Hab' unterm Kopf ein weiches Kissen habe Kleidung und das täglich Brot
Sei über 40 Jahre im Himmel bevor der Teufel merkt du
bist schon tot. Und bis wir uns mal wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand
Und bis wir uns wieder sehen drücke seine Faust dich nicht zu fest."

Banaler und blödsinniger geht es nicht mehr! Daß sich von solch einem sprichwörtlichen Käse auch noch erwachsene Leute angesprochen fühlen, zeigt deren geistiges Niveau. Wenn man glaubt, die Jugend mit so etwas an Gott und Kirche zu binden, dürfte man sich derb verrrechnet haben.
Nach der Firmung mischte sich der H. H. Weihbischof leutselig unters Volk. Der Pfarrer, der Pastor und der ständige Diakon waren nach weniger als 5 Minuten verschwunden, fuhren nach Hause und ließen den hohen Herrn allein mit seinen Schafen. Unhöflicher geht es kaum.