Montag, 26. Dezember 2011

Weihnachtliches

Bleiben wir ein wenig beim vorigen Thema. Hier einige Bilder von einer der wenigen komplett erhaltenen Nazarenerkrippen in unserem Hochstift:


Freitag, 23. Dezember 2011

Vom Nickneger


Die heutigen Kinder kennen sie schon nicht mehr, jene artig an der Krippe dasitzenden Bettelknaben, die sich mit einem freundlichen Kopfnicken bedankten, wenn man eine Münze in den Korb einwarf, den sie auf den Knien hielten. "Nickemännekes" nannte man sie in der hiesigen Gegend und es gab unter ihnen Europäer, Afrikaner und Asiaten, denn die Not ist überall auf der Welt vorhanden. Die weitaus größte Fraktion unter ihnen bildeten die Afrikaner. Zumeist sammelten sie für den "Kindheit-Jesu-Verein", das päpstliche Werk der Hl. Kindheit. Nach dem letzten Konzil freilich war ihre Abschiedsstunde gekommen. Im günstigsten Fall fand man sie nur unzeitgemäß. Zumeist aber wurde das Spendensammeln mit einer Nickfigur als diskriminierend für die so Beschenkten dargestellt. Ja, man verunglimpfte sie gar als rassistisch, obwohl doch auch bei Ihnen eigentlich alle Rassen vertreten waren. Daß sie der Liebling der Kinder waren und diese zum Teilen mit ärmeren Kindern in der Welt animierten, half da auch nicht. Zu Tausenden wurden sie zerschlagen und durch pädagogisch wertvolle und daher langweilige Sammelgebilde aus Blech oder Irdenware ersetzt. Und doch, in einigen Gemeinden, zumal auf dem Lande, blieben sie erhalten und durften weitersammeln. Die Figur in einem Nachbarort trägt sogar noch die originale Inschrift: "Ich war ein armer Heidensohn - nun kenn' ich meinen Heiland schon; und bitte darum jedermann: Nehmt Euch der armen Heiden an!" Auch in meiner Heimatkirche bedankt sich noch alljährlich zur Freude der Kinder ein Bub aus Afrika für die Gaben. Warum auch nicht? Ich kenne kein Kind, daß zum Rassisten geworden wäre, nur weil es seine Spargroschen einer artig nickenden Gipsfigur anvertraut hätte. Mittlerweile scheint die nickende Sammlerschar wieder eine Renaissance zu erleben. Ich kenne Kirchen, die sogar wieder eine neue Nickfigur angeschafft haben. Wo man sie bekommt? Ganz einfach, ihr Geburtsort ist hier.
oder auch hier direkt beim Hersteller. Dort habe ich auch das obige Bild "geklaut".
Einen weiteren Hersteller gibt es in Thüringen.

Freitag, 9. Dezember 2011

Schädelkapelle

Auch wenn der Arme-Seelen-Monat nun dem Advent gewichen ist, will ich doch noch auf ein sehr schönes Beinhaus hinweisen: die Schädelkapelle von Tscherbeney (ab 1937 Grenzeck, heute Czermna) in der Grafschaft Glatz in Schlesien.
Bilder gibt es hier:
http://de.poland.gov.pl/Sch%C3%A4delkapelle,,9789.html

Hier findet man unter anderem ein schönes Panorama ("Kaplica Czaszek" anklicken):
http://www.czermna.pl/

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Grastrocknung oder Gras geraucht?

Irgendjemand hat einmal folgendes gesagt: "Es laufen mehr "Dulle" in Freiheit herum, als in der Anstalt einsitzen!"
Gewiß, das ist sehr grob gesprochen. Wenn man allerdings offenen Auges die Hauptstadt unseres kleinen Ländchens durchstreift, sieht man zuweilen Dinge, die einen an die Wahrheit dieser Behauptung glauben lassen. Was sieht man auf diesem Bild? Auf den ersten Blick könnte man meinen, da sei so eine verkehrsberuhigende Grünfläche in die Fahrbahn eingebaut worden. Dem ist allerdings nicht so.
Einer der Anlieger mäht mit deutscher Akribie seinen Rasen, schüttet ihn dann auf die öffentliche(!) Straße, verteilt ihn schön säuberlich und belegt so den ohnehin knappen Parkraum einen ganzen Tag lang. Warum er dies tut? Er will den Grasschnitt trocken in die Mülltonne kippen, und bewerkstelligt diese Trocknung allwöchentlich mitten im öffentlichen Verkehrsraum. Noch vor nicht allzulangen Jahren wäre er wohl tatsächlich in gewisse Anstalten eingeliefert worden...
Also mir fehlen da einfach die Worte. Eines aber wird mir klar: Die Insassen jener besagten "Anstalt" scheinen mir immer öfter die normaleren Menschen zu sein!

Montag, 5. Dezember 2011

Xaverius im Liede

Wenn es denn schon nicht einmal mehr an seinem Festtage gesungen wird (stattdessen hatten wir Gitarrengeklampfe), soll "sein" Festlied wenigstens hier folgen:
Zum Hl. Franziscus Xaverius
1. Wir fallen Dir zu Füßen, Xaveri, Wundermann!
Demütig wir dich grüßen, um Hilf‘ dich rufen an.
Dein Herz woll‘ zu uns lenken in diesem Jammertal,
und unser jetzt gedenken im hohen Himmelssaal.

2. Gott hat dich vorbereitet, zu mehren seine Ehr‘;
Nach Indien dich geleitet, zu künden Christi Lehr‘:
Die Kreuzfah’n vorzutragen der blinden Heidenschaft,
der neuen Welt zu sagen des Namens Jesu Kraft.

3. So wardst du auserkoren zu vieler Seelen Heil,
auf daß sie, sonst verloren, am Himmel nehmen teil.
Wie viele du getaufet mit deiner Wunderhand
und von der Höll erkaufet, ist Gott allein bekannt.

4. O starker Held im Glauben, in Lehr‘ und Wundertat,
hilf, daß kein Feind mög rauben uns Jesu Christi Gnad.
Auf daß wir Christum ehren in aller pein und Not
und seinen Ruhm vermehren im Leben und im Tod.

5. Hilf, daß sich auch bekehre, was noch im Irrtum ist,
all Ketzerei aufhöre, samt falscher Schlangenlist.
Daß alle, aufgenommen zum wahren Glaubenslicht,
mit uns in Frieden kommen vor Gottes Angesicht!

Textfassung: Sursum Corda, Ausgabe 1874, Nr. 304
Mel: GL 812, „Wir beten an und loben…“

Für alle, die nicht aus der Erzdiözese Paderborn kommen: Die Melodie des Liedes "Wir weih'n der Erde Gaben..." (Gl 480) paßt ebenfalls!

Samstag, 3. Dezember 2011

Franziskus Xaverius

Heute ist das Fest unseres Kirchenpatrons, des Hl. Franziskus Xaverius. Liturgisch wird er wohl wieder einmal nicht gefeiert werden, und auch das alte Patronatslied wird wohl niemand mehr singen. Es ist schließlich Advent, und da duldet man keine Ausnahmen. Wenn man nur sonst immer so getreulich die Rubriken befolgen würde...

Freitag, 25. November 2011

Abschied vom Opfergang

Begeben wir uns heute einmal wieder in den Pastoralverbund Dunkelwald im tiefsten Westfalen. Dort gibt es zwei Dörfer, nennen wir sie einmal Großental und Glasheim, in denen sich eine volksliturgische Besonderheit gehalten hat: Der Opfergang.
Was ist das? Ganz einfach: Vor oder während der Opferung in der Hl. Messe verlassen die Gläubigen die Bänke, gehen "im Gänsemarsch" durch den Chorraum und umrunden den Hochaltar von der Evangelien- zur Epistelseite. An der Epistelseite steht das Opferkörbchen, worin sie ihre Gabe ablegen und dann (im Requiem) vom Ministranten das Sterbebildchen empfangen. Seit der unseligen Aufklärungszeit um 1800 ging dieser früher vor allem an Wallfahrtsorten und in Requiemsmessen beheimatete Brauch immer mehr verloren. In wenigen Orten hielt er sich, so auch in unseren beiden Dörfern, wo er bei den Beerdigungsseelenämtern in Gebrauch blieb. Auch die Schützen pflegten ihn an ihren Patronatstagen.
Natürlich soll nicht unerwähnt bleiben, daß der Opfergang auch seine Feinde hatte. Vor allem Zeit- und Bequemlichkeitsgründe waren es, die einige Leute ins Spiel brachten. Bei den bisherigen Pfarrern konnten sie nichts ausrichten, die Tradition ging vor. Nun aber ist ein neuer Seelsorger da. Der verlangte nun, man solle nicht mehr hinter dem Hochaltare hergehen, daß störe ihn beim Messelesen, sondern vor der Kommunionbank bereits drehen. Er hätte auch auf den Sedilien warten können, bis der Opfergang vorbei ist, aber das wollte er nicht. Nun hatten die Feinde des Opfergangs "Wasser unter dem Kiel". Der Opfergang sei ein unangenehmes "Schaulaufen" für die trauernden Angehörigen und man solle ihn ganz abschaffen, "argumentierten" sie und verwechselten gleichzeitig Argumente mit Parolen. Der Ortsgeistliche nickte dazu und schon war eine vielhundertjährige, sinnreiche Tradition mit einem Federstrich abgeschafft. Der Rest ist schnell erzählt: Zwei Leute wiegelten nun auch den Pfarrgemeinderat in Glasheim auf, auch hier wurde mit kurzer Abstimmung der Opfergang abgeschafft. Wer anderer Meinung war, traute sich nichts zu sagen, der Kirchenvorstand hielt sich ebenfalls sehr bedeckt und der Geistliche nickte die Sache ab. Nun kann er, auf das Debakel angesprochen, sich wunderbar hinter der Entscheidung der Pfarrgemeinderäte verstecken, der er ja garnicht hätte folgen müssen.
Es gibt in beiden Orten schon Leute, die für ihre Beerdigung genaue Verfügungen getroffen haben... traurig, daß man das heute muß, um katholisch unter die Erde zu kommen!
Was besonders traurig stimmt: Die Schützen hätten den Opfergang ja für ihre Patronatsmessen beibehalten können, schimpfen auch über seine Abschaffung wie die "Rohrspatzen", haben aber nicht den Mut, dem Ortsgeistlichen in dieser berechtigten Angelegenheit ins Angesicht zu widerstehen.
Gestern war das erste Seelenamt ohne Opfergang. Kalt,kurz und ohne Begründung wurde die Gemeinde darauf hingewiesen, daß er ab sofort abgeschafft sei. Was bleibt, ist Bitterkeit...

Mittwoch, 23. November 2011

Ministrantenschuhmode die zweite

Braut des Lammes hat hier
http://brautdeslammes.blogspot.com/2011/11/schuhe.html
(bin leider irgendwie zu dumm, daß praktisch zu verlinken) noch einmal ganz ausführlich ihre Erfahrungen mit Altarraumschuhwerk geschildert. Ich scheine mich zu oft in "Tradi-Kreisen" zu bewegen, denn was sie dort beschreibt, stellt meine Turnschuh-Erfahrungen geradezu in den Schatten.
So gesehen muß ich Ihr denn doch beipflichten: Dann doch lieber das Regal mit den Notschuhen, als blinkende Treter!

Dienstag, 22. November 2011

Ministrantenschuhe

Über das Schuhwerk unserer Ministranten ist in den letzten 40 Jahren viel diskutiert worden. Noch in den siebziger und achtziger Jahren galten Turnschuhe als absolut unmöglich und der Würde der Liturgie unangemessen. Wir hatten gefälligst die unbequemsten "Sonntagsschuhe" (natürlich schwarz!) anzuziehen und von hinten wurde noch geäugt, ob bei hochkant stehender Sohle auch der Steg mitgewichst worden war. Mittlerweile kräht in den meisten Pfarreien kein Hahn mehr danach, was die Ministranten an den Füßen tragen und wie es aussieht.
Meine Meinung: In der Tat sind Turnschuhe, gleich welcher Bauart, unmöglich für den Gebrauch in der Liturgie. Andererseits habe ich schon Ministranten in Lackschuhen gesehen, die ihren Dienst schludrig versahen und solche in Turnschuhen, die perfekt ministrierten. Verallgemeinern kann man also auch hier wieder nichts. Wie man das Problem andernorts zu lösen versucht, kann man hier sehen:
http://orbiscatholicussecundus.blogspot.com/2011/11/how-its-done-shoes-for-altar-boys.html
Ich hoffe jetzt inständig, daß dort jeder Ministrant "sein" Paar Schuhe abgestellt hat und nicht in irgendein Paar abgelatschte Sonntagstreter schlüpfen soll, die schon Dutzende andere an ihren (Schweiß-)Füßen gehabt haben. Nein, diese Lösung halte ich auch nicht für praktikabel.
Und noch etwas: saubere Turnschuhe sind mir dann doch noch lieber als ungeputzte "Sonntags"schuhe...
In diesem Sinne: Nix für unchutt!

Freitag, 11. November 2011

Hl. Martinus von Tours

Zum heutigen Feste des Hl. Bischofs Martin von Tours ein leider fast vergessenes Lied, daß man allerdings auch bedenkenlos innerhalb der Kirchenmauern singen kann, da es nicht auf das Niveau mancher heutiger Lieder zu diesem Tage abgleitet:

1. Sankt Martin, nimm den Hirtenstab noch einmal wieder in die Hand,
o steig vom Himmelsschloß herab + und walle segnend durch das Land!

2. Ja, heiliger Martin von Tours, schenk uns die Hirten deiner Zeit,
treu ihrer Kirche, ihrem Schwur, auf allen Wegen zum Geleit.

3. Die Geißel und dein Bußgewand, dein Wachen, Fasten und Gebet
Gib uns als Waffen in die Hand, wenn Satan knirschend uns umspäht.

4. Weck auf die Toten allzumal, wo Glaub und Lieb im Grabe liegt;
Weck auf sie, weck in Berg und Tal, bis Christi Kirche allwärts siegt.

5. Für Christi Weinberg allerwärts bitt Schnitter viel: die Ernt ist groß;
und off’ne Hände, off’nes Herz, zu wenden auch der Heiden Los.

6. Gib deinen Mantel, deinen Arm, wo keines Mitleids Zähre fließt;
gib, daß der Christen Herz sich warm + des Bruders bittrer Not erschließt.

7. Sag deinem Herrn, getreuer Knecht, wo’s seinen Kinder noch gebricht;
und führ uns treulich, führ uns recht + zu Christi Lieb und Christi Licht.

8. Wann wir zuletzt vor’m Himmelssaal als arme Sünder bettelnd steh’n,
teil deinen Mantel noch einmal, laß Gott nicht unser Elend seh’n!

9. Bedeck uns vor dem Aug‘ des Herrn mit deiner Liebe Glorieschein,
und bitt für uns, so wird er gern + uns ein barmherz‘ger Richter sein.

10. Martinus, auf! Sei uns zur Wehr im Leben und im Tod bereit!
Der Kampf ist heiß, der Sieg ist schwer; hilf uns zu Christi Herrlichkeit!

Sursum Corda, Ausgabe 1874-1948, Nr. 303
Weise: „Sankt Stephan, Führer in dem Heer“ oder
„Das alte Jahr verflossen ist.“

Donnerstag, 10. November 2011

Denkmal verunstaltet

Eigentlich war die Sache gut gemeint. Das Land NRW gibt seit einigen Jahren Plaketten heraus, mit denen Eigentümer von Baudenkmälern dieselben kennzeichnen können. Die Blechschilder (für Emaille fehlt natürlich wieder das Geld) sind etwa so groß wie eine Postkarte und eigentlich für die Anbringung an Gebäuden gedacht. Falsch verstandener Lokalpatriotismus oder was immer das sein soll verleitet nun vielerorts amtliche wie ehrenamtliche Kräfte dazu, diese Blechschilder mit Wappen des alliierten Bindestrichlandes auch an Kleindenkmale wie Heiligenhäuser, Kreuze, Meilensteine etc. zu schrauben. Wenn man "Glück" hat, geschieht das noch an der Rückseite, wie auf beigefügtem Bild. Oft aber wird auch die Vorderseite solchermaßen "verziert."
Es wäre einmal Zeit, daß die Landesdenkmalämter sich der von ihnen geschaffenen Problematik annehmen. Denn wenn schon die Leute keinen guten Geschmack haben, so muß er eben wieder einmal obrigkeitlich befohlen werden, seufz... Nebenbei bemerkt: Bei Neutrassierung von Landstraßen sollte die Baubehörde auch gleich darauf achten, daß sie zu versetzende Flurdenkmale nicht in den Straßengraben versetzt, wo sie dann bis zu einem halben Jahr im Wasser stehen. Das trägt nämlich auch nicht zu ihrer Erhaltung bei!

Dienstag, 8. November 2011

Schönstes Beinhaus !?

Da es zum Arme-Seelen-Monat recht gut paßt, soll hier einmal ein Hinweis auf eines der (meiner unmaßgeblichen Meinung nach) schönsten Beinhäuser Europas in Sedletz bei Kuttenberg folgen:

http://www.ludd.luth.se/~silver_p/kutna.html

http://www.kostnice.cz/

http://de.wikipedia.org/wiki/Sedletz-Ossarium

http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,306694,00.html

Montag, 31. Oktober 2011

Zum Feste des Hl. Wolfgang

Es gibt Artikel zu gewissen Ereignissen, die sind so gut, daß man nicht versuchen sollte, selbst noch besseres zu produzieren (welches dann vielleicht gar nicht so gut ausfällt, wie man meint), sondern daß man einfach auf sie hinweisen sollte:

http://superpelliceum.blogspot.com/2011/10/gedenktag-des-heiligen-wolfgang.html

Absolut lesenswert!

Freitag, 14. Oktober 2011

Montini-Tischchen

Stehbüffet, Montini-Tischchen, Zentralkredenz, etc.: man mag sie nennen, wie man will, eines bleibt unumstößliche Tatsache: Die allermeisten sogenannten Volksaltäre stellen optisch nichts, aber auch garnichts dar, auf dem man die unblutige Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers feiern könnte. Hinzu kommt, daß sehr viele dieser ideologisch bedingten Gerätschaften nicht einmal konsekriert werden können, da sie die dazu aufgestellten Bedingungen nicht erfüllen. Daß man sie zum Teil dennoch konsekriert hat, ist ein zusätzliches Ärgernis.
In letzter Zeit scheinen manche in unserer Kirche zu befürchten, daß eine junge Priestergeneration ihnen dieses Spielzeug für vom "Gemeindevorsteher" "moderierte" "Familiengottesdienste" wegnehmen könnte, indem man die Dinger einfach wegträgt und dort entsorgt, wo sie hingehören: auf dem Gerümpelhaufen der Geschichte, bzw. besser auf dem örtlichen Osterfeuer. Es mag eine subjektive Empfindung sein, aber ich habe das Gefühl, daß noch nie so viele nicht ortsfeste "Volksaltäre" durch feste steinerne ersetzt wurden, wie sei "Summorum pontificum" und der damit einhergehenden Wiederzulassung der alten Messe. Das ganze wird dann auch noch zynisch damit begründet, daß die mobilen Volksaltäre ja nicht konsekrierbar und damit unwürdig seien... Meine Herren: über zwei Drittel dieser Volksaltäre sind unwürdig, egal, ob sie konsekriert sind, oder nicht. Im Gegenteil ist es umso schlimmer, wenn eine unpraktische Scheußlichkeit auch noch konsekriert ist. Warum mein Geschimpfe? Nun, bislang war der Gnadenaltar in der Stiftskirche zu Geseke (zwischen Soest und Paderborn) eine Insel der Seligen. Bislang... Aber lest selbst:
http://blog.peterwinnemoeller.de/?p=2569

Dienstag, 11. Oktober 2011

Bischof lädt Bischof aus

Interessant, was sich derzeit in Amerika abspielt. Da verbietet Bischof Sample von Marquette einem anderen Diözesanbischof, der klar antikirchliche Positionen vertreten hat und noch vertritt, einen Vortrag in der Diözese Marquette zu halten. Beinahe unnötig zu erwähnen, daß Bischof Sample nun die Medienschelte der "aufgeklärten" und "modernen" Welt zugezogen hat. Ich finde, Bischof Sample hat, und dies unter Beachtung aller Anstandsregeln, richtig gehandelt. Aber macht Euch selbst ein Bild von dem Vorgang:

http://the-hermeneutic-of-continuity.blogspot.com/2009/10/bishop-bans-fellow-bishop-from-his.html

Donnerstag, 29. September 2011

Requiem im außerordentlichen Ritus

Dieser Tage erreichte mich eine Anfrage, was man für Zelebranten und Meßdiener bei einem Requiem im alten (außerordentlichen) Ritus beachten müsse. Da es vielleicht auch andere interessieren könnte, hier einmal die zu beachtenden Unterschiede:

1. Kein Blumenschmuck auf dem Altar; wenn möglich, einfache Canontafeln oder spezielle Canontafeln für das Requiem. Altarleuchter, wenn möglich, durch einfachere austauschen. Achtung: Schwarze Antependien oder Altarbehänge sind eigentlich nicht erlaubt, wo solche in Gebrauch sind, dürfen sie "aufgebraucht" werden.
2. Die Ministranten tragen möglichst schwarze Talare, die Farbe des Meßgewandes beim Priester ist grundsätzlich schwarz.


Im Requiem unterbleiben alle Ehrenreverenzen zu Personen, d.h. alle Verneigungen vor dem Priester bzw. zum Tabernakel beim Darreichen der Kännchen‚ beim Lavabo und beim Abholen des Buches usw. Nur die Verneigungen zum Namen Gottes, der Gottesmutter und des Papstes im Kanon verbleiben.
Beim Stufengebet entfällt der Psalm "Judica": Auf "Introibo... ad Deum..." folgt sofort "Adjutorium nostrum..."
3. Das lateinische Kreuzzeichen von Priester und Ministranten beim Introitus entfällt. Stattdessen macht der Priester ein Kreuzzeichen über das Missale. Das "Gloria patri" im Introitus entfällt.
4. Betet der Priester nach der Epistel das "Dies irae" (nicht in allen Totenmessen vorgeschrieben), bleibt der (rechte) Meßdiener bis zu dessen Ende an seinem Platz und geht erst dann auf die Epistelseite, um das Buch umzutragen.
5. Bei der Opferung unterbleibt die Segnung des Wassers. Ist es üblich, daß die Ministranten die Henkel der Kännchen und die Hand des Zelebranten vor dem Anreichen küssen, unterbleibt auch dieses.
6. Das "Ite missa est" am Schluß entfällt. Stattdessen betet der Priester, zum Altare gewandt: "Requiescant in pace." Der Ministrant antwortet mit "Amen" und geht nicht in die Mitte zum Schlußsegen, da dieser ebenfalls ausfällt.
Für das gesungene Requiem gilt:
1. Die Evangelienprozession mit Leuchtern entfällt. Der rechte Ministrant trägt wie gewöhnlich das Buch um und begibt sich wieder an seinen Platz.
2. Weihrauch wird nur zur Opferung und zur Wandlung gebraucht. Opfergaben und Altar werden wie gewohnt inzensiert, anschließend wie immer der Zelebrant. Die übrigen Kleriker, Ministranten und das Volk werden nicht inzensiert! Inzens zur Wandlung wie im gewöhnlichen Hochamt.

Donnerstag, 22. September 2011

Verkündigungsrichtung

Immer wieder kommt die Frage auf, warum denn in der "alten Messe" Epistel und Evangelium zum Altare hin, also mit dem "Rücken zum Volke" (ich mag diese Kampfparole nicht!) gelesen wurden und das dazu auch noch auf Latein, das doch so wenige nur "verstehen." Nun, nicht jeder, der einen Text verstanden hat, hat ihn auch schon verstanden...
Alles weitere findet sich in diesem Text, für den ich hier einmal werben möchte:

http://anmerkungendonecvenias.blogspot.com/2011/09/verkundigungsrichtung.html

Mittwoch, 21. September 2011

Heizbare Kredenz!

Wer sich nicht zu helfen weiß, ist nicht wert, daß er in Verlegenheit kommt!
Manche Kirchenräume sind wirklich unpraktisch eingerichtet. Aber was hilft es, wenn der Heizkörper unmöglicher nicht plaziert sein könnte? Da muß er dann eben auch schonmal als Kredenz herhalten:
http://www.flickr.com/photos/josephshaw/6001751780/

Freitag, 16. September 2011

Dem zeitigen Pfarrer zu K. im Oberwaldischen...

(...) Dieselbe Rücksicht auf die Mitmenschen verlangt nicht nur, daß man rechtzeitig anfängt, sondern auch daß man rechtzeitig aufhört. Prediger, die kein Ende finden, Zelebranten, die für eine Kindermesse dreiviertel Stunden brauchen, sind Egoisten, genau so wie ein Hochschulprofessor, der nach dem Glockenzeichen immer weiter redet, Unbekümmert darum, daß seine Studenten noch andere Vorlesungen haben oder zum. Mittagessen nach Hause gehen wollen. (...)
Nicht auf das Volumen der Stimme kommt es an, sondern auf langsames, angestrengtes, sauberes Sprechen. Wenn man jemand nicht versteht, so ist bei ihm meistens nicht eine organische Schwäche schuld, sondern Faulheit. (...)

aus:
Ludwig Hertling S.J.: Priesterliche Umgangsformen.
Innsbruck, Rauch 1930.

Donnerstag, 15. September 2011

Abschied von der Meerhofer Kirche

Schon eine Renovierung Ende der 1950er Jahre hatte es nicht sehr gut mit der Pfarrkirche St. Laurentius zu Meerhof /Westf. gemeint. Immerhin hatte man noch einen Hochaltar und diverse Versatzstücke der neoromanischen Einrichtung.
Nun hat sich die "Junge Kirche Effata" mit Zustimmung des Pfarrers über das Gotteshaus hergemacht.
Hier ist das Drama in Bilder gefaßt:
http://www.pv-sintfeld-diemeltal.de/index.php?option=com_phocagallery&view=category&id=11:zweite-grosse-umbauaktion&Itemid=100

Und hier noch ein Link:
http://www.pv-sintfeld-diemeltal.de/index.php?option=com_phocagallery&view=category&id=7:juki&Itemid=100

Macht Euch die Mühe und klickt durch die Bilder. Man könnte heulen. Die Meerhofer sind, nicht ganz unschuldig, völlig machtlos. Erst haben sie Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat kampflos den zugezogenen Fokolaren und Charismaten überlassen, und nun, da sie die Folgen sehen, weinen sie die bittersten Tränen.
Und im Pastoralverbund kreist nun das bitterböse Wort von den "Liturgiezigeunern." Sonst erzählt man uns immer, wir müßten uns in Zeiten des Priestermangels daran gewöhnen, die Hl. Messe auch anderswo zu besuchen. Tun die Leute das dann, werden sie als Meßtouristen und Liturgiezigeuner beschimpft.
Für die Meerhofer Kirche beginnt das Ende nun erst richtig. Konnte man die bisherigen Verschandelungen noch problemlos zurückbauen, wird bei der bevorstehenden Kirchenrenovierung tabula rasa gemacht: Die Kommunionbank hat man schon vor 2 Jahren abgesägt, nun wird auch der Hochaltar fallen. Der gesamte Chor wird zeitgleich seiner Stufenanlage beraubt und eingeebnet.

Freitag, 9. September 2011

Hochwasser die zweite

Nun hat die Hochwasserkatastrophe sogar Rom erreicht.

Und da man ja auch nicht immer nur griesgrämig meckern soll, hier mal die ordnungsgemäße Variante:



Die Bilder durfte ich diesmal "klauen". Herzlichen Dank an:
http://fsspnantes.over-blog.com/

Donnerstag, 8. September 2011

Ministranten

Ich will hier nicht die Debatte über Ministrantinnen neu entfachen, dafür gibt es geeignetere Orte:
http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?f=3&t=12758
Es gibt aber Dinge, die waren früher schon kaum und sind heute erst recht nicht tolerierbar. Es ist die Rede von zu kurzen Talaren und Chorröcken, volkstümlich gern als "Hochwasser" bezeichnet. So etwas sieht mehr als grausam aus und läßt die Liturgie zur optischen Farce werden. Kurz und gut: unwürdig!
Kurze Chorrockärmel sind nur tolerierbar, wenn darunter Talar mit langen Ärmeln getragen wird. Zu kurze Talare sind vollkommen inakzeptabel.
Wenn man aber schon gezwungen ist, so etwas zu tragen, dann bitte nicht mit nackten Beinen und Armen! Offenbar haben bei folgendem Bild Elternhaus, Küster und Zelebrant mehr als total versagt:

Mittwoch, 31. August 2011

Nomen est omen?

Zur Abwechslung mal etwas ganz anderes. In der Garnison Höxter an der Weser kennt ihn jeder: Joseph, seines Zeichens Bataillonsmaskottchen von Beruf und ansonsten Ziegenbock. Das ist auch nicht neu, Joseph hat schon eine beachtliche Ahnenreihe in der Einheit vorzuweisen. Die Soldaten lieben ihn, die Bürger lieben ihn, er lebt wie ein Kurfürst:

http://www.business-on.de/owl/bundeswehr-soldaten-kompanie-josef-ziegenbock-hoexter-_id11508.html

Wo aber solcher Friede sich breitet, kann der Teufel nicht weit sein. Der Kommandeur des Bataillons, P... GAISBAUER, hat nunmehr befohlen, das Tier "abzuschaffen." Mit einer modernen Einsatzarmee sei so etwas nicht mehr vereinbar und schon garnicht mehr zeitgemäß. Basta. Punkt.
Mir drängt sich da ein ganz anderer Gedanke auf: Ist der Herr Oberstleutnant es vielleicht einfach nur leid, von seinen Offizierskameraden als GEISBAUER tituliert zu werden? Dabei klingt das doch nett: "Gestatten: Gaisbauer, Geisbauer bei der ABC-Abwehr!"
Zudem ist ja Joseph auch keine Geis, sondern ein Bock...
Fazit: Offiziere können entsetzlich humorlose Menschen sein!

Dienstag, 30. August 2011

Kirchenumzug

Hundert Jahre sind es nun schon, seit einige Dörfer in den Fluten des damals neu erbauten Edersees im benachbarten Fürstentum Waldeck für immer versanken. Damit schien auch das Ende für die alte Augustinerinnen-Klosterkirche gekommen, die seit der sogenannten "Reformation" als Dorfkirche diente. Aber die Bericher wußten sich zu helfen...
Nein, Engel haben die Kirche nicht, wie einst das Hl. Haus von Loretto, weitergetragen. Aber die Einwohner des Dorfes haben ihre Kirche 1912 bis 1914 Stein für Stein abgetragen und in ihrem neuen Dorf einige Kilometer entfernt wieder aufgebaut. Man mag sich nicht vorstellen, zu was für eine Bau-"Lösung" man heute käme!
Der gotische Hochaltar birgt ein kleines Geheimnis: Der Jesusknabe hat an einer Hand 6 Finger! Wer es nicht glaubt, findet hier mehr dazu:

http://www.neuberich-fbg.de/ehemaligeklosterkirche.html

Es gibt dort noch mehr Bilder, ein wenig "stöbern" lohnt sich!


Donnerstag, 25. August 2011

Meinolphuslieder

Wenn ich nun schon vom Meinolphusfest geschrieben habe, muß ich auch noch die beiden alten Meinolphuslieder anführen, die beim Fest traditionell gesungen werden. Die  ersten beiden stammen aus Wewelsburg, das dritte aus Haaren, wo man einen Teil der Meinolphusreliquien besitzt.
1. Sankt Meinolph preiset immerdar! Heut vor allen laßt uns wallen zu des Heilgen Festaltar! Lasset uns sein Lob verkünden, ihn verehren bei den Linden, wo ihn Wichtrud uns gebar.

2. Du heller Stern im Sachsenland! Deine Klarheit hat in Wahrheit Karl der Große früh erkannt. Hat auf Gottes Rat von oben aus der Taufe Dich gehoben und Meinolphus Dich genannt.

3. Du Jünger von Sankt Badurad! Christi Ehren zu vermehren halfst Du ihm mit Rat und Tat. Seine Worte Dich entzünden, Deinem Gott ein Haus zu gründen, Frommen eine Zufluchtsstatt.

4. Zum Orte ist durch Gottes Wahl auf Dein Flehen ausersehen dieses stille Waldestal! Wo der Hirsch sich vor Dir neigte, dessen Stirn ein Kreuzbild zeigte, glänzender als Sonnenstrahl.

5. Und als das Gotteshaus vollbracht, strahlet helle von der Schwelle Christi Licht in dunkle Nacht. Fromme Frauen mit Dir bauen, und es wächst in deutschen Gauen Christi Reich und seine Macht!

6. Du Blume wahrer Frömmigkeit! Dein Erbarmen hilft den Armen, Kranken Deine Heiligkeit! Alle Wunden schnell gesunden, selbst der Tod hat es empfunden, daß Dich Christi Macht geweiht.

7. Sankt Meinolph, heil’ger Diakon! Deinem Leben nachzustreben hilf uns mächt’ger Schutzpatron. Woll’ in Wetter, Not und Stürmen, woll im Tode uns beschirmen, führ’ uns einst zu Gottes Thron!


Auf die Weise: Sei gegrüßet o Libori1.  
1. Sieh nach mehr als tausend Jahren, Heilger Meinolph! Gläub’ge Scharen /
hier vereint in Deinem Tal. Dank dem Heiland zu erweisen, für die Tugend ihn zu preisen,
die dich schmücket ohne Zahl.

2. Deine reine, heil’ge Jugend / war in jeder Christentugend / leuchtend Vorbild allen schon.
Schütz auch unsre Jugend, bitte, / daß sie stets in reiner Sitte / strebe nach der Himmelskron.

3. Deinem Heiland zu gefallen, Gottes Wege stets zu wallen, gabst Du hin der Erde Tand.
Lehr’ auch uns die Welt verachten, nach dem Ewigen zu trachten, nach dem wahren Vaterland.

4. Jesu, dessen Haupt die Stätte / fehlet, wo es Ruhe hätte, schenkst zur Wohnung Du Dein Herz.
Bitte, daß nicht böse Triebe je uns rauben Jesu Liebe, und erneuern seinen Schmerz.

5. Deinem Heiland treu ergeben, weihtest Du Dein ganzes Leben / stets in Tugend Deinem Gott.
Gib Beharrlichkeit uns allen, daß wir durch das Leben wallen, Gott getreu bis in den Tod.

6. Meinolph, erste Himmelsblüte / Deines Volkes, o behüte / allzeit unser Vaterland!
Woll’ vor Irrtum es bewahren, daß nach abertausend Jahren / es noch glaube unverwandt!


Das Haarener Lied:
1. Heilger Meinolf, Deine Jugend und Dein Alter war voll Tugend,
ohne Makel, engelrein. Gottes Ehren stets vermehren,
war auf Erden dein Begehren, öffentlich und insgeheim.

2. Jesu Lehre zu verbreiten, Sünd und Laster auszureuten,
darauf ging Dein ganzer Sinn. Um die Schwachen zu erquicken,
um die Armen zu beglücken, gabst Du Deinen Reichtum hin.

3. In der Näh bei unsern Feldern, in den einsam stillen Wäldern,
hier sprachst Du für alle Zeit: "Schöpfer, Gott! bei diesen hellen,
silberweißen Wasserquellen, sei mein Leben Dir geweiht!"

4. Dort, wo sich der Hirsch Dir zeigte, mit dem Kreuz sich vor Dir beugte,
dort, wo alles öde war: bautest Du aus heil'gem Triebe,
Gott dem Herrn allein zuliebe, Kloster, Tempel und Altar.

5. Hier nun, wie in Engel-Chören, ließ sich das Lob Gottes hören;
wo das wilde Vieh sonst lief, sah man jetzt zu heil'gen Hallen
andachtsvoll die Menschen wallen, deren Gebet zum Himmel stieg.

Meinolphustag in Böddeken

Westfalen hat nicht viele Heilige hervorgebracht, die eine größere Bekanntheit erreicht haben. Der Hl. Meinolphus ist wohl einer der im Hochstift volkstümlichsten lokalen Heiligen. Geboren wurde er wohl um 795 von seiner noch heidnischen Mutter Wichtrud irgendwo zwischen Haaren und Wewelsburg, der Überlieferung nach unter der Linde, die (oder deren Nachkomme) heute vor der ihm geweihten Kapelle unweit des später von ihm gegründeten Klosters Böddeken steht.
Meinolphus war adeliger Herkunft, Karl der Große wurde nach der Bekehrung seiner verwitweten Mutter sein Patenonkel. Er wurde unter Bischof Hathumar in der Domschule von Paderborn erzogen, ins Domstift aufgenommen und zum Diakon geweiht. 836 wurde er Archidiakon des Bistums, im selben Jahr holte er die Reliquien des Hl. Liborius von Le Mans nach Paderborn. 837 gründete er das Kanonissenstift Böddeken nahe Wewelsburg, der Überlieferung nach an jener Stelle, die ihm ein Hirsch mit einem Kreuz zwischen dem Geweih gezeigt hatte. Er war wesentlich an der Christianisierung seiner noch heidnischen Landsleute beteiligt. Er starb am 5. Oktober 857 in seiner Gründung Böddeken. Sein Fest wird ebenfalls als Paderborner Eigenfest am 5. Oktober gefeiert.
Das Kloster wurde später von Augustiner-Chorherren übernommen, bis diese durch die unselige Säkularisation 1803 vertrieben wurden.
Später übernahm die Familie von Mallinchrodt Kloster Böddeken und ließ unweit des ehemaligen Klosters an der überlieferten Geburtsstelle eine neugotische Kapelle nach Plänen von Vincenz Statz errichten. Die angebaute Eremitage ist voll eingerichtet, leider aber seit Jahrzehnten unbewohnt. Neben der Kapelle befindet sich der Friedhof der Familie von Mallinckrodt.
Da es sich im Oktober schlecht draußen feiern läßt, ist der eigentliche Festtag in Böddeken der Weihetag der Kapelle, der letzte Augustsonntag. Von Wewelsburg aus zieht man in Prozession ins Tal, um 10 Uhr beginnt das Festhochamt vor der Kapelle, zu dem immer noch einige Hundert Gläubige kommen. Es ist eine jener Feiern, die ihren Charakter trotz aller Reformen gut bewahren konnten.
Der Festprediger hat vor der Predigt jene uralte kleine Glocke zu läuten, die sich im Grabe des Heiligen fand und mit der er der Überlieferung nach auf seinen Predigtgängen die Sachsen zusammenrief.
Nach dem Hochamt ist natürlich (ganz westfälisch!) auch für Speis, Trank und Blasmusik gesorgt.





Dienstag, 23. August 2011

Aus der Praxis für die Praxis

Feurig geht es hier zu:

http://www.flickr.com/photos/josephshaw/sets/72157626971787135/

Kleiner Tip: Rauchfässer ab und an auch innen reinigen. Möglichst keine Stahlschwämme oder dergleichen verwenden! Es empfiehlt sich, die ganze Gerätschaft in einem genügend großen Topf mit Seifenlauge auszukochen und mit einem alten Lappen, wenn nötig, nachzuhelfen. Macht man es oft genug, kann man sich den teuren Rauchfaßreiniger sparen. Daß ich eine ähnliche Flammenhölle einmal mit einem silbernen Rauchfaß von siebzehnhundertundwerweißwieviel produziert habe, treibt mir heute noch den Schweiß auf die Stirne. Merke: nehme nie mehr als 2 Kohlen!

Montag, 22. August 2011

Marä Himmelfahrt die Dritte

Damit nicht immer alles negativ aussieht, hier einmal ein positives Beispiel:
Gestern morgen in unserer Bischofsstadt:
Hl. Messe im außerordentlichen Ritus in einer Innenstadtkirche. Da am Feste selbst keine Messe im alten Ritus stattfinden konnte, begeht man die äußere Feier von Marä Himmelfahrt, der Sonntag nach Pfingsten wird kommemoriert. Die Messfeier ist geradezu auffallend gut besucht, sehr viele haben ein Krautbund dabei. Vor dem Hochamt ist Kräuterweihe nach Paderborner Rituale, ordentlich und mit den vorgeschriebenen Gebeten. Man singt das Ordinarium gregorianisch, Teile des Propriums ebenfalls. Das Volk darf noch 3 passende Marienlieder singen. Und nach dem Hochamt denkt der Zelebrant sogar noch an das zur Zeit katastrophale Erntewetter und erteilt mit der Kreuzreliquie den Wettersegen. Seine Mitbrüder auf dem Dorf tun das mehrheitlich schon lange nicht mehr.
Fazit: egal, ob alter oder neuer Ritus, es geht auch ordentlich, wenn man nur will!

Kräuterweihe und was daraus wurde...

Alle hatten sich auf das Sonntagshochamt gefreut. Schließlich war Mariä Himmelfahrt gewesen und die Landfrauen hatten Kräuter für die Weihbunde gesammelt, die man dann gemeinschaftlich gebunden hatte. Auch für die älteren Leute, die nicht mehr so "mobil" sind, gab es noch eine Menge Weihbunde, die man nach dem Sonntagshochamt mitnehmen konnte.
Schon seit vorkonziliaren Saurierzeiten war Mariä Himmelfahrt am folgenden Sonntag in allen Gemeinden noch einmal als äußere Feier festlich begangen worden. Doch in diesem Jahr sollte alles anders kommen... Natürlich war am Feste selbst in der Wallfahrtskirche des Nachbarortes am Abend ein "Hochamt" gewesen. Nicht schlimm, am Sonntag würde ja in den anderen Dörfern mit Krautweihe noch einmal gefeiert werden, so wie immer. Wirklich? Nun, man kann garnicht so dumm denken, wie es letztendlich kommt!
Am Sonntag trat der zuständige Hochwürdige Herr im grünen Meßgewande an den Altar und machte den Leuten ziemlich barsch klar, daß ja Mariä Himmelfahrt schon gewesen sei und man das ja nicht zweimal feiere. Aber man wolle "es" (die Kräuterweihe) "noch einmal" machen. Sprach's, betete irgendein Schrumpfgebet aus irgendeinem Buch, schlackerte lieblos etwas Weihwasser drüber und widmete sich dann einer zehnmütigen Meßeinführung zum Thema Weltjugendtag, bei der er sämtliche Radio- und Fernsehsender katholischer Herkunft aufzählte, die man gefälligst gucken solle. Anschließend wurde die Gemeinde mit Liedern aus dem Gotteslob beglückt, die keiner singen konnte, keiner singen können wollte und die man (der Einschub sei mir gestattet) auch nicht singen zu können braucht. Dazu gab es ellenlage Antwortpsalmen auf langweilige Melodien aus eben demselben Gesangbuch. Die Gläubigen gingen enttäuscht nach Hause, einige schimpften wie die sprichwörtlichen Rohrspatzen... Der Zelebrant bekam davon nichts mit, er verläßt das Gotteshaus zumeist im Stechschritt, um nicht mit seinen noch plaudernd dastehenden Schäfchen reden zu müssen.
Gott bewahre uns vor falschverstandener liturgical correctness!

Dienstag, 16. August 2011

Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt

Die Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt dürfte ja traditionelle in den meisten Pfarreien erst am nächsten Sonntag stattfinden. Leider wird man dann wieder allerorten nicht die äußere Feier begehen, sondern den grünen Sonntag im Jahreskreis mit einer Kräuterweihe aus kopierten Zetteln zweifelhafter Herkunft kombinieren. Ein lieber Bekannte hat sich die Mühe gemacht, einmal die Kräuterweihe nach dem Paderborner Rituale abzutippen, hier ist sie (leider kann ich die Rubriken hier nicht in rot wiedergeben):

Benedictio herbarum in festo Assumptionis B.M.V., vel Dominica sequenti
(propr. Archidioec. Paderborn.)

In festo Assumptionis B. M. V., si in Dominica occurrerit, alias in Dominica sequenti, absoluta aquae aspersione, Sacerdos stola alba et pluviali albi coloris indutus, ascendit ad Altare, osculatur illud in medio et procedit ad cornu Epistolae, ubi stans, herbas benedicendas juxta se habens, dicit:

V. Adjutórium nostrum in nómine Dómini.
R. Qui fecit caelum et terram.
V. Dómine, exáudi oratiónem meam.
R. Et clamor meus ad te véniat.
V. Dóminus vobíscum.
R. Et cum spíritu tuo.
Oratio. Orémus.
Dómine sancte, Pater omnípotens, qui ab inítio fecísti hóminem ad imáginem tuam et condidísti caelum et terram, solem et lunam, stellas et ómnia caeléstia et terréstria, tu domináris potestáti maris, tu habes potestátem abýssi magnae, tu condidísti ómnia eleménta: tu bene + dícere et sancti + ficáre dignéris has creatúras herbárum, sicut benedixísti quinque panes in desérto, et duos pisces, et satiásti quinque mília virórum: omnésque, qui utúntur ex eis, bene + dícere, et sancti + ficáre dignáre, ut eis sit sánitas ánimae et córporis. In nómine Pa + tris, et Fí + lii, et Spíritus + Sancti. Et ómnibus homínibus pecoribúsque, qui ex hoc gustáverint, omnem putrédinem et omne phantásma diáboli amovére et omnem morbum et pestiléntiam ac dolórem expéllere dignéris: Qui in Trinitáte perfécta vivis et regnas Deus, per ómnia sáecula saeculórum.
R. Amen.
Oratio. Orémus.
Supplíciter, sancte Pater, atque subníxis précibus tuam deprecámur cleméntiam, qui mirabíliter cuncta ex níhilo creásti, qui terram divérsa proférre gérmina praecepísti, et vária medicamentórum génera ad sanánda géneris humáni córpora herbis indísti; bene + dícere, et sancti + ficáre has dvérsi géneris herbas tua pietáte dignéris: ut, quicúmque ex eis in hac sollemnitáte venerábilis et sanctae Dei Genetrícis Maríae sumpturi sunt, tam ánimae quam córporis sanitátem percípiant. Et intercedénte eádem beáta María semper Vírgine, sic eárum usu jucundéntur salúbriter, quátenus in tuórum unguentórum odóre paradísi jánuas adíre mereántur, praestánte Dómino Deo nostro Jesu Christo, qui tecum vivit et regnat
Deus, per ómnia sáecula saeculórum.
R. Amen.
Oratio. Orémus.
Deus, qui univérsis genéribus herbárum humánis necessitátibus praestitísti
remédia: hanc herbárum collectiónem tuae miseratiónis bene + dic déxtera: ut, quisquis languóre depréssus ex eis áliquid gustáverit, Ecclésiae tuae sancta repraesentatus, optátae munus salútis te donánte percípiat. Per Dóminum nostrum.
R. Amen.

Tum Sacerdos imponit thus more solito et aspergit herbas aqua benedicta in medio, a dextris et a sinistris et similiter eas thurificat. Quo facto stans in cornu Epistolae cantat:

V. Ora pro nobis, sancta Dei Génetrix.
R. Ut digni efficiámur promissiónibus Christi.
Oratio. Orémus.
Veneránda nobis, Dómine, hujus diéi festívitas opem cónferat sempitérnam, in qua sancta Dei Génetrix mortem súbiit temporálem: nec tamen mortis néxibus déprimi pótuit, quae Fílium tuum Dóminum nostrum de se génuit incarnátum. Per eúmdem Dóminum nostrum...
R. Amen.
Deposito pluviali sumet manipulum et casulam et Missam inchoabit.

Hier liegt vor Deiner Majestät - St. Pankratius Warstein

Heute einfach mal nur was schönes aus unserem alten Diözesangesangbuch. Und hier gibt es noch mehr davon:
http://www.youtube.com/user/Videofilmfreund

Dienstag, 9. August 2011

Patronatsfest in Dunkelwald

Heute machen wir einmal einen Ausflug in eine kleine Landstadt inmitten unseres lieblichen Hochstiftes. Nennen wir sie einmal Dunkelwald. Die Dunkelwalder Pfarrkirche ist seit alters her dem Hl. Kilian geweiht, wogegen hier im Hochstift niemand etwas hat, was aber auch niemand sonderlich interessiert. So sind sie halt, die Ober- und Niederwälder, sie meinen das nicht bös.
Ach ja, bös... beschäftigen wir uns einmal kurz mit dem Pfarrer des neu geschaffenen Pastoralverbundes Dunkelwald, nennen wir ihn einfach Joseph Burania. Dieser schaffensfreudige Mann hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Dunkelwalder und alle ihre Nachbardörfer mit seinem "pastoralen Team" aus der katholischen Lethargie zu reißen und den Glauben neu zu erfinden. Nun, die meisten seiner Schäflein interessiert sein Aktionismus wenig, sind sie doch längst wieder Heidenkinder geworden und der maingestreamten Neu-Apostasie verfallen.
Jene aber, die in alter Verstocktheit den Glauben ihrer Kindertage immer noch nicht abgelegt haben, kommen unbegreiflicherweise mit dem doch wohlmeinenden Pfarrer Josephus Burania nicht zurecht.
Am letzten Sonntag war Patronatsfest in einem kleinen Ort, der zur Pfarre Dunkelwald gehört, aber schon vor Jahrhunderten im Kampfgetümmel unterging. Einzig das Kapellchen, der Großmutter unseres Herrn dem Fleische nach geweiht, blieb erhalten:

Am ersten Augustsonntage kommen nun die verstockten, immer noch nicht von verstaubten Gewohnheiten lassen wollenden Einwohner der umliegenden Dörfer hier zusammen, um ein "Levitenamt" zu singen und hinterher ordentlich zu feiern, ja selbst unkontrolliert Alkolica zu genießen und auch noch im Walde zu rauchen.
Um die schrecklich altmodische Feier nun doch etwas attraktiver für die Jugend zu machen, die dann allerdings doch nicht dort war, hatte Hochwürden Burania den "Pastoralverbundstag" erfunden. Toll. Alle Gemeinden treffen sich zur Meßfeier an der Kapelle, an allen anderen Orten des Pastoralverbundes findet an dem Sonntag-Vormittag keine Hl. Messe statt. So, weit, so gut. Wer jetzt glaubt, daß die 3 Priester des Verbundes wie gewohnt das Allerheiligste in Prozession von Dunkelwald zu jener Kapelle getragen hätten, wie es mindestens 340 Jahre Sitte war, der täuscht sich gewaltig. Hochwürden Burania machte schriftlich allen Gläubigen klar, daß die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Supergaues, ähh, Verzeihung, -konziles es verboten habe, eucharistische Prozessionen VOR der Hl. Messe stattfinden zu lassen. Das rückständige Volk wie auch der armselige Schreiber dieser Zeilen fühlten sich, gelinde gesagt, auf den Arm genommen. Bislang konnte die von Hochwürden Burania erwähnte Schriftpassage nicht ausfindig gemacht werden. Aber vielleicht gibt es hier einen studierten Mitleser, der uns besser belehren kann. Der Herr Pfarrer wird doch sicherlich seine, wenn auch verstockten und nichtswürdigen, Schafe nicht etwa belogen haben!?
So zog denn eine traurige Prozession von Dunkelwald zur Kapelle. Der Heiland mußte zuhause bleiben. Die Böllerschützen wollten erstmals nach über 40 Jahren das Fest wieder mit Böllern begrüßen. Leider wurde dieses Ansinnen durch Ehrenbürgermeister Josef-Franz Wendehals torpediert. Altbürgermeister Wendehals ist immer auf der Höhe der Zeit, paßt sich seine Familie doch seit über 100 Jahren der jeweils herrschenden Regierung und dem dazugehörenden Mainstream problemlos an. Wendehals beschwerte sich nun, daß die Knallerei seinem und dem Tinnitus anderer Leute nicht guttäte. Natürlich fragten sich auch hier die Spötter, ob denn das Knallen seines Jagdgewehres seinem Tinnitus nicht schade. Aber man muß auch an den Naturschutz denken. Schließlich liegt die Böllerwiese mitten in jenem Jagdrevier, für das der Herr Ehrenbürgermeister das "Begehungsrecht" hat. Somit muß er sich ja mit der Materie auskennen. Der Verdacht, er wolle nur seine jagdlichen Interessen durchsetzen, muß als schäbig zurückgewiesen werden. So unterblieb nun auch das Böllern.
Das Hochamt war dann mehr eine Betsingmesse, dekoriert mit belanglosen Friedensgesängen des örtlichen Kirchenchores. Aus einstmals 2000 Gläubigen sind heute etwa 500 geworden. Mit den Meßtexten hatte sich Hochwürden Burania erhebliche Mühe gegeben. Bis auf die Epistel vom starken Weibe, daß es zu finden gilt, hatte er alle Texte neu gestaltet und dem Empfinden der heutigen Menschen angepaßt. Leider wurde auch dieses sein Mühen nach der Hl. Messe von der Mehrzahl der ignoranten und biertrinkenden Traditionskatholiken schlecht geredet und durch den sprichwörtlichen Kakao gezogen.
Auch sein Versuch, alle Anwesenden miteinander zu versöhnen, scheiterte an der westfälischen Sturheit. Zum Vater unser sollten wir uns alle (alle!) an die Hand nehmen und eine große Kette bilden. Vor allem die Einwohner des Nachbarortes Glasheim erwiesen sich hier als liturgische Ignoranten. Einer bedrohte sogar die vor ihm stehenden ChristinnenInnen mit den Worten: "Wer mich anfaßt, kriegt was mit dem Regenschirm drüber!" Wegen einer starken Allergie gegen Grünzeug konnte Hw. Burania dann auch nicht die Hl. Kommunion austeilen. Das besorgten seine 2 Mitbrüder und zwei KommunionhelferInnen. Als sehr praktisch erwies sich die Verwendung eines "Headsets" durch den Zelebranten. Für alle, die so rückständig sind, wie der Schreiber dieser Zeilen:
Das ist ein Microphon, welches man sich mit einem kneifenden Drahtbügel am Kopfe befestigt. Vor dem Mund hat man dann so ein lustiges Schaumgummibällchen. Diese technisch durchdachte Lösung hatte nun zur Folge, daß das (noch) gläubige Volk auch endlich einmal die böse gezischelten Regieanweisungen des Hochwürdigen Pfarrers an seine ahnungslosen Ministranten und Mitzelebranten mitbekam. Lustige Kommentare einzelner Gläubiger waren denn auch die Folge. Eines bleibt zum Schluß zu sagen:
Das Bier zum Beschlusse der Feier hat allen Anwesenden geschmeckt, zumal der H.H. Pfarrer Burania sich mit seinen beiden Amtsbrüdern ganz schnell verabsentierte, ohne mit seinen sowieso bockigen Schäfchen das Gespräch gesucht zu haben!

Samstag, 30. Juli 2011

Alte Libori-Festmesse

Immer wieder wird nach den Texten der Libori-Festmesse für den außerordentlichen (Tridentinischen) Ritus gefragt. Da die wenigsten noch über Meßbücher mit Paderborner Eigenteil verfügen dürften, folgen hier die Texte lateinisch/deutsch in der letztgültigen alten Fassung mit Übersetzung:
Fest des Hl. Liborius, Patron der Erzdiözese Paderborn (23. Juli)

Der hl. Liborius war als Bischof von Le Mans in Frankreich bei Ausbreitung des Christentums erfolgreich tätig und mit dem heiligen Bischof Martin von Tours befreundet, der ihm im Tode beistand. Seine Reliquien kamen 836 nach Paderborn. Da der hl. Liborius später auch in Italien viel verehrt wurde, nahm Papst Klemens XI. 1702 sein Gedächtnis in den allgemeinen römischen Festkalender auf. Er wird bei Steinleiden um Heilung angerufen.

Introitus (Ps. 88, 20-22)
Exaltávi eléctum de plebe mea, óleo sancto meo unxi eum; manus enim mea auxiliábitur ei, et bráchium meum confortábit eum. (Ibid. 2) Misericórdias Dómini in ætérnum cantábo. V Glória Patri.
Ich habe ihn aus meinem Volke ausgewählt und hoch erhoben. Mit meinem heiligen Öle ihn gesalbt. Hilfreich wird meine Hand stets mit ihm sein; mein Arm verleiht ihm Kraft. (Ebd. 2) Des Herrn Barmherzigkeit will ich besingen ewiglich. V Ehre sei.

Kirchengebet
Omnípotens sempitérne Deus, qui Ecclésiam tuam in confessióne sancti nóminis tui solidásti: præsta, quáesumus; ut, quæ sancti Libórii Confessóris tui atque Pontíficis ánnua récolit solémnia, eius apud te suffrágiis ab omni mereátur adversitáte liberári. Per Dóminum nostrum.
Allmächtiger ewiger Gott, Du hast Deine Kirche im Bekenntnis Deines heiligen Namens gefestigt: gewähre, wir bitten Dich, dass sie, die alljährlich das Fest Deines heiligen Bekenners und Bischofs Liborius feiert, auf seine Fürsprache bei Dir von allem Unglück befreit werde. Durch unsern Herrn.

Lesung (1 Tim. 6, 13-16)
Léctio Epístolæ beáti Pauli Apóstoli ad Timótheum.
Praecipio tibi coram Deo qui vivificat omnia et Christo Iesu qui testimonium reddidit sub Pontio Pilato bonam confessionem ut serves mandatum sine macula inreprehensibile usque in adventum Domini nostri Iesu Christi quem suis temporibus ostendet beatus et solus potens rex regum et Dominus dominantium qui solus habet inmortalitatem lucem habitans inaccessibilem quem vidit nullus hominum sed nec videre potest cui honor et imperium sempiternum, Amen.

Lesung aus dem Briefe des hl. Apostels Paulus an Timotheus.
Geliebtester! Vor Gott, der allen Dingen das Leben gibt, und vor Christus Jesus, der unter Pontius Pilatus das herrliche Bekenntnis abgelegt hat, gebiete ich Dir: Bewahre das Amt ohne Fehl und Tadel bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus. Diese wird zur rechten Zeit kundtun der selige und alleinige Herrscher, der König der Könige und der Herr der Herren, der allein Unsterblichkeit besitzt und der in unzugänglichem Lichte wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch zu sehen vermag. Ihm sei Preis und Macht in Ewigkeit, Amen.

Graduale (Ekkli. 49, 12)
Ossa Prophetárum púllulent de loco suo, nam corroboravérunt Iacob, et redemérunt se in fide virtútis. V (Ibid. 18) Ossa ipsíus visitáta sunt, et post mortem prophetavérunt.
Allelúia, allelúia. V (Matth. 11, 5) Cæci vident, claudi ámbulant, leprósi mundántur, surdi audiunt. Allelúia.
Neu sollen die Gebeine der Propheten an ihrer Ruhestätte sprossen; denn sie haben Jakob stark gemacht und ihn durch starken Glauben gerettet. V (Ebd. 18) Seine Gebeine sind wohl bewahrt und weissagten nach seinem Tode. Alleluja, alleluja. V (Matth. 11, 5) Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören. Alleluja.

Evangelium (Matth. 25, 14-23)
Sequéntia sancti Evangélii secúndum Mattháeum.
In illo témpore: Dixit Iesus discípulis suis parábolam hanc: Homo péregre proficíscens,vocávit servos suos, et trádidit illis bona sua. Et uni dedit quinque talénta, álii autem duo, álii vero unum, unicuíque secúndum própriam virtútem, et proféctus est statim. Abiit autem, qui quinque talénta accéperat, et operátus est in eis, et lucrátus est ália quinque. Simíliter et qui duo accéperat, lucrátus est ália duo. Qui autem unum accéperat, ábiens fodit in terram, et abscóndit pecúniam dómini sui. Post multum vero témporis venit dóminus servórum illórum, et pósuit ratiónem cum eis. Et accédens qui quinque talénta accéperat, óbtulit ália quinque talénta, dicens: Dómine, quinque talénta tradidísti mihi, ecce, ália quinque superlucrátus sum. Ait illi dóminus eius: Euge, serve bone et fidélis, super pauca fuísti fidélis, super multa te constítuam: intra in gáudium dómini tui. Accéssit autem et qui duo talénta accéperat, et ait: Dómine, duo talénta tradidísti mihi, ecce, ália duo lucrátus sum. Ait illi dóminus eius: Euge, serve bone et fidélis, quia super pauca fuísti fidélis, super multa te constítuam: intra in gáudium dómini tui.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu Seinen Jüngern dieses Gleichnis: Ein Mann, der in die Fremde ziehen wollte, rief seine Knechte und übergab ihnen seine Güter. Dem einen gab er fünf Talente, dem andern zwei, einem dritten eines, jedem nach seiner Fähigkeit; dann reiste er ab. Sogleich ging der, welcher fünf Talente empfangen hatte, hin, trieb Handel damit und gewann fünf weitere dazu. Ebenso gewann der, welcher zwei empfangen hatte, weitere zwei dazu. Der aber eines empfangen hatte, ging hin, grub die Erde auf und verbarg das Geld seines Herrn. Nach langer Zeit kam der Herr der Knechte zurück und hielt Abrechnung mit ihnen. Zuerst kam der, welcher fünf Talente empfangen hatte; er brachte fünf weitere Talente und sprach: "Herr, fünf Talente hast du mir übergeben; siehe weitere fünf habe ich dazu gewonnen." Da sprach sein Herr zu ihm: " Wohlan, du guter und getreuer Knecht, weil du über Weniges getreu gewesen bist, will ich dich über Vieles setzen: geh ein in die Freude deines Herrn." Dann kam der, welcher zwei Talente empfangen hatte; er sprach: "Herr, zwei Talente hast du mir übergeben; siehe zwei weitere habe ich dazu gewonnen." Da sprach sein Herr zu ihm:
"Wohlan, du guter und getreuer Knecht, weil du über Weniges getreu gewesen, will ich dich über Vieles setzen: geh ein in die Freude deines Herrn."

Offertorium (Ekkli. 50, 15-17)
Consummatióne fungens in ara, effúdit in fundaménto altáris odórem divínum excélso
Príncipi.
Ganz würdig waltete er am Altare seines Amtes und goß das Trankopfer am Fuße des Altares aus zum lieblichen Wohlgeruch für den höchsten Herrn.

Stillgebet
Pópulo tuo, Dómine, munéribus sacris placátus inténde; et, quæ sancti Libórii Confessóris tui atque Pontíficis commemoratióne sunt obláta, ad cæléstia nos súblevent sacraménta. Per Dóminum nostrum.
Herr, versöhnt durch die heiligen Gaben, schau herab auf Dein Volk; die zum Gedächtnis Deines heiligen Bekenners und Bischofs Liborius dargebrachten Opfergaben mögen uns zu den himmlischen Geheimnissen erheben. Durch unsern Herrn Jesus Christus…

Communio (Dan. 3, 84)
Benedícite, sacerdótes Dómini, Dómino: laudáte et superexaltáte eum in sáecula.
Jubelt dem Herrn, ihr Priester des Herrn; lobet und preiset ihn ewiglich.

Schlußgebet
Præsta, quáesumus, ineffabili cleméntia tua, omnípotens Deus: ut, beáti Libórii Confessóris tui atque Pontíficis tuti præsídio; cum eo in Sanctórum tuórum gaudeámus consórtio. Per Dóminum nostrum Jesum Christum, filium tuum...
Allmächtiger Gott, wir bitten Dich: gewähre in Deiner namenlosen Güte, daß wir, gesichert unter dem Schutze Deines heiligen Bekenners und Bischofs Liborius, mit ihm uns in der Gemeinschaft Deiner Heiligen freuen dürfen. Durch unsern Herrn Jesus Christus…

Freitag, 29. Juli 2011

Libori-Lieder

Anbei einmal einige Liboriuslieder, die die Gesangbuchgeschichte so hervorgebracht hat. Die Umdichtungen aus dem derzeit gültigen Diözesananhang des Gotteslobes erspare ich dem geneigten Leser.

Paderborner Gesangbuch von 1726:
1. Freut euch, ihr Paderbörner, Euch ist ein Freud beschert:,: Uns ist der Cenomanner, Der größte Schatz verehrt, den vor neunhundert Jahren der Bischof Baduard aus Frankreich her gefahren zu uns in aller Gnad, Kyrie eleis.

2. O wohl ein grosses Kleinod ist uns das heilig Pfand, Es war ein wilde Einöd allhier in diesem Land, Es waren blinde Heiden und lauter Dunckelheit, die niemand konnte meiden, hier war Unwissenheit, Kyrie eleison.

3. Mit diesem Licht und Cörper nimmt zu die christlich Lehr: Es geben Städt und Dörfer dem wahren Gott die Ehr. Es thun groß Wunderzeichen Liborii gebein, dadurch die Hertz erweichen, und glauben insgemein, Kyrie eleison.

4. Lobt Gott ihr ersten Christen, die solchen Schatz gesehn, Und jetzt in Himmels Lüften das jährlich Fest begehn. Wir eure Kinder dancken, so viel als möglich ist, So oft wir daran gedencken, daß Gott so gnädig ist, Kyrie eleison.

5. Dir fallen wir zu Füssen, du unser Schatz und Schutz! Dein heilig Gebein wir küssen, zu unserm Trost und Nutz, Sey unser Hirt und Weide, das ganze Vatterland, daß kein von hinnen scheide, er nehm das Himmels Pfand, Kyrie eleison.

Paderborner Gesangbuch von 1765:
1. Rühm und lobe, sing und preise, Du beglückte Pader-Stadt! Den der wunderbahrer Weise Dich so oft beschirmet hat. Werff dich vor die Gnaden-Lade der so heiligen Gebein, welche, daß kein Feind dir schade, deine stete Brustwehr seyn.

2. Licht und Schein war uns benommen, da man sie geraubet hat; So bald sie nur wieder kommen, spührt die Hülf gleich diese Stadt. Nun Libori! bey uns bleibe, schütz dein anvertrautes Land; Alles Unheyl von uns treibe, dieses kanst du, wie bekannt.

3. Treuer Bischof unsrer Seelen, O Libori! unsre Cron, dessen Gnaden nicht zu zählen, werther Stadt-und Lands-Patron: Beyde haben dir zu dancken, daß durch dich, und dein Gebet, nun ihr Zustand in den Schrancken - Eines wahren Glückes steht.

4. Drückt uns die Verfolgungs-Menge, Du o Vater! schwächst die Last; Du hilfst uns aus dem Gedränge; wann uns Furcht und Angst umfaßt: Du bist unser Schutz im Leben, Von dir Heyl und Wohlfahrt fließt, Deine Fürbitt woll uns geben - Was uns nütz- und selig ist.

5. Laß die Andacht nicht erkalten, und den Eyfer deiner Ehr: Der du uns bisher erhalten - Bey der wahren Glaubens-Lehr. Gib anbey, daß wir bedencken, was für deine Lieb und Treu, dein ergebnes Volck zu schencken, dir hinwieder schuldig sey.

Paderborner Gesangbuch von 1765:
Das 4te von den Tugenden des h. Liborii und Bitte um Gnade zur Nachfolge. Im Thon: Sey gegrüsset o Libori. Oder in eigener Melodie.
1. O Libori! groß daroben, Wo die Engeln Jesum loben, Vor dem hohen Himmelsthron, Unser Trost in Aengstigkeiten, Unsre Hülf in schweren Zeiten, Unser Schutz- und Schirm-Patron!

2. Schau vom Himmel ab und mercke Meine geringe Andachtswercke, Dir zu Ehren angestellt. Von Verstreuung mich errette, Helf mir, daß ich also bette, Wie es meinem Gott gefällt.

3. Grosser Bischoff! in der Jugend Warst du schon geneigt zur Tugend, Und beflissen from zu seyn: Diese ist mit deinen Jahren Stets zu wachsen fortgefahren Bis zum hellen Mittagsschein.

4. Schaffe, daß ich auch mich lencke Zu der Tugend, und versencke Mich in meinem Gott allein: Daß im Glauben, Hoffnung, Liebe, Ich mein Herz beständig übe, Bis zu meinem Grab hinein.

5. Nach der Lehr, so Gott gegeben, hast gericht dein gantzes Leben Ohne Anstoß, ohne Fehl: Keiner hat dich je gesehen, Einen falschen Tritt begehen, Wider Gott und sein Befehl.

6. Bitte Gott, daß ich auch wandle Ohne Tadel, und nichts handle Wider ihn und sein Gebott: Bitte mir die Gnad beneben, Daß ich allzeit möge leben Keusch und rein vor meinem Gott.

7. Deine Demuth gegen allen, Und dein Sanftmuth hat gefallen Gott und Menschen jederzeit: In dem Hertzen und Gemüthe Warest immer voller Güte, Voller Lieb und Freundlichkeit.

8. O Mann Gottes! helf bey Zeiten Zorn und Hoffart zu bestreiten, Die den Sinn und Hertz verkehrt: Schaffe, daß ich sey demüthig, Und von Hertzen mild und gütig, Wie mein Heyland Jesus lehrt.

9. Ehr der Welt hast du verachtet, Ihre Freud für nichts geachtet, Und in Gott beruhet still: Dessen Willen hast du eben Stets gefolgt in deinem Leben, Alles wollend, wie Gott wil.

10. O Freund Gottes! für mich bette, Daß ich auch mit Füssen trette Alle Welt und ihre List: Daß ich auch, so lang ich lebe, Mich in Gottes Willen gebe, Gleich wie ihm gefällig ist.

11. Sanct Martinus, wie wir lesen, Ist bey deinem Tod gewesen, Bis zu deiner letzten Stund. O wie schöne Leibsbewegung, O wie süsse Hertzenregung, Flossen da aus deinem Mund.

12. O Libori! wann ich sterbe; Mir auch diese Gnad erwerbe, Daß ich nicht ohn Beystand sey: Wann die Todangst an mich dringet, Und in letzte Nöthen bringet, Komm zu mir, und steh mir bey.

Joseph Tillmann (Pfarrer zu Erkeln), Katholisches Gesangbuch (1796 – 1876)
Mel. Sey gegrüßet, o Libori!
1. Gottes Ehre zu vermehren, und Libori! dich zu ehren, machen wir dein Lob bekannt. Großer Bischof! deine Tugend lehrt das Alter und die Jugend, sie erbauet jeden Stand.

2. Demuthsvoll, gerecht, geduldig, menschenfreundlich, fromm, unschuldig bist du lieber Gottesmann! deine Beyspiel´ glänzen immer; schön ist deiner Tugend Schimmer, herrlich deine Lebensbahn.

3. Du vermehrst hier Gottes Ehre, du verbreitest Jesu Lehre, führst getreu das Hirtenamt. Tugendliebe zu erwecken, und von Sünden abzuschrecken, ist dein Eifer angeflammt.

4. Liebevoll zeigst du dich den Armen, reichst die Hände voll Erbarmen der Bedrängten Dürftigkeit; stärkst die Schwachen, und den Kranken gibst du Trost- und Heilsgedanken; heilig wirst du allezeit.

5. So verharrst du bis an´s Ende, bis dein Geist in Gottes Hände sich ergibt. Dein heil´ger Tod schafft dir dort die Lebenskrone, und zu deinem Tugendlohne freust du ewig dich in Gott.

6. Blick, Libori, auf uns nieder! Schütze uns und unsre Brüder, laß uns deinen Beystand sehn. Laß dein Beyspiel uns belehren, daß wir Gottes Ehr´vermehren, und den Weg des Heiles geh´n.

7. Hilf hier, Vater! deinen Kindern; laß ihr Elend sich vermindern. Sey stets Vater! Steh uns bey. Wenn uns in den bittern Tagen Unglück, Noth und Jammer schlagen; Vater, mache uns dann frey!

8. Führe unsre Obrigkeiten, daß sie Glück und Heil verbreiten, streit für unser Vaterland. Mach´ daß auch die Unterthanen sich den Weg des Segens bahnen, mache glücklich jeden Stand.

9. Gott den Vater laßt uns preisen, seinem Sohne Ehr´ erweisen, und dem heil´gen Geist´ zugleich. Gott, du Freude der Gerechten! nimm einst hin zu deinen Knechten uns von hier in´s Himmelreich.

Und zuletzt die beiden bekanntesten, in der Fassung des Diözesangesangbuches Sursum Corda:
1. Sei gegrüßet, o Libori, dessen Name, Ehr und Glorie Gott auf Erden groß gemacht; sei gegrüßt im Himmel droben, wo dich Christus hoch erhoben und die Krone dir gebracht!

2. Durch dein Beispiel, deine Lehre hast für Gott und seine Ehre du geeifert allezeit; deine Heerde treu geleitet, Christi Namen ausgebreitet in der dunklen Heidenzeit.

3. Dich mit Andacht zu begrüßen, liegen wir zu deinen Füßen, flehn zu dir mit Zuversicht: deine Ohren zu uns neige und uns deine Huld erzeige, in der Noth verlaß uns nicht.

4. O Libori, deine Güte unsern Leib vor Leid behüte, lindre, was ihm schmerzlich fällt; denn du kannst die Schmerzen heilen, wider Krankheit Hülf ertheilen, als ein Arzt von Gott bestellt.

5. Hilf vor Allem unsrer Seele, daß ihr Ziel sie nicht verfehle auf der Reis´zur Ewigkeit; will der Satan uns bestreiten und zum Bösen uns verleiten, steh uns hülfreich dann zur Seit.

6. O Freund Gottes, Gut und Leben sei in deinen Schutz gegeben, nimm uns auf in deine Hut! Sind wir einst in Todesnöthen, dann woll uns bei Gott vertreten, führ uns dann zum höchsten Gut!

1. Du großer Hirt und Gottesmann, Liborius, halt für uns an, auf daß nicht Gries und Nierenstein die Strafen uns´rer Sünden sei´n.

2. Du, auserwählte Engelschaar, durch deine Hülf uns auch bewahr und führe nach volllbrachtem Streit uns zu der wahren Himmelsfreud.

3. Du großer Hirt und Gottesmann, Liborius, ach, hör´ uns an! Durch Gottes Gnad´ auf dein Gebot flieht Krankheit, Schmerz und naher Tod.

4. Sei unser Arzt für Seel´ und Leib, all´ Sündenübel von uns treib´ und hilf, daß wahrer Tugendsinn des Lebens Krone uns gewinn´.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Firmung

Gestern war ich zur Firmung in einem Dorfe des Pastoralverbundes Dunkelwald auf der lichten Aue. Es war einigermaßen interessant. Ich will mich hier nicht über die Firmvorbereitung und die Disposition der Firmlinge auslassen, ich war nicht dabei. Was allerdings auffiel:
Die Gemeindeassistentin war auch bei der Firmmesse. Angetan mit einer mehlsackartigen Mantelalbe, die sie mit einem roten Tüllschal geschmückt hatte (Stolaersatz für Quotenfrauen?), stand sie als liturgischer Blumentopf auf dem Chor und lächelte vor sich hin. Zwischendurch ergriff der assistierende Pastor die elektrisch verstärkte Gitarre und zeigte uns, welch "gute Nummer" man doch macht, wenn man im Meßgewande vor sich hin klampft und vierzigmal hintereinander mit einem pubertierenden Mädchen "Come Holy spirit" singt, während der Weihbischof seines Amtes waltet. Der Bischof stand übrigens bei der Firmung, die Firmlinge ebenfalls. Warum sollte die eine Seite auch Ehrfurcht vor Amt und Sakrament einfordern und die andere Seite selbige bekunden.
Die Krone aber setzte der Liturgie der vom Aussterben bedrohte und deshalb durch einige Frauenstimmen ergänzte Männergesangverein auf, der während der Kommunionspendung die Gläubigen mit folgendem hochliturgischen Gesang erfreute:

"Möge die Straße uns zusammen führen und der Wind in deinem Rücken sein.
Sanft falle Regen auf deine Felder und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.
|:Und bis wir uns wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand:|

Führe die Straße die du gehest immer nur zu deinem Ziel bergab
Hab,wenn es kühl wird warme Gedanken
und den vollen Mond in dunkler Nacht. Und bis wir....

Hab' unterm Kopf ein weiches Kissen habe Kleidung und das täglich Brot
Sei über 40 Jahre im Himmel bevor der Teufel merkt du
bist schon tot. Und bis wir uns mal wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand
Und bis wir uns wieder sehen drücke seine Faust dich nicht zu fest."

Banaler und blödsinniger geht es nicht mehr! Daß sich von solch einem sprichwörtlichen Käse auch noch erwachsene Leute angesprochen fühlen, zeigt deren geistiges Niveau. Wenn man glaubt, die Jugend mit so etwas an Gott und Kirche zu binden, dürfte man sich derb verrrechnet haben.
Nach der Firmung mischte sich der H. H. Weihbischof leutselig unters Volk. Der Pfarrer, der Pastor und der ständige Diakon waren nach weniger als 5 Minuten verschwunden, fuhren nach Hause und ließen den hohen Herrn allein mit seinen Schafen. Unhöflicher geht es kaum.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Mulit-Kulti-"Andachts"raum

An der "Universität der Informationsgesellschaft" (ehemals Gesamthochschule Paderborn) wurde ein "Raum der Stille" eingeweiht. Es erübrigt sich, über derartige indifferente Aktionen größere Kommentare zu verlieren. Zudem wird der Raum sowieso überwiegend von den Moslems genutzt werden oder aber selbige werden sich weiterhin weigern, ihn mit "Ungläubigen" teilen zu müssen und weiter ihre Kellerecken benutzen. Wie gut, daß es direkt neben der Universität noch eine kathlische Pfarrkirche gibt. Bei Bedarf findet man dort nicht nur Stille, sondern auch den Herrgott. Und das "Ambiente" ist auch besser.

Hier sind die Links zu den offiziellen Presseartikeln:
http://www.uni-paderborn.de/mitteilung/91752/

und der zweite Artikel:

http://www.uni-paderborn.de/mitteilung/91902/

Der evangelische Studentenpfarrer Kuhlmann freut sich, daß die Moslems jetzt "aus dem Keller" geholt würden, anstatt christlichen Glauben zu verkünden. Toll. Der katholische Studentenpfarrer wäre nicht besser gewesen, aber den gibt es zur Zeit nicht, da der bisherige gerade mit seinem Zivildienstleistenden... Nun ja.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Innozenz ist weg!


Veränderungen im Petersdom...

Nun ist es also vollbracht: Der Selige Innozenz XI war nicht mehr angesagt, er mußte dem neuen Seligen weichen. Hier
http://sacrissolemniis.blogspot.com/
gibt es bereits Bilder, das obige habe ich dort mal geklaut.
Als ich 2010 in Rom war, sah das noch so aus, wie auf dem ersten Bilde. Über die Gründe für die Umbettung herrscht Schweigen.
Radio Vatikan berichtete auf seiner Homepage schon im April folgendes:
Die sterbliche Hülle von Papst Innozenz XI. ist am vergangenen Freitagabend im Petersdom umgebettet worden. In Begleitung von liturgischen Gesängen wurden die Gebeine des seligen Papstes von der Kapelle des heiligen Sebastian zu seiner neuen Grablege im linken Seitenschiff von Sankt Peter unter dem Altar der Verklärung gebracht. Den Ritus zelebrierte Kardinal Angelo Comastri zusammen mit einigen Bischöfen und Mitgliedern der Dombauhütte. Zum Abschluss wurde die Umbettung durch eine Unterschrift notariell bestätigt. Innozenz macht gewissermaßen Platz für einen weiteren seligen Papst: Nach der Seligsprechung am 1. Mai sollen in der Sebastianskapelle die sterblichen Überreste von Johannes Paul II. ihre letzte Ruhestätte finden. Die Renovierungsarbeiten in der Kapelle, die am Eingang von St. Peter im rechten Seitenschiff liegt, sind in der vergangenen Woche beendet worden.
(rv 09.04.2011 ak)

Dienstag, 19. April 2011

19. April: Hl. Werner von Oberwesel


Heute, am 19. April, feiert die Kirche das Fest des Hl. Werner von Oberwesel. Wenngleich als Vorname sehr verbreitet, kennen heute nur mehr wenige den Ursprung des Namens.
Werner stammte aus armem Elternhause in Womrath (Hunsrück) und war bei einer jüdischen Familie in Stellung. Am Gründonnerstag 1287 wurde die Leiche des 16-Jährigen in der Nähe von Bacharach aufgefunden. Nach der Legende soll er von Juden ermordet worden sein, die sein Blut rituell für das jüdische Pessach-Fest verwendet hätten. Neue Forschungen gehen indessen von einem Sittlichkeitsverbrechen aus.
Auf den Mord folgte eine Pogromwelle in einigen Orten am Mittelrhein. Die Juden wandten sich an König Rudolf I., der von der Grundlosigkeit der Beschuldigungen überzeugt war. Die noch vor 1338 entstandene Legende berichtet, die Mörder hätten Werner an den Füßen aufgehängt und langsam zu Tode gemartert. Anschließend hätten sie ihn in den Rhein geworfen. An der Stelle am Rheinufer von Bacharach, an der Werners Leichnam angeschwemmt wurde, erbaute man die gotische Wernerkapelle, deren imposante Ruine noch heute das Rheintal prägt. Der Heiligsprechungsprozeß des Knaben war 1429 abgeschlossen. Nach der sogenannten „Reformation“ in Bacharach ebbten die
Pilgerfahrten und Mirakelaufzeichnungen ab. Im Dreißigjährigen Kriege wurde 1620 sogar die Leiche des Volksheiligen (die inzwischen aus Sorge vor den Protestanten in der Kapelle eingemauert worden war) dort vom spanischen Heerführer Ambrosius Spinola entdeckt und an einen bis heute unbekannten Ort gebracht. 1689 stürzte die Wernerkapelle in Bacharach teilweise ein, als die Franzosen die nahe gelegene Burg Stahleck sprengten.
Eine zweite Verehrungsstätte befindet sich in der Kapelle des Heiliggeistspitals von Oberwesel, etwa 7 Kilometer rheinaufwärts gelegen. Hier befindet sich das abgebildete Gemälde des Hl. Werner im Hochaltar.
Nachdem 1548 ein Teil der Reliquien nach Besançon überführt worden war, verbreitete sich auch in Frankreich die Werner-Verehrung. Als Heiliger wird Werner mit den Attributen Winzermesser wie auch Schaufel und Wanne dargestellt und gilt unter anderem als Patron der Winzer.

Dienstag, 12. April 2011

Kirchenjahr berechnen

An sich ein guter Ansatz, dem Internetgewöhnten Neuzeitmenschen das Kirchenjahr näherzubringen:
http://www.festjahr.de/
Selbst für zurückliegende Jahre kann man sich ein komplettes Kirchenjahr ausrechnen lassen, wenngleich das ja nur die wenigsten brauchen werden. Offensichtlich gab es schon Kritik, denn die Seite schreibt vorbeugend: "Das katholische Festjahr wird nach den heute gültigen Regeln berechnet."
Da aber nunmal bis 1969 nur der "alte" liturgische Kalender mit dazugehöriger Einteilung des Kirchenjahres galt, der vom heutigen gravierend abweicht, macht es keinerlei Sinn, sich z.B. für das Jahr 1952 ausrechnen zu lassen, daß der 6. Sonntag im Jahreskreis, Farbe Grün, am 17. Februar war. Das war er ja nun einmal definitiv nicht. Jener 17.2. war 1952 eben der 2. Vorfastensonntag Sexagesima mit der Farbe violett.
Vorschlag meinerseits: Man setze das ganze Suchprogramm auch für den außerordentlichen Ritus auf die Seite oder aber beschränke sich auf die Jahre nach 1969.